1988 Mercedes-Benz 6.0L AMG Hammer Coupé Courtesy of The MB Market
1988 Mercedes-Benz 6.0L AMG Hammer Coupé
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Auktion Mercedes 6.0L AMG Hammer Coupé: Der heilige Gral der AMG-Coupés

Mercedes 6.0L AMG Hammer Coupé in der Auktion Hammer-Preis für das Hammer-Coupé

AMG baute nur wenige Exemplare dieses Sleepers auf C124-Basis, den ein besonderer V8-Motor auszeichnet. Nun wurde eines der Hammer-Coupés für sehr viel Geld versteigert.

Heute gehört AMG hundertprozentig zum Mercedes-Konzern und macht so verrückte Sachen, wie einen domestizierten Formel-1-Antriebsstrang in einen Straßen-Sportwagen einzubauen. Vor 35 Jahren war AMG noch eigenständig (der Kooperationsvertrag mit Mercedes wurde erst 1990 unterzeichnet), aber die Affalterbacher haben auch damals schon verrückte Sachen gemacht. Unter anderem haben sie einen Sechs-Liter-V8 in die braven 124er-Mittelklasse-Modelle eingebaut. Allerdings nur insgesamt etwa 30-mal, sodass das hier beschriebene Mercedes-Benz 6.0L AMG Hammer Coupé so etwas wie der heilige Gral unter den AMG-Modellen dieser Ära ist.

Um die Geschichte des Hammer-Coupés zu verstehen, muss man tiefer in die AMG-Geschichte eintauchen. Als Pforte zum nordamerikanischen Markt diente AMG seinerzeit eine Niederlassung in Westmont – ein kleines, nahe Chicago im US-Bundesstaat Illinois gelegenes Städtchen. Bei AMG North America, das heute eine reguläre Mercedes-Niederlassung beheimatet, wurden auf speziellen Kundenwunsch immer mal wieder extrem heiße Tuning-Boliden auf Mercedes-Basis aufgebaut. Unter anderem 13 (manche Quellen nennen sogar nur zwölf) "Hammers". Darunter schätzungsweise fünf Coupés, von denen nun eines auf der Plattform "The MB Market" versteigert wurde.

Den Hubraum mal eben verdoppelt

Das Auto erblickte einst als unscheinbarer Mercedes 300 CE das Licht der Welt. Seinen Dreiliter-Reihensechser musste er jedoch schnell abgeben. AMG pflanzte dem Coupé stattdessen den 5,5-Liter-V8 der 560er-S-Klasse (Motor-Code M117) ein. Aber natürlich nicht im Serienzustand: Zum Tagesgeschäft der Firma gehörte es seinerzeit, den ursprünglich als Zweiventiler konzipierten Motor mit durchsatzfreudigen Vierventil-Doppelnockenwellen-Zylinderköpfen hochzurüsten. Zudem bohrte AMG den Hubraum auf sechs Liter auf, spendierte die allerfeinsten Innereien, verbesserte die Kühlung und stimmte die Elektronik neu ab. Als Krönung integrierten die Affalterbacher einen eigens entwickelten Sebring-Auspuff in den Abgasstrang.

Mercedes-Benz 500 E AMG 6.0 W124 (1991) Front
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Der auf diese Weise auf Vordermann gebrachte Achtzylinder trug in den USA nicht umsonst den Spitznamen "The Hammer": Er leistet im Mercedes-Benz 6.0L AMG Hammer Coupé katalysatorbefreite 385 PS (so jedenfalls die offizielle AMG-Angabe; die Anzeige nennt 390 PS). Er schickt zudem ein maximales Drehmoment von 566 Newtonmetern Richtung Hinterräder. Die Werte dienen als Erklärung, warum AMG die Viergang-Automatik aus der W126-S-Klasse in überarbeiteter Form und zudem ein Torsen-Sperrdifferenzial eingebaut sowie den hinteren Hilfsrahmen verstärkt hat.

289 km/h Höchstgeschwindigkeit

Das Hammer-Coupé federt und dämpft mit AMG-Komponenten und rollt obendrein auf verchromten Aero-1-17-Zoll-Felgen, die aktuell mit Dunlop SP Sport 8000 der Größen 215/45 VR17 vorne und 235/45 VR17 hinten bezogen sind. Die Reifen wurden allerdings bereits 1992 aufgezogen. Ob die Pneus heute noch dazu in der Lage sind, das AMG-Coupé in 6,0 Sekunden von Null auf Hundert sowie auf maximal 289 km/h zu beschleunigen, darf allerdings stark bezweifelt werden.

1988 Mercedes-Benz 6.0L AMG Hammer Coupé
Courtesy of The MB Market
Typisch für AMG-Modelle der späten Achtzigerjahre: Die Aero-1-Räder, die hier im 17-Zoll-Format zum Einsatz kommen.

