Porsche 356 C Carrera 2 (1964): Fuhrmann-Motor mit vier Nockenwellen

Porsche 356 C Carrera 2
Fuhrmann-Motor mit vier Nockenwellen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.06.2026
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Porsche 356 Carrera C 2
Foto: Neil Fraser/RM Sothebys

Der von Ernst Fuhrmann entwickelte Viernockenwellen-Motor, bekannt als Typ 547 und später Typ 587, war eine technische Meisterleistung seiner Zeit. Ursprünglich für den Rennsport konzipiert, verfügte der Motor über zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderbank, die durch ein komplexes System aus Zahnrädern und Wellen angetrieben wurden. Diese Konstruktion ermöglichte eine außergewöhnliche Leistungsausbeute von bis zu 132 PS aus nur knapp zwei Litern Hubraum beim Typ 587/1. Der Motor wurde in verschiedenen Porsche-Modellen eingesetzt, darunter der legendäre Porsche 550 Spyder und die Carrera-Versionen des Porsche 356.

Unterschiede zwischen Typ 587/1 und Typ 587/2

Der Typ 587/1 war speziell für den Porsche 356 C Carrera 2 entwickelt worden und zeichnete sich durch seine hohe Zuverlässigkeit und Leistung aus. Der Typ 587/2 hingegen fand seinen Einsatz im sportlicheren Porsche 356 B Carrera GT. Beide Varianten teilen viele technische Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich jedoch in Details wie der Kurbelgehäusekonstruktion und der Abstimmung auf unterschiedliche Leistungsanforderungen. Im Fall des aktuell zur Versteigerung stehenden Modells wurde festgestellt, dass das Kurbelgehäuse aus Teilen beider Varianten zusammengesetzt ist – ein Umstand, der die Matching Numbers beeinträchtigt.

Bedeutung von Matching Numbers

Für Sammler historischer Fahrzeuge sind Matching Numbers ein entscheidendes Kriterium. Sie belegen, dass alle wesentlichen Komponenten eines Fahrzeugs – insbesondere Motor und Getriebe – noch original sind. Ein Fahrzeug ohne Matching Numbers verliert häufig an Wert, da es nicht mehr vollständig authentisch ist. Beim hier vorgestellten Porsche wurde zwar ein Austauschmotor verbaut, dessen Komponenten jedoch teilweise nicht dem ursprünglichen Motortyp entsprechen. Dies könnte sich negativ auf den Schätzpreis von bis zu 420.000 Euro auswirken.

Historie des versteigerten Modells

Das signalrote Coupé wurde ursprünglich am 15. Mai 1964 über das Autohaus Hahn in Stuttgart ausgeliefert. Es durchlief mehrere Besitzer in Deutschland und den USA, bevor es im Jahr 1994 nach Deutschland zurückkehrte. Eine Restaurierung sowie kleinere Überarbeitungen wurden dokumentiert, darunter Arbeiten an den Sitzen und eine Inspektion des Motors.

Marktwert und Seltenheit

Mit einer Produktionszahl von nur 126 Einheiten im Jahrgang 1964 gehört der Porsche 356 C Carrera 2 zu den seltensten Modellen seiner Baureihe. Die Kombination aus technischer Raffinesse und limitierter Verfügbarkeit macht ihn zu einem begehrten Sammlerobjekt. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Abweichungen bei den Motorkomponenten auf den finalen Auktionspreis auswirken werden.

Fazit