Audi Sport Quattro (1986) M. Maez/Gooding & Company

Audi Sport Quattro Amelia Island Auktion

Kurzer Quattro für über eine halbe Million

Der Audi Sport Quattro war einst das teuerste deutsche Auto. Gooding & Co. versteigert einen am 6. März in Amelia Island für mindestens eine halbe Million Euro.

Auf 550.000 bis 700.000 US-Dollar (505.000 bis 643.700 Euro) schätzt Gooding & Company den Wert eines Audi Sport Quattro, der am 5. März während der Auktion in Amelia Island versteigert wird. Der „Kurze“ war 1986 als Neuwagen in eine Sammlung gekommen. Seither hat der Quattro zwei Mal den Besitzer gewechselt und weniger 35.000 Meilen (56.000 Kilometer) zurückgelegt.

100.000 US-Dollar investiert

Audi Sport Quattro (1986)
M. Maez/Gooding & Company
In den Sport Quattro wurden über 100.000 US-Dollar investiert.

Dennoch wurde er in 13 Monaten auf Concours-Standard restauriert, erklärt das kalifornische Auktionshaus in der Beschreibung. Das Auto war 2012 bei einem Concours in Carmel-by-the-sea zu sehen. Der 1985 gebaute Quattro ist einer von zehn, die Porsche + Audi Nordamerika 1986 in die USA importiert haben, um die Teilnahme am Pikes Peak Bergrennen zu bewerben. Der aktuelle Besitzer hat in das Auto über 100.000 US-Dollar investiert und ist es bisher weniger als 1.000 Meilen gefahren.

Technologieträger für 200.000 Mark

Mit einem Neupreis von 195.000 Mark – ab 1985 sogar 203.850 Mark – gehörte der kurze Quattro zu den teuersten Autos seiner Zeit. Für den Gegenwert eines Sport Quattro gab es zwei Porsche 911 Turbo.

Für das Geld bekam man mit dem Audi Sport Quattro allerdings auch wirklich exklusive Technik: Der Sport Quattro mit einem Radstand von 2.225 mm war vollgepackt mit Technik: Angetrieben wird der 4.164 mm kurze Quattro von einem 2,1-Liter-Reihenfünfzylinder, der dank Turboaufladung und 4-Ventiltechnik stramme 306 PS leistet. Ein KKK-K27-Lader setzt das Triebwerk mit bis zu 1,2 bar unter Druck, die serienmäßige Kraft von bis zu 350 Nm wird an alle vier Räder weitergeleitet. Der Quattro-Allradantrieb sorgt für genügend Traktion in jeder Lebenslage, die Vierkolben-Festsattel-Bremsanlage von AP Racing mit innenbelüfteten und geschlitzten Bremsscheiben für heftigste Ankerwürfe.

Von 0 auf 100 in weniger als 2,5 s

Im Renneinsatz konnte der Ladedruck auf bis zu 2,04 bar erhöht werden. Mit anderen Maßnahmen zur Leistungssteigerung konnte der Fünfzylinder auf über 500 PS gebracht werden. Im Audi Sport Quattro E2 leistet der Motor 530 PS und beschleunigt den Wagen in 2,6 s auf Tempo 100. Für den Pikes Peak-Wettbewerb wurden sogar 598 PS realisiert, den Sprint auf 100 soll der Extrem Sport Quattro in weniger als 2,5 s geschafft haben. Im Rallyecross sollen Audi Sport Quattro mit Leistungen von bis zu 700 PS einsetzt worden sein.

Audi quattro, Frontansicht
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Der angebotene Audi Sport Quattro befindet sich laut Auktionskatalog im Bestzustand, der originale Lack in Tornadorot zeigt keine Makel, die originalen 9-Zoll breiten Ronal-Leichtmetallfelgen wirken wie frisch aus dem Laden, wie das ganze Auto. Innen überzeugt der Sport Quattro mit Recaro-Sitzen mit Alcantara-Sitzflächen und Lederwangen, dem originalen Cassetten-Radio und zeigt so gut wie keine Gebrauchsspuren. Zusätzlich wurde ein Navigationsgerät installiert.

Audi Sport Quattro erzielt 401.500 Dollar

Der Audi Sport Quattro ist schon ab Werk reichhaltig ausgestattet: Serienmäßig hatte er unter anderem ABS, Servolenkung, elektrische Fensterheber, Sitzheizung, Edelstahl-Endrohr und eine Uhrensammlung mit Tacho, Drehzahlmesser, Voltmeter, Tankuhr, Ladedruckanzeige, Wasser- und Öltemperatur sowie Öldruck.

Hintergrund: Der Audi Sport Quattro

Von dem Sport Quattro baute Audi insgesamt 220 Komplettfahrzeuge, von denen rund 170 im freien Handel verkauft wurden. Für den Einsatz bei der Gruppe B waren 200 Homologations-Exemplare von der FIA gefordert. Für einen Preis von 200.000 Mark konnte man aus vier Farben wählen: 134 Exemplare wurden in Tornadorot verkauft, 48 in Alpinweiß, 21 in Kopenhagenblau und 15 in Malachitgrün. DIe Farbwahl war an den vier Rennsportnationen Italien (rot), England (Grün), Frankreich (Blau) und Deutschland (Weiß) orientiert. Für Ferdinand Piëch, den damaligen Audi-Vorstand, wurden zudem 2 Audi Sport Quattro in Schwarz lackiert.

Fazit

Wenn der Quattro der 911 von Audi ist, wie ein kluger Kollege behauptet, dann ist der Sport Quattro der 959 von Audi: Technologieträger, Markenikone, klar auf Höchstleistung fokussiert. Preislich spielt „der Kurze“ längst in der Supersportwagen-Liga.

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