SPERRFRIST 17.11.21 5.30 Uhr / Porsche 718 Cayman GT4 RS Neuvorstellung Rossen Gargolov / Patrick Lang
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Neuer Porsche 718 Cayman GT4 RS 2021

Neuer Porsche 718 Cayman GT4 RS (2021) RS-Kur gegen automobile Langeweile

Porsche verschreibt dem 718 Cayman GT4 die RS-Kur. Risiken und Nebenwirkungen? Mehr Leistung, mehr Abtrieb, weniger Gewicht. Na dann auf gute Gesundheit.

Lachen sei die beste Medizin, glaubt der Volksmund zu wissen. Schwachsinn. Die beste Medizin hat 500 PS und schießt dich in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. Das zumindest würden sie wohl in Weissach sagen. "Der Cayman GT4 RS ist das Gegengift gegen die aktuell grassierende automobile Langeweile", stellt Andreas Preuninger fest. In dieser Geschichte so etwas wie Arzt und Apotheker in Personalunion; im echten Leben für die GT-Modelle von Porsche verantwortlich. Zugegeben: Bislang kennen wir die Daten des neuen RS nur auf dem Papier. Doch mit Blick auf den Beipackzettel ist durchaus eine berauschende Wirkung zu erwarten.

Der Antrieb

Der Cayman GT4 RS erhält eine Herztransplantation; Spender ist der 911 GT3. Der Vierliter-Sechszylinder-Boxer leistet im Cayman 500 PS und 450 Newtonmeter maximales Drehmoment. Dass er 10 PS unter dem Elfer bleibt, hat mit Stallregie nichts zu tun. Nachdem das Aggregat vom Heck ins Mittelmotor-Layout wechselt, ist eine Anpassung der Abgasführung notwendig. Genau hier geht ein wenig Leistung verloren, dennoch muss jedes PS nur 2,83 Kilo bewegen (vgl. 911 GT3: 2,81 kg/PS). Das DIN-Gewicht des GT4 RS gibt Porsche mit 1.415 Kilo an. Dank Sport-PDK katapultiert der Top-Cayman seine Kilos in 3,4 Sekunden über die 100-km/h-Marke und weiter bis 315 km/h. Einen Handschalter gibt es, RS-typisch, nicht. Der Durchschnittsverbrauch liegt nach WLTP bei 13,2 Litern, die CO₂-Emissionen bei 299 Gramm pro Kilometer.

Auch wenn der Cayman GT4 RS nicht ausdrücklich für die Rennstrecke, sondern ziemlich ausdrücklich für die sportliche Wochenend-Ausfahrt auf kurvigen Landstraßen gebaut wurde, bleibt er die Nordschleifen-Referenzzeit zur Einordnung freilich nicht schuldig. In 07:09,300 Minuten flügelt der RS um den 20,8 Kilometer langen Kurs und lässt seinen kleinen Bruder GT4 damit fast 24 Sekunden hinter sich. Nur der 911 GT3 ist zehn Sekunden schneller. Macht aber nix, denn laut Preuninger steht das RS am Cayman eher für Renn-Spaß als für Renn-Sport. Vor diesem Hintergrund ist auch die Positionierung der Frischluft-Ansaugung zu sehen. Die sitzt nämlich dort, wo andere Caymans kleine Seitenscheiben haben – direkt 30 Zentimeter neben den Ohren von Fahrer und Beifahrer. "Wir haben noch nie ein Auto gebaut, das dich so anschreit", beschreibt der GT-Teamchef die dramatische Akustik. Natürlich geht das zulasten der Alltagstauglichkeit, doch der 718 Cayman GT4 RS ist auch nicht für Langstrecken oder Pendler-Verkehr gemacht. Wo sich dieser Bolide bewegt, hört man den freisaugenden Boxer gerne die Ballade von 9.000 Umdrehungen schmettern.

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Rossen Gargolov
Wo andere Cayman-Modelle eine Seitenscheibe haben, saugt der GT4 RS Frischluft in die Brennkammern. Unweit der Fahrer-Ohren.

