Ineos Projekt Grenadier Ineos
Ineos Projekt Grenadier
Ineos Projekt Grenadier
Ineos Projekt Grenadier
Ineos Projekt Grenadier 9 Bilder

Ineos Grenadier

Neue Details zum Hardcore-Geländewagen

Eine britische Firma plant einen neuen Geländewagen im Stil des klassischen Land Rover Defender. Nun gibt es neue Einzelheiten zum Projekt Grenadier.

Ineos Automotive, ein Ableger eines britischen Chemie-Konzerns, plant die Produktion eines klassischen Geländewagens im Stil des früheren Land Rover Defender. Der robuste Offroader soll mit dem Fokus auf Geländetauglichkeit konstruiert werden und die klassischen Geländewagen-Merkmale in die Neuzeit bringen. Mit kleinen Info-Häppchen macht Ineos Automotive seit der Gründung Appetit auf das Projekt Grenadier – so soll der Geländewagen heißen, dessen Premiere bislang für 2021 angekündigt ist.

Für die Entwicklung des Grenadier, der in ersten Skizzen sehr an den alten Land Rover Defender 110 erinnert, holt sich Ineos die Expertise externer Zulieferer mit ins Boot. Nachdem Anfang 2019 bekannt gegeben wurde, dass BMW die Sechszylinder-Diesel- und Benzin-Motoren liefert, nannte das Unternehmen zum Jahresende den Entwicklungspartner: Die Entwicklung zur Serienreife wird der österreichische Magna-Konzern übernehmen.

Motoren von BMW, Entwicklung bei Magna

Dass bei Magna in Graz genügend Know-How für ein solches Projekt vorhanden ist, steht außer Frage. Neben anderen vornehmlich allradgetriebenen Modellen diverser Hersteller produziert Magna auch den Mercedes G. Nach der Entwicklung zur Serienreife soll der Ineos Grenadier dann in einem Werk in Großbritannien gebaut werden, als Standort ist Bridgend in Wales geplant.

Die neuesten Infos betreffen nun den Unterbau des Grenadier. Von Anfang an wurde betont, dass für die geplanten Einsatz-Szenarien nur der klassische Geländewagen-Bau in Frage käme. Das bedeutet: Leiterrahmen, Starrachsen. Für letztere hat sich Ineos in Italien bedient. Die Achsen des Grenadier werden bei Carraro gefertigt. Carraro ist vor allem bei Achsen und Getrieben für Nutzfahrzeuge sowie Schleppern für die Landwirtschaft eine Branchengröße, wie man haltbare Achsen baut, wissen die Italiener. In einem (englischsprachigen) Info-Video zeigt Ineos jetzt Details dazu.

Im Video: Rahmen und Achsen des Ineos Grenadier

Projekt Grenadier – Rahmen und Achsen
3:54 Min.

Im Rückblick: Die Entstehung des Projekt Grenadier

Ineos Automotive entstand, als Land Rover 2016 die Produktion des klassischen Defender einstellte, sehr zum Bedauern von Ineos-Chef James Ratcliffe. Das ist nicht irgendwer, obwohl in Deutschland wohl kaum einer den öffentlichtkeitsscheuen Industrieboss aus Großbritannien kennt. Der 1952 geborene James Arthur Ratcliffe gründete 1998 das Unternehmen Ineos, aus dem ein Chemie-Gigant mit mehr als 50 Milliarden Euro Jahresumsatz erwuchs. Ratcliffe gilt als reichster Brite und wurde 2020 auf ein Privatvermögen von 9,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zuletzt machte er 2019 mit der Übersiedelung ins Steuerparadies Monaco und durch den Kauf des Fußballvereins OGC Nizza auf sich aufmerksam.

Ratcliffe ist nicht nur ausgesprochen reich, er ist auch ein erklärter Land Rover-Enthusiast. Und er ließ 2016 prüfen, wie eine Neuproduktion des Urgesteins Land Rover Defender realisiert werden könnte. Nach seinen ersten Ankündigungen musste sich Ratcliffe allerdings der Realität beugen: Jaguar Land Rover hatte danach umgehend erklärt, dass es undenkbar sei, eine Drittfirma ein Auto unter diesem Namen bauen zu lassen. Also gründete Ratcliffe das Projekt Grenadier – benannt nach seinem Lieblings-Pub in London.

Jim Ratcliffe, CEO Ineos
Ineos
Jim Ratcliffe, Milliardär und Landy-Fan.

Mit der Gründung einer eigenen Automotive-Division des Chemie-Giganten Ineos im Jahr 2017 ging Ratcliffe in die Planungsphase. Britischen Zeitungsberichten zufolge haben Ineos-Machbarkeitsstudien ergeben, dass die wirtschaftliche Fertigung eines robusten Geländewagens möglich sei. Angepeilt werden 15.000 Einheiten pro Jahr. Mit einem neu berufenen Geschäftsführer wurden nach Aussagen der Firma Experten aus der Automobilindustrie angeheuert, die bei der zunächst auf drei Jahre veranschlagten Entwicklung des neuen Geländewagens mit anpacken.

Ratcliffe hatte außerdem klargestellt, dass er in Sachen Fertigungsqualität und Zuverlässigkeit eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem inzwischen eingestellten Defender anstrebt, jedoch dessen letzte Basispreise ermöglichen möchte. "Wir wollen den ursprünglichsten Geländewagen der Welt bauen, der Fernreisende, Farmer und Offroad-Fans rund um den Globus ansprechen wird", sagte Ratcliffe dem Magazin autocar. An den Kosten sollte das Projekt nicht scheitern: Alleine die Privatyacht "Hampshire II" von Jim Ratcliffe wird auf einen Wert von über 100 Millionen Dollar taxiert.

Umfrage

571 Mal abgestimmt
Sehen Sie einen Markt für einen klassischen Geländewagen wie den Grenadier?
Auf jeden Fall, es gibt ja ansonsten nur noch SUV!
Niemals, wer braucht schon einen Offroader?

Fazit

Ein britischer Milliardär will einen robusten Geländewagen im Stil des vergangenen Land Rover Defender bauen. 2021 soll der "Grenadier" getaufte Offroader auf den Markt kommen. Gebaut wird er in Wales, die Motoren kommen von BMW.

SUV Neuvorstellungen & Erlkönige Land Rover Defender (2019) Land Rover Defender Nach 70 Jahren endlich neu ab 49.700 Euro

Alle Infos zum neuen Land Rover Defender (2020).

Land Rover Defender
Artikel 0
Tests 0
Generationen 0
Alles über Land Rover Defender
Mehr zum Thema SUV (Sport Utility Vehicle)
3/2020, Subaru XV e-Boxer
Fahrberichte
Lexani Motorcars Cadillac Escalade 2020
Tuning
Ford Kuga (2020), Fahrbericht
Fahrberichte