Die Absage der Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien hat ein unerwartetes Loch in den Kalender gerissen. Die Formel-1-Bosse probierten so lange wie möglich abzuwarten, ob sich durch Entwicklungen im Iran-Krieg nicht doch noch eine Möglichkeit für die Austragung ergibt. Wegen der langen Logistik-Ketten musste die Entscheidung aber schon Mitte März getroffen werden.
Der Wegfall der beiden April-Rennen hat gravierende Folgen für die Serie und die Teams. Sportlich bedeutet es, dass zwischen dem Japan-Grand-Prix am 29. März und den ersten Sessions in Miami 33 Tage ohne Fahrbetrieb liegen. Die anschließende dreiwöchige Lücke zwischen Miami und Kanada sorgt dafür, dass innerhalb von sieben Wochen nur ein einziges Rennen stattfindet.
Gespräche über mögliche Ersatzrennen zur Überbrückung der Pause scheiterten an den Kosten. Es fanden sich einfach keine Veranstalter, die das finanzielle Risiko eines kurzfristig anberaumten Grand-Prix-Wochenendes tragen wollten. Und die Formel 1 selbst wollte die Rechnung auch nicht übernehmen.

Jeddah und Bahrain zahlen mit die höchsten Beiträge in den Gebührentopf.
Minderung der Grand-Prix-Gebühren
Während der Coronapandemie sah das noch anders aus. Damals war der Druck aber auch ungleich höher. Die Formel 1 muss eine Mindestanzahl an Events liefern, um TV-Verträge zu erfüllen. Also wurden viele Rennen subventioniert. Für 2026 sind trotz der Absagen noch 22 Rennen übrig – die Medienverträge sind damit abgesichert, ein finanzieller Zwang für Ersatzveranstaltungen besteht nicht.
Diskutiert hat man trotzdem, unter anderem über ein Japan-Doppelrennen, was zumindest die Logistik-Kosten niedrig gehalten hätte. Diese Option wurde am Ende verworfen, weil die Teams ihr Personal nicht noch eine Woche länger von zu Hause fernhalten wollten. Auch die Idee einer zusätzlichen Testwoche wanderte schnell zu den Akten. Zu teuer.
Der Ausfall schmerzt auch so schon genug: Bahrain und Saudi-Arabien hätten zusammen knapp 100 Millionen Euro an Antrittsgebühren eingebracht. Im Vergleich mit den anderen Rennen liegen sie damit weit im oberen Bereich. Alle Promoter zusammen liefern rund 700 Millionen Euro pro Saison im Formel-1-Hauptquartier in London ab. Durch den Iran-Krieg gehen also fast 14 Prozent der Einnahmen aus diesem Topf verloren.

FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem und F1-Präsident Stefano Domenicali haben dafür gesorgt, dass die Königsklasse vier Mal pro Saison im nahen Osten Station macht.
Millionen-Ausfälle für die Teams
Da etwa die Hälfte der Gewinne als Preisgeld ausgeschüttet werden, verlieren die Teams jeweils mehrere Millionen. Dramatisch ist der Effekt noch nicht, aber für kleinere Rennställe zumindest spürbar.
Gleichzeitig sinken aber auch die Ausgaben etwas. Hotels und Flüge fallen weg, Betriebskosten werden durch die freien Wochenenden reduziert, auf die Motoren werden weniger Kilometer gefahren, und der Bedarf an Ersatzteilen sinkt. Bei den Personalkosten selbst wird dagegen kaum etwas eingespart.
Die Verantwortlichen müssen hoffen, dass der Konflikt schnell beigelegt wird. Mit Katar und Abu Dhabi finden sich zum Abschluss der Saison noch zwei weitere Rennen in der Region im Kalender. Sie gehören ebenfalls zu den überdurchschnittlichen Beitragszahlern.
Wenn auch sie wegfallen, droht nicht nur der Verlust der Grand-Prix-Gebühren, sondern auch Schadensersatzforderungen der TV-Stationen, die sich für viel Geld die Übertragungsrechte gesichert haben. Sollten insgesamt vier Rennen ausfallen, wäre das ein Sechstel des Kalenders. Das würde dann richtig wehtun.












