Jobs, Weihnachtsgeld, Tarif-Lohn, Homeoffice: Große Sparrunde bei Porsche

Jobs, Weihnachtsgeld, Tarif-Lohn, Homeoffice
Große Sparrunde bei Porsche

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.07.2026
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Foto: Porsche / Roman Studio via Getty Images, Montage: Wittich

Nach Unternehmensangaben soll der Stellenabbau vor allem über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit, freiwillige Aufhebungsverträge und demografische Effekte erfolgen.

Bereits zuvor hatte Porsche den Abbau von 3.900 Stellen beschlossen. Damit summieren sich die bisher bekannten Maßnahmen auf 8.900 Arbeitsplätze. Hinzu kommen nach Angaben aus der Betriebsversammlung rund 500 weitere Stellen bei Tochterunternehmen. Im Gegenzug verlängert Porsche die Beschäftigungs- und Standortsicherung für das Stammwerk in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum Weissach bis Ende 2035. Betriebsbedingte Kündigungen sind für diesen Zeitraum ausgeschlossen.

Beschäftigte leisten einen finanziellen Beitrag

Die verlängerte Beschäftigungsgarantie ist mit deutlichen Zugeständnissen der Belegschaft verbunden. Bis Ende 2035 werden insgesamt 3,5 Prozentpunkte aus der aktuellen und künftigen Tarifentwicklung einbehalten. Beschäftigte erhalten vereinbarte Tariferhöhungen damit künftig nicht mehr vollständig.

Auch beim Weihnachtsgeld gibt es Einschnitte. Der freiwillige betriebliche Anteil sinkt bis 2035 von 45 auf fünf Prozent. Dadurch reduziert sich das Weihnachtsgeld von bisher bis zu einem Monatsgehalt auf künftig maximal 60 Prozent eines Monatsentgelts. Zudem wird die freiwillige Sonderzahlung künftig stärker an den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Für das obere und Top-Management sind in den Jahren 2027 und 2028 ebenfalls Einsparungen vorgesehen. Die Führungskräfte verzichten in diesem Zeitraum auf Gehaltserhöhungen.

Weniger Homeoffice und einmalige Ausgleichszahlung

Auch beim mobilen Arbeiten gibt es Änderungen. Künftig sind maximal acht statt bisher zwölf Homeoffice-Tage pro Monat möglich. Darüber hinaus sieht das Maßnahmenpaket unter anderem Anpassungen bei Taktzeiten in der Produktion sowie den Regelungen zu Erholungspausen vor.

Als Ausgleich erhalten Tarifbeschäftigte im August 2026 eine einmalige Transformationsprämie von 1.500 Euro. IG-Metall-Mitglieder bekommen nach Unternehmensangaben 1.911 Euro. Zusätzlich führt Porsche einen IG-Metall-Bonus mit einem zusätzlichen freien Tag pro Jahr sowie einem jährlichen Wertgutschein über 200 Euro ein.

2,1 Milliarden Euro fließen in die deutschen Standorte

Parallel zu den Sparmaßnahmen investiert Porsche bis Ende 2035 nach eigenen Angaben insgesamt 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach. Dort sollen unter anderem die Produktion der zweitürigen Sportwagen sowie die Entwicklung sämtlicher Modellreihen langfristig gesichert werden.

Das Maßnahmenpaket bildet zugleich die Grundlage für die neue Unternehmensstrategie "Sportwagenschmiede 35", die Porsche im Oktober näher vorstellen will.

Absatzrückgang und Gewinneinbruch erhöhen den Druck

Hintergrund des Sparkurses ist die verschlechterte wirtschaftliche Lage des Sportwagenherstellers. Porsche leidet vor allem unter der schwachen Nachfrage in China, höheren US-Zöllen und hohen Investitionen in die Elektromobilität. Gleichzeitig ist der Absatz deutlich zurückgegangen. Vor drei Jahren verkaufte das Unternehmen noch rund 320.000 Fahrzeuge, für 2026 rechnet Porsche nur noch mit etwa 250.000 Auslieferungen.

Die Belegschaft war dagegen seit 2015 um rund 75 Prozent auf zuletzt mehr als 42.000 Beschäftigte gewachsen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Porsche einen operativen Gewinn von 1,35 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag bei 7,8 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau der vergangenen Jahre.

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