Typisch für AMGs der damaligen Zeit: Nicht nur die Karosserie trägt eine Lackierung in "Black Pearl Metallic", sondern auch der Kühlergrill. Per Frontstoßfänger mit Nebelscheinwerfern, leicht ausgestellten Radläufen, verlängerten Seitenschwellern, anderer Heckschürze und dreiteiligem Spoiler für den Kofferraumdeckel optimierte AMG seinerzeit die Aerodynamik des C124. Die speziellen Hauptscheinwerfer mit Wischern weisen den Hammer als waschechten Ami aus, der zudem ein Stahlschiebedach aufweist. Die ebenfalls erhältliche Breitbau-Karosserie blieb diesem Hammer-Coupé erspart – das mag nicht zum ästhetischen Nachteil gewesen sein.

Graues Interieur mit Schafwoll-Schonbezügen

Farbliche Zurückhaltung ist im Interieur angesagt: Hier kombinierte AMG damals graues Leder mit dem für Mercedes typischen Zebrano-Holz. Die Ausstattung ist mit dem Attribut "üppig" ganz gut beschrieben: Instrumente, Lenkrad, Teppiche und Türverkleidungen präsentieren sich im spezifischen AMG-Look. Der originale Mercedes 300 CE brachte darüber hinaus Klimaautomatik, Tempomat und eine klappbare Armlehne für die Vordersitze mit. Letztere lassen sich genau wie die Lenksäule und der Beifahrerspiegel elektrisch verstellen. Eine Alarmanlage und ein Soundsystem mit Sony-XR-7200-Hauptgerät, neuen Türlautsprechern und im Kofferraum montiertem Subwoofer samt CD-Wechsler wurden nachgerüstet. Interessenten mit speziellem Geschmack und/oder aus kühlen Gefilden können die von Beginn an eingesetzten Schonbezüge aus grauer Schafwolle behalten. Nicht original ist der Lederbezug des Airbaglenkrads.

06/2022, 1989 Mercedes-Benz 560 SEC Koenig Specials
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Nicht nur die Historie der Baureihe, auch jene des hier angebotenen Autos ist, nun ja, speziell. Wie den Papieren zu entnehmen ist, verkaufte der Händler Beverly Hills Motoring das Hammer-Coupé an einen Herrn aus Las Vegas, der es direkt auf eigener Achse in die Zockermetropole überführte. Kurz vor dem Ziel wurde er wegen überhöhter Geschwindigkeit angehalten. Blöderweise fanden die Polizisten bei der Kontrolle illegale Substanzen im Auto, weshalb die US-Anti-Drogen-Behörde D.E.A. den Mercedes-AMG beschlagnahmte. Bei einer Auktion erwarb der Profi-Baseball-Spieler Rob Deer das Auto, bevor es über den Umweg einer gewerblichen Zulassung 2006 in die Hände des jetzigen Verkäufers gelangte.

Keine Unfälle, aber Unzulänglichkeiten

Im Laufe seiner bewegten Geschichte sammelte das Hammer-Coupé gerade einmal 19.417 Meilen (gut 31.200 Kilometer), was in erster Linie daran liegt, dass das Auto in den vergangenen 15 Jahren eingelagert war. Die Papiere weisen keine Unfälle aus, aber der Verkäufer nennt ein paar Unzulänglichkeiten, die im Laufe der Jahre eingetreten sind: So hebt sich der Spoiler leicht vom Heckdeckel und sind auf der Karosserie leichte Abnutzungsspuren zu erkennen. 2021 erhielt das Mercedes 6.0L AMG Hammer-Coupé eine gründliche Inspektion, bei der viele Verschleißteile und die gesamte Kraftstoffversorgung getauscht wurden. Dabei fiel auf, dass an der Zylinderkopfdichtung geringfügig Öl austritt und das Radio sowie die Gurtbringer nicht funktionieren.

Diese kleinen Schwächen haben potenzielle Interessenten nicht abgeschreckt. Nach 60 Geboten fiel der virtuelle Hammer schließlich bei 661.800 Dollar, aktuell umgerechnet fast 649.000 Euro. Zum Vergleich: 1988 hat ein Mercedes 6.0L AMG Hammer-Coupé 335.000 Mark gekostet; das entspricht inflationsbereinigt derzeit gut 311.000 Euro.

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Fazit

Die späten Achtziger waren die letzten Jahre, in denen AMG als unabhängiger Mercedes-Tuner agierte – für viele Fans die goldene Ära des Unternehmens. Entsprechend gefragt sind heute die Modelle aus dieser Zeit, unter denen das Hammer-Coupé ein noch etwas spezielleres ist. Trotz kleiner Alterserscheinungen erzielte der "Hammer" bei der Online-Auktion einen exorbitant hohen Preis.

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