Chevrolet Corvette C8 Sting Ray, Motor GM
Chevrolet Corvette C8 Sting Ray, Exterieur
Chevrolet Corvette C8 Sting Ray, Exterieur
Chevrolet Corvette C8 Sting Ray, Illustration
Chevrolet Corvette C8 Sting Ray, Exterieur 12 Bilder

Corvette C8-Varianten (Z06, ZR1, Zora) bis 2025

Keine Grand Sport, aber ein E-Ray-Hybrid

Die nächsten Varianten der Corvette C8 kriegen neue Motoren und mehr Leistung. Medienberichten zufolge werden traditionsreiche Modelle zugunsten elektrifizierter Varianten eingestellt.

Als die ersten Erlkönige der C8 auftauchten, war schwer zu verbergen, was vielen Fans zunächst unglaublich erschien: Die achte Generation des US-Sportwagens wechselte von der Frontmotor- auf die Mittelmotor-Bauart. Das Konzept mit dem Motor vorn sei ausgereizt, der Konkurrenz aus Mittelmotor-Sportwagen komme man auch mit immer mehr Leistung nicht bei. Wie der Wechsel des Bauprinzips sich auf der Rennstrecke auswirkt, konnten wir bereits in ersten Proberunden mit der C8 auprobieren.

Die neue Corvette auf der Rennstrecke

Corvette C8, Fahrbericht
Corvette C8, Fahrbericht Corvette C8, Fahrbericht Corvette C8, Fahrbericht Corvette C8, Fahrbericht 14 Bilder

Der Codename Zora, der bald mit den Erlkönig-Fotos die Runde machte, passt perfekt zum Konzept, das den Sportwagen schneller machen soll: Zora Arkus-Duntov (1909 – 1996) gilt als Vater der Corvette, weil er nach der Präsentation der C1 diese als untermotorisiert und zu langsam empfand – und mit Verbesserungsvorschlägen für seine Einstellung bei GM sorgte. Und dafür, dass der künftig performantere US-Sportwagen ein Verkaufsschlager wurde.

Super-Hybrid mit 1.000 PS heißt Zora

In aus Unternehmenskreisen stammenden Unterlagen, die angeblich in der Redaktion von hagerty.com gelandet sind, taucht der Codename Zora wieder auf. Passenderweise für die bisher stärkste Serien-Corvette: Dank ihres neuen 5,5-Liter-V8-Biturbos und Hybrid-Unterstützung soll die C8 Zora die 1.000-PS-Grenze knacken und gut 1.300 Nm System-Drehmoment produzieren. Angesichts solcher Werte sollten die Entwickler über Allradantrieb nachdenken. Tatsächlich dürfte der E-Motor dafür sorgen: Er wird sicher die Vorderachse antreiben, was die C8 Zora vermutlich den Kofferraum kostet. Als Jahr des Produktionsstarts nennt das Papier 2025. Gleichzeitig weist hagerty.com aber darauf hin, dass GM-Einkaufs- und Modellprogramm-Chefin Michelle Braun wegen der Corona-Pandemie alle Entwicklungen neuer Modelle pausieren lässt. Die Termine des Planungspapiers sind also Makulatur, mit Verzögerungen um ein Jahr ist zu rechnen.

Chevrolet Corvette C8 Sting Ray, ohne Karosserie
GM
Die C8 ist die erste Corvette mit längs eingebautem Mittelmotor-V8.

E-Ray statt Grand Sport als Hybrid-Corvette

Aber die besonders heiße Zora-Variante wird wohl nicht die einzige Hybrid-Corvette sein. Passend zum traditionsreichen Beinamen Stingray hat sich Chevrolet die Bezeichnung "E-Ray" schützen lassen, die auf eine elektrische Unterstützung beim Antrieb hinweist. Oder gar auf eine reine Elektro-Corvette, wie von US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden in einem Tweet ins Spiel gebracht? Wie US-Fachmedien derzeit berichten, handelt es sich bei der Corvette E-Ray eher um die erste, 2023 oder 2024 geplante Hybrid-Variante, bei der ein Elektromotor anstelle des vorderen Kofferraums tritt.

Chevrolet Corvette C8 Sting Ray, Motor
GM
Für die C8 hat Chevrolet den V8 überarbeitet, aber ein 5,5-Liter-Aggregat mit obenliegenden Nockenwellen und optionaler Turboaufladung ist in Arbeit.

Die E-Maschine macht die C8 in Verbindung mit dem bekannten 6,2-Liter-V8-Mittelmotor nicht nur zum Hybrid-Sportler, sondern zum Allradler. Mit etwa 600 PS Systemleistung und einem Gesamt-Drehmoment von knapp 680 Newtonmetern pariert die neue Variante etwa die Werte die kommenden Z06, weshalb sie auch deren verbreiterte Karosserie bekommen soll. Übrigens ersetzt die E-Ray-Variante dem Vernehmen nach das Grand Sport-Modell, womit dieser traditionsreiche Name entgegen ursprünglicher Planungen bei der C8 wohl nicht vergeben wird.

