Ford Mustang Shelby GT500 (2019)

Power-Pony mit über 700 PS

2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package 2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package 2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package 2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package 24 Bilder

Der Shelby GT350 ist nur noch die Nummer zwei im Stall. Neuer Platzhirsch unter den Mustangs ist der Shelby GT500, dessen Leistung einem V8-Kompressormotor entspringt, der über 700 PS leistet. Das neue Topmodell soll nicht nur geradeaus schnell sein, sondern auch in Kurven.

Das Jahr begann mit schlechten Nachrichten für Ford Europa. Das Geschäft steht auf dem Prüfstand. Die Konzernzentrale in Dearborn nahe Detroit will es radikal umbauen. Arbeitsplätze werden wegfallen, nicht gewinnbringende Baureihen gestrichen, womöglich Werke geschlossen. Die Kosten müssen runter, um aus der Krise zu gelangen. Anders sind die Themen der Zukunft wie Vernetzung und autonomes Fahren nicht zu stemmen.

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Es gibt noch weitere schlechte Nachrichten aus Dearborn, die aber so gar nichts mit autonomen Fahren oder irgendwelchem Zukunfts-Firlefanz zu tun haben, sondern sich dem klassischen Autofahren widmen.

Der neue Shelby GT500, der Mustang schlechthin, kommt nicht nach Europa. Da müssen Fans und Interessenten erst einmal schlucken, war aber nicht anders zu erwarten. Das stärkste Auto der Firmengeschichte reitet überwiegend dort, wo es gebaut wird: in Amerika, im Flat Rock Assembly Plant in Michigan.

Etwa 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Bislang ist der Shelby GT350 der stärkste Mustang der sechsten Generation mit 533 PS und 582 Newtonmetern. Ab Herbst 2019 wird das Pony Car auf der Straße, dem Drag-Strip und der Rennstrecke von seinem stärkeren Bruder überholt.

Der GT350 holt seine Leistung aus einem freisaugenden 5,2-Liter-V8-Motor mit Flat-Plane-Kurbelwelle. Der Hubzapfenversatz beträgt hier 180 Grad, was den Motor zwar unruhiger laufen lässt, dafür aber Vorteile bei Ansprechverhalten und Drehzahl verspricht. Bauart, Hubraum und Zylinderanzahl bleiben im GT500 gleich. Allerdings bläst den handgebauten Achtzylinder ein 2,65-Liter-Roots-Verdichter auf. Die Gerüchte über einen Wechsel auf Turboaufladung sind damit vom Tisch.

Der Kompressor steigert die Leistung auf über 700 PS. Genaue Daten hält Ford noch in der Hinterhand. Entweder, weil man sie noch nicht final ausgearbeitet hat, oder die Salamitaktik spielt. Immer mal wieder ein Häppchen abschneiden, und an die Masse verfüttern, um das Auto im Gespräch zu halten. So wie man es bei seinem Überflieger GT getan hat. So viel ist aber schon mit der Ungefähr-Angabe klar: Der Shelby GT500 überragt selbst den Supersportwagen mit dessen 656 PS deutlich. Und er hat doppelt so viel Leistung unter der Haube wie der erste Shelby GT500 von 1967.

2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package Foto: Ford
Kompressorgeladener 5,2-Liter-V8 mit über 700 PS: Ford verspricht für den GT500 Sprintwerte im mittleren 3-Komma-Bereich.

Den V8-Kompressor mit Aluminium-Block hängt Ford nicht an einen Sechsganghandschalter oder ein 10-Gang-Automatikgetriebe, sondern an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, wie es auch im GT verbaut ist. Der Doppelkuppler soll die Schaltstufen in weniger als 100 Millisekunden wechseln, und so die Sprintfähigkeiten des Shelby GT500 verbessern. Ford spricht von 0-100-Werten im mittleren 3-Sekunden-Bereich. Die Viertelmeile (402,34 Meter) soll das Muscle Car mit Launch Control in unter 11 Sekunden meistern. Zur Höchstgeschwindigkeit äußert sich Ford bislang nicht. Genauso wenig wie zum Gewicht.

