08/2020, 1967 Ford Mustang Fastback Restomod Ringbrothers MS Classic Cars LLC / Bring a Trailer
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1967 Ford Mustang Fastback: Ringbrothers-Werk für 265.000 Dollar

1967 Ford Mustang Fastback Restomod Frühes Ringbrothers-Werk bringt 265.000 Dollar

Dieses Fastback-Modell mag wie ein klassischer Ford Mustang aussehen, ist in Wahrheit aber ein Neuwagen. Er stammt aus den Händen berühmter Tuning-Künstler.

150 Meilen: Nur mit der geringen Laufleistung ist nicht zu erklären, warum dieser 1967er Ford Mustang Fastback für satte 265.000 Dollar (aktuell etwa 224.600 Euro) bei der US-Auto-Auktions-Plattform "Bring a Trailer" den Besitzer gewechselt hat. Nur am Modell kann es auch nicht liegen: Für gute klassische Mustangs wird zwar gutes Geld gezahlt; aber ganz so enorm sind die Summen selbst dann nicht, wenn es sich um ein perfekt restauriertes beziehungsweise modernisiertes Exemplar handelt.

Ringbrothers-Umbau mit Roush-V8

Nein, bei der Preisfindung spielte sicher die Hauptrolle, wer die Restomod durchgeführt hat. Nämlich niemand Geringeres als die Brüder Jim und Mike Ring, besser bekannt als Ringbrothers. Die Brüder aus dem US-Bundesstaat Wisconsin sind längst in die Riege der Kult-Tuner emporgestiegen, sorgen Jahr für Jahr für Highlights auf der Tuning-Messe SEMA und zählen illustre Namen wie Jay Leno zu ihren Kunden.

2007 waren die Gebrüder Ring freilich noch etwas unbekannter, weshalb dieser Ford Mustang erst jetzt die Aufmerksamkeit erhält, die er schon viel früher verdient hätte. Es handelt sich um einen 1967er Fastback, der das komplette Ringbrothers-Programm durchlaufen hat. Beispiel Motor: Der 427ci-V8, demnach ein Siebenliter-Hubraum-Monster, stammt aus dem Hause Roush Performance, das hier einen Eisenblock mit Aluminium-Zylinderköpfen und einem elektronischen Einspritzsystem kombiniert. Der Achtzylinder leistet 568 PS und liefert ein Drehmoment-Maximum von 732 Newtonmetern. Nicht umsonst ist ein 200 mph- (322 km/h-) Tacho installiert.

Komplettumbau für Fahrwerk und Chassis

Um den Temperaturhaushalt kümmert sich ein speziell angefertigter Kühler samt Lüfter. Die keramikbeschichteten Auspuffkrümmer stammen aus dem Hause Magnaflow. Die recht durchlässige Abgasanlage ist mit einem Hitzeschild ummantelt, arbeitet mit Spin-Tech-Schalldämpfern und endet seitlich hinter den Hinterrädern. Ein manuelles Fünfgang-Getriebe von Tremec leitet die Kraft Richtung Hinterachse, wo sie von einem Sperrdifferenzial zwischen den beiden Rädern neu portioniert wird.

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An Fahrwerk und Chassis des "Copperback"-Mustangs ist fast nichts mehr so, wie es früher einmal war.

Auch das Mustang-Fahrwerk hat einen Komplettumbau über sich ergehen lassen. Nicht nur, dass es gegen ein Ridetech-Gewindefahrwerk ausgetauscht wurde. Die Lenkung zeigt sich frisch justiert, hinten kommt nun eine Vierlenker-Aufhängung zum Einsatz und neue Verbindungen zum Hilfsrahmen sind ebenso unter die Karosserie gezogen wie moderne Stützen, Verkleidungen, Aluminium-Bodenbleche und Schläuche. Fahrdynamisch hilfreich sind ferner die dreiteiligen 19-Zoll-Felgen mit Michelin-Pilot-Sport-Reifen der Dimension 255/30 respektive 305/30. Die Baer 6S Monoblock-Bremssättel mit Keramik-Bremsbelägen verbeißen sich in 15 sowie 14 Zoll große Scheiben.

Kupfer-Orange-Lackierung als Highlight

Als die Ringbrothers das Projekt seinerzeit angingen, wurde der 1967er Ford Mustang Fastback zuerst zerlegt und gestrahlt. Daraufhin haben Jim und Mike Ring die Karosserie weitgehend gecleaned: Türgriffe sieht man ebensowenig wie seitliche Luftauslässe, die Stoßstangen sind nun deutlich kompakter als zuvor. Dafür weist die Mustang-Karosserie nun neue Lufteinlässe hinter den B-Säulen, Schwellerverkleidungen und eine Frontspoilerlippe auf.

Das namensgebende Highlight des Autos – der Mustang trägt die Zusatzbezeichnung "Copperback" – ist aber die Lackierung: Der Ton "Copper Burnt Orange Metallic" stammt aus dem Hause Glasurit und wirkt dank der kontrastreichen Akzente besonders intensiv. Zu diesen zählen die dunkelgrauen Kohlefaserteile (Motorhaube, Heckleuchten-Verkleidung) ebenso wie die getönten Scheiben und die Aluminiumakzente auf der Motorhaube und in dem Bereich, in dem früher die hinteren Seitenscheiben saßen.

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Die auffällige Farbe "Copper Burnt Orange Metallic" hat der Spezialist Glasurit angerührt.

Aluminium, Leder und Karbon im Innenraum

Maschinell angefertigte Aluminiumteile gehören zu den Spezialitäten der Ringbrothers. Deshalb sind diese auch im Interieur des 1967er Ford Mustang zuhauf zu finden. Exemplarisch seien der Schalthebel mit Glasknauf sowie die Ablagen und Leisten an Türen und Armaturenbrett genannt. Das gesamte Cockpit ist mit schwarzbraunem Leder bezogen, während auch der Dachhimmel, die Säulen und die Sonnenblenden neu ummantelt wurden. Über ein Sportlenkrad und Pedalerie von Momo sowie Vierpunktgurte von Schroth, die hinten an zwei Überrollbügeln aufgehängt sind, nehmen die beiden Insassen Kontakt zum Restomod-Mustang auf.

Das nun sitzlose Heck ließen die Ringbrothers mit schwarzem Leder und neuen Teppichen auskleiden; Letztere sind auch im Kofferraum ausgelegt. Einen eher klassischen Look zaubern die Rundinstrumente ins Cockpit, während der Motor-Startknopf, die Kippschalter aus dem Ford GT oder die elektrischen Fensterheber moderne Akzente setzen. Gleiches gilt für die Karbon-Einstiegsleisten mit "Copperback"-Schriftzug. Den passenden Sound liefern ein Kenwood-Touchscreen-Infotainment und eine Soundanlage von Rockford Fosgate.

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Fazit

Dass der neue Besitzer – allein schon wegen der Optik und des herrlichen V8-Sounds – viel Spaß mit diesem Restomod-Mustang haben dürfte, lässt das vom Verkäufer produzierte Video vermuten. Auch qualitativ scheint der 1967er Fastback vorne dabei zu sein: Die Ringbrothers haben sich seiner mehrfach angenommen und eine umfassende Inspektion wurde erst im Frühjahr 2020 durchgeführt. Die investierten 265.000 Dollar könnten also gut angelegt sein.

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