Ford Mondeo 1.8i, Exterieur auto motor und sport
Ford Mondeo 1.8i, Exterieur
Ford Mondeo 1.8i, Exterieur
Ford Mondeo 1.8i, Interieur
Ford Mondeo, Exterieur 13 Bilder

Ford Mondeo (1993 bis 2000) Kaufberatung

Ford Mondeo (1993 bis 2000) Kaufberatung So finden Sie den besten Mondeo

Inhalt von

Exklusive Autos waren hier schon Thema wie auch Massenware. Da darf der erste Ford Mondeo natürlich nicht fehlen. Vom einstigen Weltauto blieben nur wenige übrig. Kaufberatung.

Was war da denn passiert? 1982 noch hatte Ford die Kundschaft mit dem mutigen Sierra geschockt. Und 1993 dann schoben die Kölner ein rundgelutschtes, ziemlich gesichtsloses Auto von gigantischer formaler Beliebigkeit nach: den Mondeo. Kein Mut mehr? Keine Ideen mehr?

Nein. Bevor mit Ka und Focus das scharfe New-Edge-Design Einzug hielt, war Ford in den USA auf den irrigen Trip gekommen, die ganze Welt mit einem Auto beglücken zu können – mochten die landesspezifischen Vorlieben in Sachen Design oder Fahrwerksabstimmung auch noch so verschieden sein. Also wurde der Sierra-Nachfolger ein Allerweltsauto, das auch in Nordamerika nicht aus der Masse der Familienkutschen hervorstach.

Airbag Serie, ABS nicht

Um mehr Platz als im Sierra zu schaffen, stellte Ford beim Mondeo auf Vorderradantrieb um. Länge nahezu gleich, Radstand plus zehn Zentimeter: Man könnte eine Art Ballsaal vermuten, doch der Beinraum im Fond gewann dadurch null Komma nichts. Erst mit der Modellpflege von 1996/97, die dem Mondeo breitere Scheinwerfer und eine Art Haifischlächeln sowie – wichtiger – eine direktere Lenkung, ein feiner regelndes ABS und kürzer übersetzte Getriebe bescherte, fanden langbeinige Mitfahrer besser Platz in der zweiten Reihe. Denn von da an waren die Rückseiten der Vordersitzlehnen (deren Scharniere im Alter gern einmal brechen) ausgebuchtet.

Ford Mondeo 1.8i, Interieur
auto motor und sport
Zum Verkaufsstart im März 1993 war nur der Fahrerairbag serienmäßig an Bord.

Das hätte man schon früher tun können, klar. Aber was ist das schon gegen das wirr anmutende Ausstattungslotto der frühen Jahre? Zum Verkaufsstart im März 1993 war nur der Fahrerairbag serienmäßig an Bord, im Sommer erst folgte dann der ebenfalls versprochene für den Beifahrer.

Dass man vielleicht besser das ABS ohne Aufpreis hätte anbieten sollen (aktive Sicherheit vor passiver Sicherheit) – darauf kam niemand in Köln. Der Aufpreis der Stotterbremse sank allerdings schon im ersten Jahr von 1.600 auf 1.200 Mark. Da dürften sich einige frühe Kunden mächtig geärgert haben, wie es auch durchaus vorgekommen sein soll, dass an der Hinterachse Trommelbremsen verbaut wurden, obwohl Scheiben versprochen waren – und umgekehrt.

Aber das ist ja heute alles Schnee von gestern. Der Mondeo fand seine Käufer, und die allermeisten von ihnen waren zufrieden mit ihrem Ford. Der entpuppte sich ja erst Jahre nach Neukauf als rosttechnische Zeitbombe. Will sagen: Er rostete bereitwillig an Türkanten, Schwellern, Radhäusern. Sehr gemein auch: Aus dem Kofferraumboden kriecht der Rost gern bis zu den Aufnahmen der Sicherheitsgurte, wie auch die Bremsleitungen beim Überqueren des Tanks gern mal beginnenden Lochfraß zeigen.

Kostenoptimierte Schürzen

Bug- und Heckschürze rosteten natürlich nicht, die waren ja aus Plastik – gewichts- und vor allem kostenoptimiertem vermutlich. Denn speziell die Heckschürze flatterte schon an Neuwagen bei schneller Fahrt im Wind wie ein Joghurtbecher, um im Alter dann, als die Weichmacher sich verflüchtigt hatten, jeden kleinen Parkdötscher übel zu nehmen und zu reißen.

Ford Mondeo 1.8i, Exterieur
auto motor und sport
Speziell die Heckschürze flatterte schon an Neuwagen bei schneller Fahrt im Wind.

Angeboten wurde der Mondeo als klassische Stufenheck-Limousine, als Schrägheckmodell mit Heckklappe und natürlich als Kombi mit dem Beinamen Turnier. Dazu standen drei Ausstattungslinien zur Wahl: CLX, GLX zum Beispiel mit elektrischen Fensterhebern vorn und Ghia. Neben diversen Sondermodellen ist noch die Linie GT zu erwähnen, die mit dem Facelift kam und einen Teil des ordentlichen Federungskomforts zugunsten eines strafferen, präziseren Fahrverhaltens aufgab.