Zwei Pakete für GT500

Den Über-Mustang stoppt die größte Bremsanlage, die es in einem Sportcoupé auf dem amerikanischen Markt überhaupt gibt. Sagt Ford. Sechs Kolben-Bremssättel beißen sich in eine zweiteilige Bremsscheibe mit einem Durchmesser von 420 Millimeter an der Vorderachse. Die Bremsanlage sitzt hinter 20 Zoll großen Rädern. Die Felgen sind im Shelby GT500 mit Carbon-Track-Paket aus Kohlefaser hergestellt.

Es ist das radikalere der beiden angebotenen Handling-Pakete. Eines, das besonders gut für die Rennstrecke taugen soll, weil noch aerodynamischer. Ford zeichnet hier den vorderen Splitter an den Außenseiten radikaler, stellt einen GT4-Heckflügel auf den Kofferraumdeckel und steckt maßgeschneiderte Semi-Slicks vom Typ Michelin Pilot Sport Cup 2 auf die Radträger. Die Franzosen haben Mischung und Lauffläche an das stark motorisierte Muscle Car angepasst. Außerdem sind die hinteren Walzen um ein halbes Zoll breiter (20x11,5 statt 20x11). Im Innenraum fliegen die Rücksitze raus. Die zivilere Version trägt eine Abrisskante, Gurney Flap, auf dem Heckdeckel. Sie rollt auf speziell angefertigten Reifen vom Typ Michelin Pilot Sport 4S. Beide Modellvarianten profitieren von Updates am Diffusor.

2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package Foto: Ford
Mit dem "Carbon Fiber Track Package" trägt der Shelby GT500 einen großen Heckflügel.

Auch ohne die Anbauteile grenzt sich der GT500 äußerlich vom GT350 und den sonstigen Mustang-Versionen sowieso ab. Die vorderen Radhäuser sind breiter. Der Kühlergrill baut höher und breiter. Wie es sich für einen Shelby gehört, schmückt eine aufrechte Cobra den Grill. Die Öffnungen in der Front seien doppelt so voluminös wie beim GT350, sagt Ford. Sechs Wärmetauscher im Motorraum sollen das Hitzemanagement verbessern, ebenso wie das 31x28 Zoll große Luftloch auf der muskulösen Motorhaube. Der Einsatz aus Aluminium lässt sich abnehmen, was zwei Vorteile mit sich bringt. Einerseits sieht man dadurch Teile des Motors besser. Andererseits entweicht die Hitze noch besser.

Fünf verschiedene Fahrmodi

Fords Performance-Abteilung überarbeitet das Chassis, schmeckt die elektronische Servolenkung neu ab, verbaut leichtere Drehfedern und passt die Geometrie der Aufhängungen an, damit der GT500 auch in Kurven bestens einfädelt und sie schnell abreitet. Der Shelby soll in der Querbeschleunigung neue Maßstäbe für Muscle Cars setzen. Das elektronisch einstellbare Fahrwerk Magne-Ride ist in der derzeit letzten Ausbaustufe an Bord.

2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package Foto: Ford
Sportlich und Muscle-Car-like: So sieht der GT500 innen aus.

Der Ford Mustang Shelby GT500 kennt fünf verschiedene Fahrmodi: Normal, Wetter, Sport, Track und Drag. Besonders für den Einsatz auf der Dragsterrennstrecke eignet sich die „line-lock“-Funktion, die es erlaubt, die Bremsen achsenunabhängig voneinander anzusteuern. Heißt: Wenn nur die vorderen Bremsen beißen, können die hinteren Räder durchdrehen. Da ist viel weißer Rauch garantiert. Den Burnout genießt der Fahrer auf Recaro-Sportsitzen. Teile des Armaturenträgers schmückt Ford mit Carbon.

Zum Schluss noch ein paar gute Nachrichten für Europäer. Wenn Ford den GT500 schon nicht hierher exportiert, muss eben der Importeur ran. Geiger Cars aus München hat bereits vor einem halben Jahr zehn Exemplare des GT500 vorbestellt. Der US-Car-Spezialist kann zwar noch keinen Preis nennen. Der dürfte aber um die 100.000 Euro liegen.

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