06/2019, 2020 Chrysler Voyager Fiat-Chrysler

Chrysler Voyager (2019)

Minivan-Klassiker kehrt zurück

Comeback für einen Autopionier: Chrysler bietet in den USA wieder ein Auto namens Voyager an. Besonders viel Glanz versprüht das neue Modell jedoch nicht.

Ein wahrer Autopionier kehrt zurück. Als 1984 der erste Chrysler Voyager auf den Markt kam, gelang ihm genau das, was fast zeitgleich der Renault Espace in Europa und der Mitsubishi Space Wagon in Japan vermochten: Sie bereiteten den Weg für den Siegeszug der Minivans. Über sechs Generationen war der Voyager fast ein Synonym für diese Fahrzeugklasse der familienfreundlichen Großraumlimousinen. Doch in den Nullerjahren verschwand der Name allmählich vom Markt. In den USA hieß die Baureihe irgendwann Town & Country, in Europa gruben ihm allmählich die noch praktischeren einheimischen Vans à la Opel Zafira und VW Touran das Wasser ab. 2014 war dann endgültig Schluss für den Voyager, der inzwischen mit Lancia-Emblem vertrieben wurde. Auch weil in vielen Familien längst lieber SUV als Van gefahren wurde.

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Das Siebenzoll-Infotainmentsystem gehört beim neuen Voyager zur Serienausstattung.

Einstiegsversion der Pacifica-Baureihe

Doch nun kehrt der Chrysler Voyager zurück. Allerdings nur in den USA. Und auch nicht als eigenes Modell, sondern als Einstiegsversion der Van-Baureihe Pacifica. Er ersetzt dessen günstige Ausstattungsvarianten L und LX und wird selbst in den Modellversionen L, LX und LXi angeboten, wobei Letztere nur von Flottenkunden erworben werden kann. Immer an Bord sind sieben Sitze und Connectivity-Möglichkeiten via Apple Carplay und Android Auto. Außerdem will Chrysler den neuen Voyager besonders gut auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern angepasst haben.

Zum Ausstattungsumfang der LXi-Variante gehören Kunstledersitze, zusätzliche Ablagen unter den Fondsitzen sowie unter dem Dach, Motorstart und Garagenöffnung aus der Ferne, Alarmanlage, klappbare Sonnenblenden in der zweiten Reihe und eine Abblendautomatik für den Innenspiegel. Der LX kommt mit Satellitenradio sowie bequemeren Sitzen im Fond und Verstaumöglichkeiten im Wagenboden. Zur Sonderausstattung gehören Posten wie Kaltwetter-Paket, das im LXi serienmäßige Stauraumsystem im Dach und eine DVD-Anlage mit ausklappbaren Bildschirmen. Für die Karosserie stehen sechs Lackierungen zur Wahl; hinzu kommen drei Interieurfarben.

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Pentastar-V6 mit 291 PS und 355 Nm

Als Antriebsquelle dient die aktuelle Ausbaustufe des Pentastar-V6-Benziners. Der Motor leistet 291 PS, stellt maximal 355 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung und ist an eine Neun-Gang-Automatik gekoppelt. Da der Pressetext davon spricht, dass der neue Chrysler Voyager „ein sanftes, außergewöhnlich leises und komfortables Fahrgefühl“ bietet, dürfte das Fahrwerk eher weich abgestimmt sein. Das Assistenzpaket umfasst Parksensoren und eine heckseitige Querverkehrswarnung inklusive automatischer Bremsung und einen Totwinkelassistenten. Innen gibt es ein 3,5-Zoll-Fahrdaten-Display zwischen den Instrumenten und die vierte Generation des Uconnect-Infotainmentsystems mit Sieben-Zoll-Touchscreen. Sechs Lautsprecher mit aktiver Umgebungsgeräusch-Unterdrückung sind aufpreisfrei an Bord.

Einen konkreten Termin für die Markteinführung des neuen Voyager nennt Chrysler ebenso wenig wie einen Basispreis. Er dürfte aber – wie zuvor die Basisversion des Pacifica – knapp unterhalb der 30.000-Dollar-Grenze liegen. Der etwa 10.000 Dollar teurere Pacifica bleibt übrigens im Programm. Er darf nun die Rolle der höherwertigen Modellvariante spielen und kommt für das Modelljahr 2020 etwas aufgefrischt auf den Markt.

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Fazit

Herzlich willkommen zurück, Chrysler Voyager. Allerdings hätten wir dem Modell mehr gewünscht, als nur die Billigversion eines überschaubar erfolgreichen Minivans zu sein. Deshalb prognostizieren wir, dass der Name wahrscheinlich bald wieder verschwinden wird. Und zwar aus mehreren Gründen: Auch in den USA greifen deutlich mehr Familien zum SUV als zum Minivan. Und dann gibt es im Konzern noch den Dodge Grand Caravan, der zwar uralt ist (er basiert auf der letzten Voyager-Generation), aber größer, variabler und vor allem billiger als der aktuelle Pacifica/Voyager. Diese Modellpolitik muss man nicht verstehen.

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