Troller T4 / TX4 Brasilien Ford
Troller T4 / TX4 Brasilien
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Troller T4 / TX4 Brasilien 25 Bilder
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Überraschendes Aus: Ford killt den Troller T4

Überraschendes Aus für Ford Brasilien Ford killt den Troller und die Brasilien-Produktion

Ford zieht sich aus der Produktion in Brasilien zurück und schließt Fabriken. Davon betroffen ist auch der brasilianische Kult-Geländewagen Troller T4.

Kein gutes neues Jahr für tausende Mitarbeiter von Ford Brasilien: Der US-Autobauer hat am 11. Januar 2021 überraschend verkündet, mehrere Werke in Brasilien zu schließen und den dortigen Markt künftig ausschließlich mit Import-Autos zu beliefern. Offiziell begründet wird die Schließung der Werke Camaçari (BA), Taubaté (SP) und Troller (Horizonte, CE) mit der Covid-19-Pandemie, welche laut Ford sowohl für Produktionsausfälle als auch für gesunkene Nachfrage sorge.

Ford wird lediglich Büros und Forschungszentren in Brasilien beibehalten, der Hauptsitz von Ford Brasilien in Sao Paulo bleibt ebenfalls erhalten. Mit den Werksschließungen in Brasilien verfügt Ford lediglich noch über zwei Werke in Südamerika, je eines in Argentinien und Uruguay. Neben den Modellen Ecosport und Ka, die Ford zuletzt in Brasilien produzierte, ist vor allem ein Modell besonders betroffen, der Troller.

Im Video: Der Troller T4

Der Troller T4 ist ein sehr eigenständiger und speziell für den brasilianischen Markt entwickelter und gefertigter Geländewagen, der stark an den Jeep Wrangler erinnert und über ähnlich herausragende Geländetauglichkeit verfügt. Ford hatte den 1993 gegründeten Hersteller Troller Veículos Especiais im Jahr 2007 übernommen und anschließend als eigenständige Firma "Ford Motor Company Brasil Ltda. – Divisão Troller" fortgeführt.

Troller T4 Ford Brasilien

Der Troller T4, 2014 vorgestellt, basiert auf Technik des Ford Ranger und wird auch von einem 3,2-Liter-Diesel angetrieben, den wir in Deutschland ebenfalls noch aus dem Ranger kennen. Im Gegensatz zu dem Midsize-Pickup Ranger ist der Troller allerdings mit einer vorderen Starrachse ausgestattet, was mit den kompakten Abmessungen und der hohen Bodenfreiheit die Geländetauglichkeit im Vergleich zum Pickup erheblich steigert.

Erst Anfang 2020 hatte Troller mit dem TX4 (siehe Bildergalerie) eine werkseitig für noch bessere Offroad-Performance aufgerüstete Variante vorgestellt, unter anderem mit Seilwinden-Vorbereitung, einem Höherlegungsfahrwerk und einem serienmäßigen Luftansaugschnorchel. Außerdem verfügt der Troller TX4 erstmals über ein Automatikgetriebe.

Im Video: Das Sondermodell Troller TX4

Das Projekt Troller hatte von jeher einen sehr exklusiven, manufaktur-ähnlichen Status, durchschnittlich wurden jährlich nur rund 1.000 Fahrzeuge des Geländewagens produziert. Auch preislich waren die Modelle kein Sonderangebot, der Troller TX4 wird Stand Januar 2021 mit einem Grundpreis von umgerechnet 29.700 Euro angeboten. Zum Vergleich: Den Ford Ecosport bietet die Marke in Brasilien für umgerechnet rund 11.000 Euro an, selbst der Ford Ranger Pickup ist mit rund 24.000 Euro Basispreis erheblich günstiger als der Troller.

Nichtsdestotrotz hat sich der Troller in Brasilien eine stabile Fan-Basis geschaffen, die dem letzten Offroader aus brasilianischer Fertigung mehr als eine Träne nachweinen wird. Troller wird laut Ford noch bis Ende 2021 weiter produzieren, bevor die Produktion endgültig geschlossen wird. Möglicherweise findet sich bis dahin auch ein Käufer, der das Projekt weiter betreiben möchte und Ford diese "Altlast" abnimmt. Insgesamt beziffert Ford die Abschreibungskosten aus dem Produktionsende in Brasilien auf 4,1 Milliarden Dollar.

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Dem weltweiten Sparkurs, den sich Ford verordnet hat, fällt nun auch die brasilianische Fertigung zum Opfer. Damit geht eine lange Tradition zu Ende, bereits im Jahr 1919 hatte Ford mit der Fahrzeugproduktion in Brasilien begonnen. In das jetzt von der Schließung betroffene Werk Camaçari hatte Ford mehrere Milliarden Dollar investiert, alleine dort stehen nun 4.600 Mitarbeiter auf der Straße, insgesamt geht es um über 6.000 Stellen. Auch der letzte Geländewagen aus brasilianischer Fertigung, der Troller, ist damit voraussichtlich Geschichte.

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