Laut einem Bericht von Autocar will Ineos Automotive seine künftigen Modelle deutlich anders entwickeln als den Grenadier. Nach Angaben von Firmenchefin Lynn Calder soll es keine komplett eigenständig konstruierten Fahrzeuge mehr geben. Stattdessen setzt der britische Hersteller künftig auf gemeinsame technische Grundlagen mit Partnerunternehmen, um neue Modelle schneller und günstiger auf den Markt zu bringen.
Keine komplett eigene Entwicklung mehr
"Wir entwickeln keine weiteren Fahrzeuge mehr komplett neu von Grund auf, wie wir es beim Grenadier getan haben", sagte Calder laut Autocar bei einer Veranstaltung. Stattdessen gehe es nun um "Technologiepartnerschaften". Sobald diese Basis geschaffen sei, könne Ineos mehr Modelle in kürzerer Zeit entwickeln und auf den Markt bringen.
Der Grenadier bleibt dabei die technische Ausnahme im Programm. Laut Calder plant Ineos keine weiteren größeren Umbauten der bestehenden Plattform. "Wir planen weder eine Änderung des Radstands noch größere Weiterentwicklungen der Grenadier-Plattform", erklärte sie. Deshalb werde es keinen kurzen Grenadier mit verkürztem Radstand geben. Stattdessen kündigte sie einen kleineren Geländewagen an, der unabhängig vom bisherigen Modell entstehen soll.
Der ursprünglich bereits für die zweite Hälfte des Jahrzehnts vorgesehene Fusilier soll nach aktueller Planung "wahrscheinlich bis 2028" erscheinen. Nach dem Fusilier seien zudem noch zwei weitere Modelle vorgesehen. Details zu den künftigen Fahrzeugen oder möglichen Technikpartnern nannte Calder nicht.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Autocar berichtet, dass Ineos Gespräche mit dem chinesischen Hersteller Chery geführt habe. Dabei soll es um die Nutzung einer Range-Extender-Plattform der Offroad-Marke iCar gegangen sein, die international unter dem Namen iCaur auftritt. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es von Ineos bislang nicht.
China-Basis für Fuslilier?
Die Chery-Marke iCar hatte im vergangenen Jahr mit dem V27 einen Geländewagen mit Range Extender vorgestellt (siehe Bildergalerie), der als Plattform für ein neues Ineos-Modell dienen könnte.
Die Technik gilt derzeit vor allem bei chinesischen Herstellern als wichtiger Zwischenschritt zwischen klassischen Plug-in-Hybriden und reinen Elektroautos. Bei sogenannten Range-Extender-Konzepten übernimmt ein Verbrennungsmotor ausschließlich die Stromerzeugung für die Batterie, während der Antrieb stets elektrisch erfolgt. Calder bezeichnete diese Lösung als "eine Technologie, die uns regulatorische Vorteile bringt, ohne unsere Kunden einzuschränken". So könne Ineos weiterhin "Fahrzeuge verkaufen, die die Kunden tatsächlich kaufen wollen".
Der Fusilier war ursprünglich als kompakter Elektro-Geländewagen angekündigt worden und sollte ab 2027 bei Magna in Graz produziert werden. Die Entwicklung galt bereits als weit fortgeschritten. Magna hatte – wie zuvor beim Grenadier – die technische Entwicklung übernommen. Geplant waren Produktionskapazitäten von bis zu 30.000 Fahrzeugen jährlich.
Im Juli 2024 stoppte Ineos das Projekt jedoch. Als Gründe nannte das Unternehmen die schleppende Nachfrage nach Elektroautos in Europa sowie Unsicherheiten bei Regulierung, Zöllen und Besteuerung. Zusätzlich verwies Ineos auf die politischen Diskussionen rund um das geplante Verbrenner-Aus ab 2035.