Wird die Corvette Z06 wieder zum Sauger?

Ebenfalls für 2023 visiert Chevrolet den Start der Z06 an. Sie bekommt anders als in der C7 keine Aufladung, sondern wird ein Sauger mit 32 Ventilen. Während die Z06 in der C6 aber mehr Leistung aus mehr Hubraum holte, soll der V8 der C8 Z06 sogar kleiner sein: 5,5 Liter statt 6,2 wie im Basismodell mit dem LT2-Achtzylinder. Der kleinere V8 heißt den GM-Papieren zufolge LT6 und macht gegenüber dem LT2 Schluss mit der zentral liegenden einfachen Nockenwelle. Der 32-Ventiler soll 650 PS haben und mehr als 800 Nm als maximales Drehmoment auf die Kurbelwelle stemmen. Das wirkt allerdings übertrieben, denn für das maximale Drehmoment eines Saugmotors ist eher der Hubraum ausschlaggebend. Besonders gute Motoren schaffen gut 100 Nm pro Liter, der 6,2-Liter große LT6 bringt es aktuell auf 637 Nm. Die Z06 der C7 kam dank Kompressor und 6,2 Liter Hubraum auf 881 Nm (und 659 PS).

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Corvette ZR1 mit Biturbo-Aufladung

Mit dem vollen Arsenal an leistungsfördernder Verbrennungsmotoren-Technik ist den Unterlagen zufolge eine ZR1 der C8 geplant. In ihr sollen zwei Turbolader den 5,5-Liter großen Vier-Ventil-V8 mit zwei Turboladern unter Druck setzen. Ergebnis wären 850 PS und gut 1.100 Nm maximales Drehmoment. Zu viel für das Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe von Tremec, das in der neuen C8 Dienst tut. Tremec kündigte aber bereits bei der Präsentation die Entwicklung weiterer Varianten an, die mit mehr Drehmoment umgehen können sollen. Die C7 ZR1 kam mit Kompressor auf dem 6,2 Liter-V8 auf 765 PS und 969 Nm. Die ZR1-Version der C8 stand für 2024 auf dem Plan und könnte, die Corona-Verzögerung eingerechnet, 2025 auf die Straße rollen.

Hier eine Übersicht, wann die Varianten der C8 kommen könnten. Die Drehmomentwerte haben wir aus oben beschriebenen Plausibilitäten nach unten korrigiert, der Marktstart ist der, wie er laut hagerty.com geplant war, ehe die Corona-Pandemie Produktionspausen nötig machte.

Mögliche Corvette-C8-Varianten und ihre Technik

Modell-Variante Motor Hubraum Leistung Drehmoment Erscheinungsjahr
Corvette Z06 LT6 32V 5,5 Liter 650 PS 600 Nm 2022
Corvette E-Ray (ersetzt wohl das Grand Sport-Modell) LT2 16V Hybrid 6,2 Liter 600 PS 700 Nm 2023
Corvette ZR1 LT6 32V Biturbo 5,5 Liter 850 PS 1000 Nm 2024
Corvette Zora LT7HP1 32V Biturbo 5,5 Liter 1000 PS 1200 Nm 2025
Modell-Variante Motor Hubraum Leistung Drehmoment Erscheinungsjahr
Corvette Z06 LT6 32V 5,5 Liter 650 PS 600 Nm 2022
Corvette E-Ray (ersetzt wohl das Grand Sport-Modell) LT2 16V Hybrid 6,2 Liter 600 PS 700 Nm 2023
Corvette ZR1 LT6 32V Biturbo 5,5 Liter 850 PS 1000 Nm 2024
Corvette Zora LT7HP1 32V Biturbo 5,5 Liter 1000 PS 1200 Nm 2025

Fazit

Chevrolet hat bei der achten Generation der Corvette nicht nur die Anordnung des Motors radikal geändert, sondern plant auch bei dessen Technik eine Abkehr von Traditionen – zumindest für die Versionen mit mehr Leistung.

Auch wenn der 6,2-Liter-V8 mit zentraler Nockenwelle nicht gleich aus dem Programm fliegt: Die Amerikaner entwickeln ein hubraumkleineres Aggregat mit zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder. Die inzwischen ebenfalls exotische Kompressoraufladung scheint Geschichte, die stärkeren Corvette-C8-Varianten setzen aus Turbos, V8-typisch auf zwei.

Eine weitere Komponente der Leistungssteigerung wird die Hybridtechnik, vermutlich aber ohne externe Lademöglichkeit. Ein Plugin-Hybrid bräuchte sinnvollerweise eine ordentliche Batterie im Bereich um zehn kWh – zu schwer für den Sportwagen, dessen Leergewicht aktuell mit 1.530 Kilogramm im Rahmen bleibt.

Wegen der Corona-Pandemie könnte es leider etwas länger dauern, bis sich ein Blick auf die neue Technik werfen lässt.

Chevrolet Corvette
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