Formel 1: FIA-Präsident verkündet baldige Rückkehr zum V8-Motor

Nächste Antriebswende steht bevor
FIA-Präsident kündigt neue Motoren an

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.05.2026
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Vier Rennen liegen in der Formel-1-Saison 2026 hinter uns und das neue technische Reglement sorgt seit Monaten für Zündstoff. Das wegen der gestiegenen Elektro-Energie neue Racing ist vielen Beobachtern und Menschen innerhalb der Königsklasse zu künstlich. Die FIA passte deshalb schon mehrmals die Regeln an und reduzierte die zu rekupierende Menge der Batterie.

Das sollte den extremen Jojo-Effekt der ersten Grands Prix eindämmen. In Miami wirkte das Zweikampf-Verhalten wieder natürlicher. Außerdem konnte das unbeliebte Lift-and-Coast auf den Geraden verringert werden. Dennoch scheinen die Hybrid-Antriebe keine allzu lange Halbwertszeit in der Formel 1 zu haben.

Bereits im Vorjahr wollte FIA-Präsident Mohammed ben Sulayem die aktuelle Regelform mit Unterstützung einiger Teams kippen. Vor allem Mercedes und Audi legten ihr Veto ein. Die beiden deutschen Premiummarken waren aufgrund der fortschreitenden Elektrifizierung ihrer Straßenautos für das neue Reglement. Der Motoren-Gipfel von Bahrain brachte lediglich die Erkenntnis, dass in der Zukunft wieder kostengünstigere und einfachere Antriebe im Heck der Formel-1-Autos sitzen sollen.

V8-Motor wird favorisiert

Das Thema schwelt seit Monaten. Nun legte Mohammed ben Sulayem im Rahmen des Miami-Grand-Prix gegenüber den Kollegen von "Racing365" nach: "Der populärste und am einfachsten umzusetzende Weg ist der V8. Man bekommt den Sound, weniger Komplexität, geringeres Gewicht. Der Hauptfokus liegt auf dem Verbrenner und die elektrische Leistung soll minimal sein." Als Sprit würden die Motoren ohnehin synthetischen Kraftstoff nutzen.

Vor allem die Geräuschkulisse wird immer wieder ins Feld der Hybrid-Kritiker geführt. Zur Erinnerung: Bereits seit 2014 fährt die F1 mit V6-Turbos und einem erheblichen Anteil an E-Power. Der Sound hat sich wegen des neuen Reglements und der gesteigerten Elektro-Leistung weder verbessert noch verschlechtert.

Einen genauen Zeitpunkt für den Wechsel zum V8-Motor hat der FIA-Präsident schon im Kopf: "Mein Ziel ist 2030", kündigte der 64-Jährige in Miami vollmundig an. Ein neues Motoren-Reglement vor dem Ablauf des Fünf-Jahres-Zyklus durchzudrücken, bräuchte die Zustimmung der Hersteller.

Spielen Audi und Mercedes mit?

Während Ben Sulayem mit seinen Aussagen erneut nach vorne geprescht ist, stellt sich die Frage, wie die Hersteller mit den Ideen umgehen. Zwar werden die meisten Autobauer ihre Verbrenner-Laufzeiten verlängern, dennoch steigt die Elektrifizierung weltweit.

Zudem haben Mercedes, Audi, Honda, Ferrari und Red Bull hunderte Millionen von Euro in die Entwicklung der neuen Technik investiert. Gerade Automobilriesen wie Mercedes, Honda und VW-Tochter Audi müssen ihr Engagement im Vorstand rechtfertigen. Die F1-Rückkehr zum V8 könnten die Verantwortlichen nur noch schlecht mit dem Wissenstransfer von der Rennstrecke auf die Straße rechtfertigen.

Angst um den Absprung der Hersteller müssen sich die Fans und die Formel 1 aber wohl nicht machen. Die Königsklasse hat sich in den letzten Jahren zu einem Investment gewandelt, das den Teams sogar Geld einbringt. Die Zeiten, als Giganten wie Toyota ohne erkennbaren Erfolg Milliarden Euro verpulverten sind vorbei.

Der Sport hat sich seit der Übernahme von Rechteinhaber Liberty Media außerdem noch mehr dem Entertainment zugewandt. Die Technologie steht nicht mehr zwingend im Vordergrund. Sollte die Formel 1 in den nächsten Jahren weiterhin profitabel sein, dürften die Hersteller an Bord bleiben. Und das trotz der Rückkehr zu einer nicht zukunftsweisenden Technik.

Fazit