Höher, schneller, weiter – darum geht es dem Ford Focus RS nicht in erster Linie. Der selbst ernannte Fahrspaßsportler muss sich trotzdem jetzt dem Ernst des Querdynamik-Lebens im Supertest stellen.
Foto: Dino Eisele
Die Fahrwerksabstimmung des Ford Focus RS ist definitiv nicht für die Nordschleife ausgelegt worden. Das Fahrverhalten wechselt immer wieder zwischen leichtem Einlenkuntersteuern in engen Kurven und leicht nervösem Eigenlenkverhalten bei Lastwechselreaktionen in schnelleren Wechselkurven.
Foto: Dino Eisele
Speziell in Bergaufpassagen punktet das Allradsystem unter Last mit guter Traktion. Die Lenkung arbeitet unauffällig und mit präziser Rückmeldung.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Lediglich in der Kompression der Fuchsröhre verhärtet sie im Grenzbereich einmal kurz. Auf den langen Geradeauspassagen könnte der Motor noch etwas mehr Dampf vertragen.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Vierzylinder ist jetzt Trumpf: Anders als der Vorgänger ...
Foto: Rossen Gargolov
... trägt der aktuelle RS keinen Fünfzylinder mehr.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Schon bei der Optik wird es einem ja irgendwie warm ums Herz, auch wenn das RS-Vorgängermodell optisch noch authentischer daherkam. Doch auch der Neuling erinnert mit seinen bulligen Schürzen, den ausgestellten Kotflügeln sowie dem Dachkantenspoiler ...
Foto: Rossen Gargolov
... irgendwie an heute legendäre Rallye-Zeiten, als WRC-Helden wie Colin McRae und Marcus Grönholm den Focus RS WRC zum Sieg prügelten.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Innenraum mit nüchternem Grau und emotionalen Details: Die drei Analoginstrumente auf dem Armaturenbrett für Ladedruck, Öldruck und Öltemperatur erinnern an gute alte Rennsportzeiten.
Foto: Rossen Gargolov
Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat der RS einen etwas besseren cw-Wert (0,35 statt 0,36), doch auch er ist kein prädestiniertes Vmax-Gerät. Ab 240 km/h wird es zäh.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Die Recaro-Schalensitze bieten guten Seitenhalt, könnten aber viel tiefer montiert sein.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Der Drift-Modus, indem der RS herrliche Haken schlägt, darf nur auf der Rennstrecke benutzt werden.
Foto: Rossen Gargolov
Auf dem Kleinen Kurs von Hockenheim fühlt sich der Ford Focus RS deutlich wohler als auf der Nordschleife. Das zum Teil auf dem Nürburgring in engen Bergabkurven auftretende Einlenkuntersteuern fällt in Hockenheim kaum auf.
Foto: Rossen Gargolov
Unter Last zieht sich der Focus RS hier erst neutral, um im weiteren Kurvenverlauf dank der heckagilen Allradabstimmung mit dem Heck zu drücken.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Auf dem Prüfstand ging ihm etwas die Puste aus: Auf dem von uns traditionell beim Supertest genutzten Leistungsprüfstand kam der RS-Testwagen nicht über 326 PS hinaus.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Die Nennleistung des Vierzylinder-Turbos ist mit 350 PS angegeben.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Mit vollem Tank wiegt der Allrad-RS jetzt 1.568 Kilogramm ...
Foto: Hans-Dieter Seufert
... und ist damit 83 Kilo schwerer als sein Vorgänger mit Vorderradantrieb.
Foto: Rossen Gargolov
Die Rundenzeit des Ford Focus RS interessiert in Hockenheim eigentlich nur bedingt. Noch nie zuvor ließ sich ein Kompakt-Allradler mit lang gezogenen Drifts so querfahren.
Foto: Rossen Gargolov
Bei der Beschleunigung hätte man mit 350 PS etwas mehr erwarten können, doch mit 326 PS erreichte der Vierzylinder-Turbo des Testwagens auf dem Prüfstand auch nicht ganz die Nennleistung. Die Verzögerungswerte sind hingegen klar besser als beim Vorgänger.
Foto: Dino Eisele
Dank des optional erhältlichen Sportreifens vom Typ Michelin Pilot Sport Cup 2 bewegt sich der aktuelle Ford Focus RS mit einer Querbeschleunigung von bis zu 1,35 g klar über den Querbeschleunigungswerten des Vorgängermodells.
Foto: Dino Eisele
Der Ford Focus RS ist auf der Nordschleife nicht nur 20 Sekunden schneller als sein Vorgänger, sondern landet nur knapp hinter dem stärkeren und teureren AMG A 45.
Foto: Dino Eisele
Leistungsmessung: Um knapp sieben Prozent liegt die gemessene Leistung unter der Werksangabe von 350 PS. Mit 457 Nm liegt das gemessene maximale Drehmoment zwar 17 Nm über den Angaben, aber oberhalb von 4.000/min fällt die Kurve zu stark ab.
Foto: Dino Eisele
Rechnerisch müssten bei 6.000/min noch rund 410 Nm anliegen, um die volle Endleistung zu erreichen.
Foto: Dino Eisele
Klar, es gibt Kompaktsportler, welche die Nordschleife und den Kleinen Kurs von Hockenheim schneller absolvieren als der Ford Focus RS. Aber besteht das Leben nur aus Rundenzeiten? Für die schnellste Rundenzeit ist das Sportfahrwerk des Focus nicht perfekt abgestimmt.
Foto: Dino Eisele
Der RS ist kein Performance-Kompaktsportler wie beispielsweise ein VW Golf GTI Clubsport S oder ein Mercedes-AMG A 45. Der Power-Focus wurde vor allem unter der Prämisse „Fahrspaߓ konzipiert. Wer nicht nur auf die Rundenzeiten schaut, wird begeistert sein.
Foto: Dino Eisele
Das Allradsystem ist ein Novum im Kompaktsegment. Noch nie war ein Kompakt-Allradler so heckagil ausgelegt wie der Focus RS. Kein VW Golf R, kein Audi RS 3, kein BMW M135i und schon gar kein Mercedes-AMG A 45 konnten auch nur annähernd so im Drift bewegt werden wie der neue Ford Focus RS.