Neuausrichtung des AMG SL: Mehr Komfort und eine klare Trennung zum GT

Mögliche Neuausrichtung des AMG SL
Könnte der SL softer werden?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.04.2026
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Mercedes-AMG SL 63 S E Performance
Foto: Mercedes

Mercedes-AMG arbeitet an einer umfassenden Überarbeitung des SL, die im Zuge des Facelifts der aktuellen Generation im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Wie das britische Magazin Autocar unter Berufung auf Insider berichtet, plant die Performance-Marke eine Neuausrichtung des Roadsters. Der offene Zweisitzer soll künftig wieder stärker als komfortorientierter Grand Tourer positioniert werden und sich damit klarer vom technisch eng verwandten AMG GT Coupé absetzen.

Hintergrund dieser strategischen Anpassung ist laut dem Bericht vorrangig "die überwältigend positive Reaktion" auf den im vergangenen Jahr eingeführten Maybach SL. Ein hochrangiger Insider beschreibt gegenüber Autocar, dass "insbesondere die stärker auf Komfort ausgelegte Charakteristik dieser Variante großen Anklang gefunden habe." Daraus leite Mercedes-AMG nun Konsequenzen für die gesamte Baureihe ab. Der aktuelle SL, der 2022 als reines AMG-Modell mit entsprechend sportlicher Ausrichtung eingeführt wurde, dürfte damit wieder näher an seine traditionellen Wurzeln als luxuriöser Reisewagen rücken.

Neue Motoren wegen geänderter Abgasrichtwerte

Neben der veränderten Positionierung stehen vor allem technische Anpassungen im Fokus der Modellpflege. Die geplanten Änderungen sollen deutlich über eine reine Fahrwerksabstimmung hinausgehen und insbesondere die Antriebspalette betreffen. Treiber dafür sind unter anderem die kommenden Euro-7-Emissionsvorschriften, die Anpassungen bei den Motoren erforderlich machen.

Demnach dürfte der bisherige Einstiegsmotor entfallen: Der SL 43 mit seinem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbomotor und 375 PS steht somit vor dem Aus. An seine Stelle soll ein neuer SL 53 treten, der von einer überarbeiteten Version des 3,0-Liter-Reihensechszylinders angetrieben wird, wie er bereits im GLC 53 zum Einsatz kommt. Die Leistung wird mit rund 450 PS angegeben.

Technische Überarbeitung für den V8

Es ist bereits bekannt, dass auch die V8-Modelle im Zuge des Facelifts eine Überarbeitung erhalten. So sollen sowohl der SL 55 als auch der SL 63 von einer Crossplane- auf eine Flatplane-Kurbelwelle umgestellt werden. Diese Technik nutzt Mercedes bereits in neueren Modellen. Hintergrund sei ebenfalls die Einhaltung strengerer Emissionsvorgaben, ohne die Leistungswerte deutlich reduzieren zu müssen. Für den SL 55 werden rund 537 PS erwartet, während der SL 63 auf etwa 650 PS zulegen könnte. An der Spitze der Baureihe dürfte weiterhin der Maybach SL 680 stehen, der den V8 in einer auf etwa 612 PS reduzierten Variante nutzt.

Darüber hinaus sollen alle Modelle künftig mit Mildhybrid-Technik ausgestattet werden, bei der ein Startergenerator mit dem bekannten Neungang-Automatikgetriebe kombiniert wird. Ob der bisherige Plug-in-Hybrid SL 63 E Performance weiterhin Teil des Angebots bleibt, ist hingegen offen.

Geringe Änderungen im Inneren

Auch optisch und im Innenraum sind Anpassungen vorgesehen. So soll der SL unter anderem neue Front- und Heckleuchten mit aktueller Lichtsignatur erhalten. Im Interieur ist die Einführung des neuen Betriebssystems MB.OS geplant, ergänzt durch überarbeitete Anzeigen und ein modifiziertes Lenkrad.

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