Mit der Veröffentlichung neuer Patentzeichnungen ist eine neue Generation des Lada Niva angekündigt worden. Die beim russischen Föderalen Institut für gewerbliches Eigentum eingereichten Bilder stammen bereits aus dem Dezember 2025, wurden aber erst jetzt öffentlich publiziert. Sie zeigen einen kompakten SUV mit kantiger Karosserie, kurzen Überhängen und einem deutlich moderneren Auftritt als bei den bisherigen Niva-Modellen.
Entwürfe gab es bereits 2021
Das Design orientiert sich stark an den bereits 2021 gezeigten Entwürfen und Konzeptstudien von Lada. Auffällig sind die schmalen Leuchteinheiten, ein rechteckiger Kühlergrill mit darüber angeordneten Blinkern sowie ein kräftig gestalteter Stoßfänger. Die Front greift klassische Offroad-Elemente auf, interpretiert diese jedoch deutlich zeitgemäßer als bisherige Niva-Modelle. Runde LED-Tagfahrlichter im Land Rover Defender-Look und schwarze Kunststoffverkleidungen unterstreichen den robusten Charakter.
Entworfen als Viertürer
In der Seitenansicht fallen die stark ausgestellten Radläufe, die hohe Fensterlinie und die großen Dachreling-Träger auf. Die hinteren Türgriffe sitzen versteckt im Bereich der C-Säule. Am Heck zeigt der neue Niva einfache, vertikal angeordnete LED-Rückleuchten, deren Grafik originellerweise dem Dacia-Logo ähnelt. In der Heckansicht mit beachtlicher Bodenfreiheit fällt außerdem die modern wirkende untere Verkleidung im Look eines Unterfahrschutzes auf. Insgesamt wirkt das Fahrzeug deutlich größer und moderner als der aktuelle Niva Legend.
Auffällig sind die klar erkennbaren optischen Parallelen zum Dacia Duster. Hintergrund dürfte die frühere Zusammenarbeit von Lada und Dacia innerhalb des Renault-Konzerns sein. Ein Projekt für die neue Niva-Generation entstand noch während der Zugehörigkeit von Avtovaz zur Renault-Allianz. Geplant war ursprünglich ein technisches Gemeinschaftsprojekt auf Basis der CMF-B-Plattform von Renault und Dacia. Bereits 2021 hatte Renault angekündigt, dass künftige Lada- und Dacia-Modelle gemeinsame technische Grundlagen nutzen sollten. Der neue Niva war dabei als eng verwandtes Schwestermodell des Dacia Duster vorgesehen.
Weiterentwicklung ohne Renault
Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine endete jedoch die Zusammenarbeit zwischen Renault und Avtovaz abrupt. Renault zog sich 2022 aus Russland zurück, zahlreiche gemeinsame Projekte wurden gestoppt oder neu organisiert. Die Entwicklung des neuen Niva lief offenbar dennoch weiter, wenn auch mit Unterbrechungen und geänderten technischen Voraussetzungen. Daher gilt inzwischen als wahrscheinlich, dass das Serienmodell statt der ursprünglich vorgesehenen CMF-B-Architektur des Renault-Nissan-Konzerns auf eine modifizierte Plattform des Lada Vesta zurückgreifen wird.
Bei den Motoren rechnen russische Medien weiterhin mit bekannten Lada-Vierzylindern. Genannt werden 1,6- und 1,8-Liter-Benziner. Angaben zu Leistung, Getrieben oder möglichen Hybridversionen gibt es bislang nicht. Auch zum Marktstart hält sich Avtovaz weiterhin bedeckt. Ursprünglich war die neue Generation bereits für 2024 vorgesehen.
Innerhalb der Modellpalette dürfte der neue Niva den heutigen Niva Travel ersetzen. Der klassische Niva Legend mit seiner seit 1977 nahezu unveränderten Grundkonstruktion wird dagegen sehr wahrscheinlich weiterhin produziert und die Rolle des preisgünstigen Hardcore-Geländewagen erfüllen.












