REO zielt auf Käufer, denen aktuelle Pick-ups zu groß und zu teuer geworden sind. Das Start-up verspricht einen einfachen Verbrenner-Truck ohne Abo-Fallen, ohne gesperrte Funktionen und mit echten Tasten statt Touch-Overkill.
Der Name: REO und Runabout als Retro-Haken
REO greift tief in die US-Autogeschichte: Ransom Eli Olds gründete nach Oldsmobile 1905 REO, 1915 rollte der REO Speed Wagon als früher Pick-up-Vorläufer an. Jetzt nutzt Gründer Zach De Bernardi die Marke für drei Modelle unter dem Namen Runabout: T4X (Single Cab), T4C (Double Cab) und S4C (SUV).
Die Kern-Ansage: ab 21.500 Dollar
REO nennt als Einstiegspreis 21.500 Dollar (ca. 20.000 Euro). De Bernardi, der sein Geld bisher im Immobilien-Business verdient hat, positioniert den Truck nicht gegen Ram 1500 oder Ranger, sondern gegen "zu teuer": kompakt genug für die Garage, robust genug fürs Arbeiten, simpel genug für lange Haltbarkeit.
Maße und Gewichte
REO legt für den Runabout folgende Zielwerte fest:
- Länge: 4,57 m
- Breite: 1,88 m
- Höhe: 1,88 m
- Anhängelast: ca. 2.041 kg
- Zuladung: ca. 544 kg
- Leergewicht: ca. 1.905 kg
- Tank: ca. 94,6 Liter
- Verbrauch: ca. 9,4 l/100 km
Antrieb: Saug-Vierzylinder, Handschalter, 4x4
REO plant einen frei saugenden Vierzylinder-Benziner ohne Direkteinspritzung und kombiniert ihn wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder Automatik. Dazu setzt REO auf Leiterrahmen, mechanischen Allrad und insgesamt möglichst einfache Technik – alles zielt auf hohe Laufleistung und Reparierbarkeit.

Zusätzlich zum Runabout T4X mit Einzelkabine (Teasterbild oben), möchte REO auch eine T4C genannte Version mit Doppelkabine (Bild) anbieten.
Innenraum: wenig Bildschirm, viel Schalter – und Basis ohne Schnickschnack
REO will die Basis bewusst karg halten und nennt als Möglichkeit: ohne Radio, ohne "fertige" Türverkleidungen. Ein kleiner Bildschirm soll Diagnosen und CarPlay abdecken, den Rest sollen Hebel, Kippschalter und analoge Instrumente übernehmen. Das erinnert sehr an den Slate Pick-up, der allerdings rein elektrisch angetrieben ist ab 25.000 Dollar kostet.

Und auch ein Runabout S4C genanntes SUV möchte REO auf den Markt bringen. Bei Konstruktion und Qualität möchten sich die REO-Verantwortlichen an Toyota orientieren.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal: Teile-Katalog + Community-Verkauf
REO koppelt das Truck-Projekt an eine "Direct Parts + OEM-Sponsored Community"-Idee:
- REO verspricht einen öffentlichen Teilekatalog mit 20 Jahren Verfügbarkeit.
- Das Unternehmen will Teile direkt verkaufen und Preise transparent machen.
- Externe Anbieter sollen Komponenten entwickeln dürfen; REO will sie prüfen, freigeben und anschließend über die eigene Plattform listen.
Was sind CAFE-Strafzahlungen?Die Abkürzung CAFE steht für Corporate Average Fuel Economy und bezeichnet gesetzliche Flottenverbrauchswerte für Autohersteller. Überschreitet der durchschnittliche CO₂-Ausstoß oder Kraftstoffverbrauch aller verkauften Neuwagen eines Konzerns das staatliche Limit, drohen im Normalfall massive Strafzahlungen. Während die EU an ihren strengen Klimazielen und Strafen festhält, wurden die Bußgelder in den USA durch den One Big Beautiful Bill Act rückwirkend ab dem Modelljahr 2022 auf 0,00 Dollar herabgesetzt und damit faktisch ausgesetzt.
Politik als Rückenwind: CAFE als Auslöser der Kalkulation
De Bernardi verknüpft das Projekt direkt mit dem Wegfall von CAFE-Strafzahlungen Ende 2025 und leitet daraus wirtschaftliche Spielräume für einen günstigen Verbrenner ab. REO plant bislang keine Gespräche mit der Bundesregierung, rechnet aber mit Unterstützung und Orientierung – und sieht Texas als Standortvorteil.
Was offen bleibt – und woran sich REO messen lassen muss
REO nennt weder den konkreten Motorlieferanten noch Leistungsdaten, Sicherheits-Ausstattung, Lieferkettenpartner oder den realen SOP-Termin (Start of Production). Genau diese Punkte entscheiden am Ende, ob 21.500 Dollar (ca. 20.000 Euro) als Basispreis stehenbleiben oder in Richtung "Maverick-Realität" rutschen. 2022 kostete der Ford Maverick ab 20.000 Dollar, heute geht es bei etwa 26.000 US-Dollar (24.180 Euro) los – und viele Käufer zahlen in der Praxis eher um 30.000 US-Dollar (27.900 Euro, Preis je nach Ausstattung und Verfügbarkeit).