Aerodynamik und Fahrwerk

Der feststehende Schwanenhals-Heckflügel springt sofort ins Auge. Abgeleitet wurde er vom GT-Rennwagen 911 RSR. Der Spoiler ist aber nicht allein für die aerodynamische Effizienz zuständig. Diese Aufgabe teilt er sich mit einer optimierten Unterbodenverkleidung, einem einstellbaren Frontdiffusor, einer neuen Buglippe mit Sideblades und einem Heckdiffusor. Zudem duckt sich die Karosserie verglichen mit dem zivilen Serienmodell 30 Millimeter auf den Asphalt. Bringt mal alle Aero-Teile in die Performance-Stellung, erlischt die Betriebserlaubnis auf öffentlichen Straßen – dafür gibt es bis zu 25 Prozent mehr Abtrieb als beim 718 Cayman GT4. Bei einem gleichbleibenden cW-Wert von 0,32.

Für eine extra straffe Bindung zwischen Karosserie und Fahrwerk sorgen Kugelgelenke. Das Fahrwerk selbst ist einstellbar; Dämpfer, Federn und Stabilisatoren erhalten die RS-spezifische Abstimmung. Statt einer elektronischen kommt außerdem eine mechanische Sperre zum Einsatz. Optional lässt sich der GT4 RS mit einem Noselift-System ausstatten, das die Front um bis zu vier Zentimeter anhebt.

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Rossen Gargolov
Der Schwanenhals-Flügel wurde von Cup-Rennwagen 911 RSR abgeleitet.

Ausstattung

Erstmals ist für ein Fahrzeug der 718-Baureihe das beliebte Weissach-Paket erhältlich. Der Preis dieser Sonderausstattung liegt für gewöhnlich bei knapp unter 20.000 Euro. Dafür gibt es eine Extra-Dosis Sichtkarbon (Lufteinlassblenden, Fronthaube, Heckflügel, Spiegelkappen), Endrohre und Käfig aus Titan, Racetex-Interieur und die Option auf 20-Zöller aus Magnesium. Letztere lassen sich beim Cayman GT4 RS auch mit R-Spec-Reifen beziehen und sind als kompletter Satz rund 10 kg leichter als die geschmiedeten Alu-Räder. Performance-Sitze sind serienmäßig an Bord und auch die klare Empfehlung des Herstellers. Wer es trotzdem komfortabler mag, kann das Gestühl kostenlos gegen Sportsitze austauschen lassen. Pro Sitz sind das dann allerdings 16 Kilo Mehrgewicht. Apropos Gewicht: Leichtbaumaßnahmen wie eine Reduktion des Dämmmaterials, der Einsatz von dünnerem Glas und kohlefaserverstärkten Kunststoffen, sowie Schlaufen statt Türgriffen sind serienmäßig.

Wer seine Verbundenheit zum Auto ständig mit sich herumtragen möchte, kann bei Porsche Design die passende Armbanduhr zubuchen. Der Chronograph zum Cayman GT4 RS ist natürlich den Käufern des Fahrzeugs vorbehalten und analog zur individuellen Konfiguration in den verschiedenen Farben der Porsche-Palette erhältlich. Nettes Detail: Der Aufzugsrotor ist den Rädern des Cayman nachempfunden.

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Rossen Gargolov
Das Racetex-Interieur gehört zum Weissach-Paket, die Performance-Sitze sind Serie.

Preis und Marktstart

Seine offizielle Premiere feiert der Porsche 718 Cayman GT4 RS auf der Los Angeles Auto Show 2021 und ist ab sofort bestellbar. Dringende Eile ist dabei allerdings nicht geboten, denn die Mittelmotor-Speerspitze ist kein limitiertes Modell. Den Grundpreis gibt Porsche mit 141.338 Euro an. Zum Vergleich: Der Cayman GT4 kostet rund 100.000 Euro, der 911 GT3 rund 175.000 Euro. Die ersten Auslieferungen sind noch für Dezember 2021 geplant. Wenn Ihnen das Auto gefällt, Sie aber mehr Rennstrecken- als Landstraßenkilometer machen wollen, dann sei Ihnen übrigens die zeitgleich vorgestellte Clubsport-Variante des Top-Cayman für 196.000 Euro (zuzüglich Steuern) empfohlen.

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Fazit

Der Markt hat verlangt und Porsche hat geliefert. Im Cayman GT4 RS vereinen Preuninger und sein Team alles, was Sportwagen-Fans lieben: Leichtbau, Leistung, Lebensfreude. Mancher mag vielleicht die Handschaltung vermissen, doch das sind Klagen auf hohem Niveau. Mit diesem Auto feiern sie in Weissach nochmal ungeniert den Verbrenner – und die Party ist gelungen. 

Porsche 718
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