Angesichts des mittlerweile sehr dünnen Angebots an halbwegs ordentlichen Mondeo sollte man sich aber nicht auf eine Ausstattung kaprizieren, sondern eher versuchen, ein Exemplar zu finden, welches mit zwei Jahren TÜV sowie mit nicht mehrfach geschweißten Schwellern und einem nicht komplett verölten Motorraum unbeschwerte Fahrt verspricht. Die Suche lohnt sich, denn auch wenn der Mondeo ein Allerweltsauto ist, bedeutet das nicht, dass er hinter dem Steuer keine Emotionen wecken kann.

Was die Freude stören kann …

Denn das Fahrverhalten ist recht agil, und die Benziner sind es im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch. Alle Vierzylinder der neuen Zetec-Vierventil-Motorenfamilie ziehen ordentlich durch und laufen bis hin zu mittleren Drehzahlen ruhig. Dann mischt sich allerdings ein deutliches Brummen in den sonst warmen Ton. Das gilt übrigens auch für den ebenfalls neuen 2,5-Liter-V6 der Duratec-Familie – ja, es gibt kultiviertere Sechsender.

Hinzu kommt die im besten klassischen Ford-Stil sämige Handschaltung, die allein deshalb schon den Vorzug gegenüber der Automatik verdient, weil die öfters schon vor Erreichen der 200.000-km-Marke kollabiert. Kenner empfehlen, die Benziner nur mit Öl der Viskosität 5W-30 oder 5W-40 zu versorgen. Das verhilft den Otto-Triebwerken meist zu einem langen Leben, falls nicht am Wechsel des Zahnriemens gespart wird oder spätere Baujahre mit Flüssiggas betrieben wurden. Dann sind verbrannte Ventile gar nicht mal so selten.

Ford Mondeo, Motor
auto motor und sport
Die Zetec-Vierzylinder gehen munter zur Sache. Obenheraus werden sie aber laut.

Wundersame Störungen aus dem Bereich der Elektrik sind natürlich immer mal ein Thema. Wer den Mondeo einmal von unten betrachtet, findet nämlich einige nachlässig isolierte Kabel. Dreht der Motor mal aus freien Stücken mit 4.000 Umdrehungen, sollte man nicht sofort das Gaspedal und seine Peripherie verdächtigen, sondern auch den Stecker des Servolenkungs-Druckschalters auf Kabelbruch untersuchen.

Bei Kühlwasserverlust ist meist ein gebrochenes Thermostatgehäuse der Übeltäter, bei Feuchtigkeit im Beifahrerfußraum der Innenraumluftfilter. Die Querlenkerbuchsen der Vorderachse seien aus Weichkäse, ätzen Mondeo-Kenner gern – gut zu wissen, wenn es von dort poltert und das Auto indifferent fährt. Allerwelts-Wehwehchen an einem Allerweltsauto also, das allenfalls in der scharfen ST-Version das Zeug zum Liebhaberauto hat. Wer allerdings nur billig über den Winter kommen möchte und alles darüber hinaus als Bonus ansieht, kann mit einem halbwegs gepflegten Mondeo einen guten Kauf machen.

Preise

Dreistellige Preise für einen Mittelklasse-Kombi mit Dampf und Ausstattung: Der Mondeo ist billig. Gute Exemplare starte bei 1.500 Euro, wer will da meckern?

Bei Einführung 1993 (Ford Mondeo 1.8i)
33.910 Mark

Schwachpunkte

  1. Bug- und Heckschürze gerissen
  2. Vorderachslager und -buchsen
  3. Thermostatgehäuse undicht
  4. Rost an Hinterachsbremsleitungen
  5. Beifahrerfußraum feucht
  6. Automatikgetriebe (2.0i)
  7. Riemenscheibendämpfer (2.5 V6, ST)
  8. Sitzscharnier gebrochen
  9. Schweller- und Kantenrost
  10. Gurtaufnahmen verrostet
Ford Mondeo, Illustration

Fazit

Lodernde Leidenschaft wie mancher Alfa Romeo oder BMW dieser Epoche entfacht der Mondeo natürlich nicht. Aber anständige Exemplare funktionieren unauffällig. Meine Wahl: der nur ein Jahr lang gebaute 2.0i 4x4 oder ein nicht runtergerittener ST 200 Turnier. Gibt’s die noch?

Ford Mondeo
Artikel 0 Tests 0 Generationen 0 Videos 0
Alles über Ford Mondeo
Mehr zum Thema Gebrauchtwagen
Bugatti Chiron Feuer Schaden Verkauf Gebrauchtwagen
Gebrauchtwagen
BMW M3 (E46), BMW M5 (E60), Exterieur
Gebrauchtwagen
Renault Logos
Politik & Wirtschaft
Mehr anzeigen