Fiat Lucifero Federico Ciuffolini
Fiat Lucifero
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Fiat Lucifero 25 Bilder

Fiat Lucifero

Ist das der erste Six Wheeler der Welt?

Wir schreiben das Jahr 1929, Fiat holt mit dem Lucifero den Rekord für das schnellste Landfahrzeug der Welt: Mit 350 km/h. Doch der unfassbaren Geschwindigkeitsrekord ist nur eine Nebensache, das Besondere am Lucifero sind die beiden Lenkachsen an der Front.

Sie machen das Modell, dass aus zwei Chassis älterer Rennwagen besteht, zum ersten sechsrädrigen Fahrzeug der Welt. Ziel der Six-Wheeler-Konstruktion: Mehr Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten. Und dafür ist unter der langgestreckten Haube ein mächtiger Antrieb zuständig. Ein Fiat V16-Motor mit 34 Litern Hubraum und mehr als 600 PS.

Fiat Eldridge Mefistofele holt 1924 den Speedrekord

Soweit, so gelogen. Denn den Fiat Lucifero hat es nie gegeben, er stammt aus der Photoshop-Feder von Federico Ciuffolini, der das glorreiche Rekord-Zeitalter von Fiat mit dem ungewöhnlichen Six-Wheeler-Konzept verbunden hat. Und dabei sprang ein super-reales Modell heraus, dass tatsächlich auf dem berühmten Fiat Eldridge Mefistofele von 1924 basieren könnte. Der nach der Teufelsfigur aus Goethes Faust benannten Rennwagen, schaffte es 1924 in der realen Welt mit seinem Reihensechszylinder und 21,7 Litern Hubraum sowie 320 PS Leistung den Top-Speed-Weltrekord mit 234,98 km/h zu holen. Übrigens, die 350 km/h-Schallmauer wurde tatsächlich 1929 durchbrochen: Vom 938 PS starken 23,9 Liter großen W12 im Irving-Napier Golden Arrow mit 372,66 km/h – jedoch nur auf vier Rädern.

Und trotzdem ist Ciuffolini mit seinem sechsrädrigen Modell gar nicht so weit weg von der Realität. 1939 sollte Hans Stuck im sechsrädrigen Mercedes T80 650 km/h erreichen – der zweite Weltkrieg machte der Rekordfahrt des V12 Boliden mit 44,5 Litern Hubraum und 3.500 PS ein Strich durch die Rechnung. Heute ist der aerodynamisch gestaltete Rennwagen im Mercedes-Museum zu bewundern. Allerdings kommt der T80 mit vier Rädern an zwei Hinterachsen daher. Ebenso war der Pat Clancy Special Six-Wheeler ausgelegt, der 1948/1949 beim Indy500 ins Rennen ging.

Mercedes-Benz T80 Rekordwagen Oldtimer
Daimler AG
Mercedes T80 mit sechs Rädern und 3.500 PS.

Ford Seatle-ite XXI: Sechs Räder und ein Atomantrieb

Und das Thema "Six Wheeler" blieb dem Motorsport verbunden. 1976/1077 ging der sechsrädrige Tyrrell P34 mit vier 10-Zoll-Rädern an der Front in der F1 (hier die kuriosen Formel 1-Autos) an den Start und holte immerhin einen Sieg, zehn Podiumsplatzierungen und einen dritten Gesamtrang in der Konstrukteurs-WM. Danach probierten weitere Rennställe das Sechsrad-Konzept und scheiterten, genauso wie der Tyrell ein Jahr später.

Ford Seatle-ite XXI
Ford
Ford Seatle-ite XXI: Atom-Antrieb und Navisystem

Aber auch außerhalb des Rennsports sind sechs Räder immer noch ein Hingucker. Jeder ernstzunehmende Offroad-Tuner verbaut eine zusätzlich Hinterachse, sicher hat hier der Mercedes G63 AMG 6x6 sein Scherflein beigetragen. Doch schon 1962 wusste Ford mit dem Seatle-ite XXI im Rahmen der Seattle Weltausstellung zu beeindrucken. Das Conceptcar mit Brennstoffzellenaggregat und Nuklearantrieb kam mit austauschbaren Akkus sowie interaktiver Navigation, vier Antriebsrädern und vier Lenkrädern daher.

Konventioneller waren da schon die sechs Räder beim Covini C6W angetrieben. Den Flügeltürer von 2005 trieb eine 4,2 Liter V8 aus dem Hause Audi an. Der sollte mit seinen 500 PS und den 1.150 Kilo den Covini in nur 3,9 Sekunden auf 100 Sachen treiben. Wem das übrigens nicht reichte, für den stand auch noch ein 900 PS-V12 zur Auswahl.

Ford Thunderbird FAB 1
Ford
Ford Thunderbird FAB 1: Lady Penelopes Diestwagen.

Lady Penelope fährt 9.115 km/h

Das ultimative Six-Wheeler-Car fährt aber nur eine Person: Lady Penelope. Ihr FAB 1 aus der Science-Fiction Serie "Thunderbird" basierte 1965 auf einem Rolls Royce, fuhr 320 km/h schnell, war kugelsicher, drei Tonnen schwer und pink. 2004 gab es dann ein Update, ebenfalls in Pink, ebenfalls mit sechs Rädern und dank Jetantrieb bis zu 9.115 km/h schnell – auf Wasser versteht sich.

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Fazit

Sechs Räder sind immer ein Hingucker, egal, ob sie in Pink, mit Glaskuppel, Portalachsen oder auf Rennstrecken daher kommen. Sie sind aber immer mit Superlativen verbunden: Atom-Antrieb, 9.115 km/h schnell, 900 PS stark oder einfach uralt. Und irgendwie spuken sie immer in den Köpfen von Auto-Narren umher – und wenn dieser Autonarr auch noch mit Photoshop umgehen kann, dann haben wir ein weiteres Six-Wheeler-Modell – wenn auch nur ein virtuelles.

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