Volkswagen erweitert sein China-Programm um eine weitere Baureihe der Unyx-Familie. Nach dem bereits vorgestellten SUV ID. Unyx 08 folgt nun der ID. Unyx 09, eine große elektrische Limousine im Format der Oberklasse. Das Modell wird offiziell noch als seriennahe Studie geführt, dürfte der späteren Serienversion jedoch bereits sehr nahekommen. Entwickelt wurde das Fahrzeug im Werk Volkswagen Anhui, einem Gemeinschaftsunternehmen, mit dem der Konzern seine China-Strategie stärker auf lokale Entwicklung und Produktion ausrichtet.
Komplett Made in China
Der ID. Unyx 09 ist dabei ausdrücklich kein klassisches Wolfsburger Alleinprojekt. Wie schon beim ID. Unyx 08 stammt ein wesentlicher Teil der technischen Basis aus der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Xpeng. Bereits der SUV nutzt nach bisherigen Angaben Technik in Anlehnung an den Xpeng G9, inklusive elektronischer Architektur und Xpeng-eigener Turing-AI-Chips für rechenintensive Assistenz- und KI-Funktionen. Auch beim neuen 09 deutet alles darauf hin, dass Volkswagen Anhui erneut auf diese gemeinsame Plattform- und Softwarestrategie setzt. Der Konzern spricht von modernsten intelligenten Technologien, Hochleistungsrechnern und einem intuitiven KI-Assistenten.
Mit einer Länge von mehr als fünf Metern (genaues verrät VW noch nicht) positioniert sich der ID. Unyx 09 im Flaggschiff-Format. Optisch orientiert sich der Neuling an der bereits von 07 und 08 bekannten Unyx-Designsprache, interpretiert diese aber eleganter als das SUV-Pendant. Die Front trägt zweigeteilte Scheinwerfer. Ganz oben sitzen zwei schmale Tagfahrlichtstreifen, die relativ eng zueinander angeordnet sind. Die eigentlichen Hauptscheinwerfer wandern tiefer in den Stoßfänger. Dazu kommen beleuchtete Markenlogos sowie schmale Rückleuchten am Heck. Schwarze Dekorelemente ziehen sich von den vorderen Kotflügeln in die Türen und strecken die Seitenansicht zusätzlich.
Technik aus dem Unyx 08
Weitere Merkmale sind bündig versenkbare Türgriffe, kräftig modellierte Radhäuser und eine stark abfallende Dachlinie. Das ergibt eine coupéhafte Silhouette. Ein spezielles Merkmal ist ein Face-ID-Sensor in der B-Säule. Damit kann das Auto per Gesichtserkennung seinen Nutzer identifizieren und personalisierte Fahrzeugfunktionen freischalten, etwa Sitz-, Klima- oder Infotainment-Einstellungen.
Zum Innenraum des ID. Unyx 09 nennt Volkswagen bislang keine Details. Der Blick auf den technisch eng verwandten ID. Unyx 08 liefert jedoch Hinweise. Dort setzt Volkswagen Anhui auf ein stark digitalisiertes Cockpit mit 10,25-Zoll-Instrumentendisplay sowie zwei rund 15 Zoll großen Bildschirmen in der Mittelkonsole und vor dem Beifahrer. Ergänzt wird das System durch wenige physische Tasten, klimatisierte Sitze, Massagefunktionen und umfangreiche Komfortausstattung. Es liegt nahe, dass die Limousine ein ähnlich bildschirmorientiertes Bedienkonzept erhält.
Bis zu 503 PS und Allrad
Auch bei Antrieb und Energiespeicher nennt Volkswagen noch keine offiziellen Werte. Erwartet werden jedoch dieselben Konfigurationen wie beim ID. Unyx 08. Dort kommen LFP-Batterien von CATL mit 82,4 oder 95 kWh zum Einsatz. Angeboten werden eine heckgetriebene Version mit 230 kW Leistung sowie eine Allradvariante mit zusätzlichem Frontmotor und zusammen bis zu 370 kW. Das entspricht rund 503 PS. Im SUV sind je nach Variante Reichweiten von 630 bis 730 Kilometern nach chinesischem CLTC-Zyklus genannt. Für kurze Ladezeiten sorgt dort eine 800-Volt-Architektur, die auch für den ID. Unyx 09 als wahrscheinlich gilt.
Bei den Fahrerassistenzsystemen kündigt Volkswagen für die Limousine ein erweitertes Level-2-System an. Genannt wird Navigate On Autopilot, kurz NOA. Die Funktion soll sowohl im Stadtverkehr als auch auf Autobahnen unterstützen. Damit reicht das System über klassische Spurhalte- und Abstandsregelung hinaus und umfasst automatisierte Navigations- und Fahrmanöver.
Weitere Infos, Innenraumdetails und einen zeitlichen Fahrplan will der Konzern bei der Pressekonferenz auf der Messe Auto China am 24. April verkünden.












