Keine 5.000 Kilometer hat der Porsche 959 Sport auf dem Tacho, den RM Sotheby's Mitte August bei einer Auktion der Monterey Car Week versteigert. Laut Auktionskatalog sind es 4.788 Kilometer. Für Sammler interessant, für die Technik keine gute Nachricht: Denn das komplexe 80er-Jahre-Supercar bekommt teure Standschäden, wenn es nicht bewegt wird. Mindestens 100 Kilometer im Monat empfehlen die Experten von Porsche Classic.
Porsche-Classic-Rechnung über 115.000 Euro
Dort war der zum Verkauf stehende 959 S zuletzt von 2017 bis 2021: Der ehemalige Formel-1-Fahrer Nick Heidfeld hatte das Traumauto seiner Kindheit zur Revision abgegeben. Die dauerte 4,5 Jahre und kostete knapp 115.000 Euro. Vor der Revision standen 4.183 Kilometer auf dem Tacho des grandprixweißen Sportwagens. Während der Arbeiten, die im Dezember 2021 abgeschossen waren, stand unter anderem eine Restaurierung der Motronic-Motorsteuerung an. Motor, Getriebe, Fahrwerk, Bremsen und Elektrik wurden überholt; die Liste der ersetzten Teile umfasst über zwei Dutzend eng beschriebene DIN-A4-Seiten.
Heidfeld verkaufte den Porsche 2022 weiter. Der aktuelle Besitzer ist erst der Dritte, und er ist mit dem 959 offenbar nicht viel gefahren; rund 500 Kilometer sind seit dem Abschluss der Arbeiten in der Werkstatt von Porsche Classic zusammengekommen.
Nick Heidfeld war der Zweitbesitzer des 959
Bestellt hatte das Auto mit der Chassisnummer 5013 ein Kunde im US-Bundesstaat Ohio. Da der 959 in den USA keine Zulassung bekommt, wechselte das Auto noch vor der Auslieferung den Besitzer und kam ein Jahr nach der Fertigstellung im September 1989 in die Sammlung eines südkoreanischen Geschäftsmannes, der einige weitere 959 besaß. Zweitbesitzer wurde dann 2007 Nick Heidfeld. Die Besonderheit an diesem Auto: Es hat einen zweiten Außenspiegel und eine Klimaanlage. Beides war bei der Sport-Version nicht serienmäßig.
Das sind die teuersten Porsche 959
Die Verkaufspreise für Porsche 959 in gutem Zustand liegen normalerweise bei rund zwei Millionen Euro. Dabei handelt es sich um die weitaus häufiger gebaute Komfort-Version. Der Sport mit 515 statt 450 PS, Überrollbügel, Vierpunkt-Sicherheitsgurten kostet deutlich mehr; die 220 Kilo leichtere Version wurde nur 29-mal gebaut. Elf davon sind grandprixweiß lackiert, der Rest Indischrot. Andere Farben gab es beim S nicht zu wählen.
Anfang 2026 hatte Broad Arrow während der Amelia-Island-Auktionen einen Porsche 959 Sport für 5,5 Millionen US-Dollar versteigert. Noch teurer war ein Porsche 959 Paris-Dakar, der 2018 bei einer Auktion von RM Sotheby's 5,9 Millionen US-Dollar einbrachte.












