Chevrolet Corvette Grand Sport: Warum dieses Auto "Snake Eater" heißt

Chevrolet Corvette Grand Sport von 1963
Diese Corvette könnte 13 Millionen Dollar kosten

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.07.2026
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Die Chevrolet Corvette Grand Sport mit der Chassis-Nummer 003 ist eines von nur fünf gebauten Exemplaren, das Corvette-Chefingenieur Zora Arkus-Duntov insgeheim entwickelt hat, um die Shelby Cobra im Rennsport zu schlagen. Der Schätzpreis liegt zwischen 11 und 13 Millionen US-Dollar (ca. 9,5 bis 11,5 Millionen Euro). Es könnte die teuerste Corvette der Welt werden.

Die Entwicklung des Grand Sport war eine direkte Reaktion auf die Dominanz des leichteren und stärkeren Shelby Cobra. Trotz eines offiziellen Rennsportverbots bei General Motors (GM) trieb Arkus-Duntov das Projekt mit stillschweigender Unterstützung des Chevrolet-Generaldirektors S.E. "Bunkie" Knudsen voran. Als GM-Vorsitzender Frederic Donner von den Prototypen erfuhr, ordnete er die sofortige Einstellung des Programms an. Arkus-Duntov sorgte jedoch dafür, dass ausgewählte Privatteams die fünf fertiggestellten Chassis bekamen, um ihr Potenzial im Wettbewerb zu beweisen. Und das taten sie.

So machte Arkus-Duntov aus der Corvette ein Rennauto

Die Grand Sport hatte mit dem Serienauto wenig zu tun; sie war ein getarnter Rennsport-Prototyp. Den Serienrahmen ersetzte eine Rohrrahmenkonstruktion aus nahtlosem, dünnwandigem Stahl. Die Karosserie bestand aus ultraleichtem, handgefertigtem Fiberglas. Der konsequente Einsatz von Aluminium und Magnesium bei zahlreichen Bauteilen – vom Differentialgehäuse bis zu den Scharnieren – reduzierte das Gewicht drastisch.

Das Ergebnis war ein Fahrzeuggewicht von rund 862 Kilogramm, eine deutliche Reduktion im Vergleich zu den etwa 1.451 Kilogramm eines Serienmodells von 1963. In Kombination mit einem leistungsstarken V8-Motor, ein verbessertes Fahrwerk und Girling-Scheibenbremsen schuf Arkus-Duntov ein Fahrzeug, das dem Shelby Cobra ebenbürtig war.

Warum die Grand Sport "Snake Eater" heißt

Die Wettbewerbskarriere von Chassis 003 begann 1963 in der SCCA C-Modified-Klasse mit dem Rennfahrer und Händler Dick Doane am Steuer. In dieser frühen Phase hatte die Corvette einen zuverlässigen 327-Kubikzoll-V8-Motor (5,36 Liter Hubraum) mit Gusseisenblock, um Daten zu sammeln. Doane erzielte mehrere Klassensiege und führte beim prestigeträchtigen "Road America 500" für 93 Runden das Gesamtfeld an, bevor er mit einem Motorschaden ausfiel.

Der entscheidende Moment für das Grand-Sport-Programm kam im Dezember 1963 bei der Bahamas Speed Week. Für dieses Event rüstete Chevrolet die Chassis 003, 004 und 005 mit komplett neuen 377-Kubikzoll-Vollaluminium-V8-Motoren mit vier Weber-Vergasern auf (377 cubic inch entsprechen 6,18 Liter Hubraum). Trotz anfänglicher Überhitzungsprobleme am Differential, die das Team über Nacht mit einem externen Kühler löste, dominierten die Corvettes die Shelby Cobras. Die Grand Sports waren auf den Geraden überlegen und etablierten sich als ernsthafte Konkurrenten, was ihnen den Spitznamen "Snake Eaters" (Schlangenfresser) einbrachte.

In den folgenden Jahren wurde das Fahrzeug von prominenten Fahrern wie A.J. Foyt, Jim Hall und John Cannon bei bedeutenden Rennen wie den 12 Stunden von Sebring eingesetzt. Bei seinem ersten Sebring-Einsatz 1964 fuhr A.J. Foyt in der ersten Runde von Startplatz 62 durch das Feld an rund 50 Konkurrenten vorbei. Delmo Johnson, der den Wagen später vorbereitete und fuhr, fasste dessen Leistung zusammen: "Brachiale Pferdestärken. Es war wie ein Dragster – das einzige Auto, das ich je gefahren bin, das in allen vier Gängen die Vorderräder vom Boden hob."

Das leistet der Grand-Sport-V8

Nach seiner aktiven Rennkarriere ging Chassis 003 durch die Hände mehrerer Sammler, die den historischen Wert des Fahrzeugs erkannten. Im Gegensatz zu vielen Rennwagen dieser Ära entging das Fahrzeug schweren Unfällen, was dazu führte, dass sein originaler Rohrrahmen und die leichte Fiberglaskarosserie erhalten blieben.

Der jetzige Besitzer erwarb das Fahrzeug 2003 und ließ es während einer umfassenden Restaurierung in die Spezifikation des 12-Stunden-Rennens von Sebring 1964 versetzen. Die Arbeiten, die über 4.000 Arbeitsstunden und eine Investition von fast einer Million US-Dollar erforderten, führte Terry Scarborough Racing in Kalifornien aus. Der heutige Motor ist ein nach originalen Spezifikationen neu aufgebauter 377-cubic-inch-V8 (6,18 Liter Hubraum) aus Aluminium mit vier Weber-58-DCOE-Vergasern. Die Leistung liegt bei geschätzten 600 PS, das Drehmoment bei 813 Newtonmeter. Die Dokumentation des Fahrzeugs umfasst eine lückenlose Besitzgeschichte, historische Fotos und Restaurierungsbelege.

Fazit