IAA 2019 Kaltvergleich Marcel Sommer
Ford Puma Sperrfrist 26.6, 6 Uhr
Ford Puma Marcel Sommer
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Vergleich Ford Puma gegen Skoda Kamiq

Krieg der SUVchen

Auf der IAA stehen sie sich zum ersten Mal gegenüber: Ford Puma und Skoda Kamiq. Simply Clever-Lösungen gegen eine MegaBox. Die große Frage: Kann der Puma mehr bieten, als sein Loch im Kofferraumboden?

Ford bringt mit dem Puma ein völlig neus Modell auf den Markt – nur sein Name ist bekannt – übernommen vom Kleinwagen-Coupé der späten 90er. Mit dem neuen Puma versuchen die Kölner sowohl die Lücke zwischen Fiesta und Focus als auch zwischen Ecosport und Kuga zu schließen. Wer solch einen Lückenfüller braucht? Wird sich zeigen. Der Kamiq aus dem Hause Skoda fährt zwar mit neuem Namen vor, doch anders als der Puma, fährt er in große Reifenspuren. Denn er ist nichts Geringeres als der Nachfolger des Yeti. Auf beiden SUVs lastet demnach viel Hoffnung. Wir zeigen, wer wo punktet.

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Ungewohnte SUV-Formate

Ja, beiden Konkurrenten treffen im aktuell stark umkämpften Segment der kleinen SUVs an. Der 4,19 Meter lange und mit Außenspiegeln 1,93 Meter breite Puma trägt große Scheinwerfer, die an die sportlichen Gene des Supersportlers GT erinnern sollen. Sie rahmen den üppig dimensionierten Frontgrill ein, der aus dem Mondeo-Regal zu stammen scheint. Der Radstand des 1,54 Meter hohen Pumas beträgt 2,59 Meter.

Ford Puma Sperrfrist 26.6, 6 Uhr
Ford
Der Ford Puma polarisiert schon im Stand.

Der neue Skoda Kamiq basiert auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) und kommt auf eine Länge von 4,24 Metern, eine Breite von 1,79 Metern sowie eine Höhe von 1,53 Metern. Der Radstand beträgt 2,65 Meter, und soll so für großzügige Platzverhältnisse für fünf Passagiere bürgen.

Skoda Kamiq, Exterieur
Skoda
Der Skoda Kamiq wirkt erwachsener, nicht ganz so verspielt.

Der Innenraum des Puma

In der ersten Reihe lässt es sich in beiden Fahrzeugen gleich gut Platz nehmen. Selbst groß gewachsene Fahrer und Beifahrer müssen in der ersten Reihe des Ford Puma keine Angst um ihre Frisuren haben, Kopffreiheit ist ausreichend vorhanden. Erst recht, wenn auf das großflächige Sonnendach verzichtet wird. Dann gewinnt der Puma fünf weitere Zentimeter an Innenhöhe. Die Sitze wirken bequem. Besonders pfiffig: Erstmals sind abhängig von der Ausstattungsvariante die Vorder- und Rücksitze eines Ford Fahrzeugs mit komplett abnehmbaren, waschbaren Sitzbezügen ausgestattet. Diese lassen sich dank eines clever positionierten Reißverschlusses bei Bedarf einfach abnehmen und reinigen.

Ford Puma Marcel Sommer
Stefan Baldauf / SB-Medien
Die Sitze sind komfortabel und je nach Ausstattungsvariante abzieh- und waschbar.

Im Cockpit kann der Puma seine Nähe zum Schwestermodell Fiesta nicht verbergen. Abgesehen von dem 12,3 Zoll großen digitalen Instrumenten-Display sind keine Unterschiede feststellbar. Die Bedienelemente sind leicht erreichbar, die Zahl der Knöpfe und Schalter angemessen und der Infotainment-Bildschirm auf der Mittelkonsole platziert. Neben dem 12 Volt Anschluss der alten Schule gibt es einen USB-Anschluss. Insgesamt bietet Ford den Puma in Deutschland in vier Ausstattungsvarianten an. Für die Außenhaut stellt Ford zehn Farben zur Wahl.

Verstecken muss sich keiner

Der Kamiq zeigt sich noch eine Spur geräumiger – sowohl in puncto Bein- als auch Kopffreiheit. Die Sitze sind sportlich geformt, komfortabel und langstreckentauglich. Die Armaturen weisen starke Parallelen zum Konkurrenten auf. Das Infotainmentsystem ist per tabletähnlichem Touchpad im 9,2-Zoll-Format bedienbar. Letzteres wirkt beim Kamiq nicht ganz so aufgesetzt wie beim Puma. Optional ist das Virtual Cockpit zu haben. Die beiden USB C-Anschlüsse wirken sind moderner, als der eine „alte“ Port im Puma.

Skoda Kamiq Marcel Sommer
Stefan Baldauf / SB-Medien
Der Skoda Kamiq ähnelt dem Ford Puma in vielen Belangen.

Die seitlichen Lüftungsdüsen reichen bis in die Türen, die Applikationen sind großflächig, die Ambientebeleuchtung wird in den Farben Kupfer, Rot oder Weiß bestellbar sein. Dazu gibt es neu genarbte Oberflächen und Bezugstoffe. Für Komfort sollen Heizungen in den Sitzen vorne und hinten sowie im Lenkrad und in der Frontscheibe sorgen. Das Infotainmentangebot hält drei Systeme sowie verschiedene Vernetzungsoptionen zur Auswahl bereit.

Der Fond macht den Unterschied

Skoda Kamiq, Exterieur
Skoda
Sechs Zentimeter mehr Radstand als beim Puma wirken sich positiv aufs Raumgefühl im Kamiq aus.

Der Blick auf die Technischen Daten lässt bereits erahnen, in welchem der beiden SUVchen es sich besser im Fond mitfahren lässt. Die sechs Zentimeter mehr Radstand des Kamiq kommen direkt der Beinfreiheit der Fondpassagiere zugute. Da helfen auch die Einbuchtungen in den Rückenlehnen von Fahrer- und Beifahrersitz beim Puma nichts mehr. Ähnliches gilt für die Kopffreiheit, wobei die nicht anhand der Daten abzuschätzen ist. Aber auch hier bietet der Tscheche mehr Platz. Hinzu kommen eine Armauflage, die der Puma nicht bieten kann, und die praktischen Handyfächer an den Seiten der Vordersitze des Kamiq.

Die Stärke des Puma

Dafür kann der Ford Puma mit einem Alleinstellungsmerkmal aufwarten: Mit der von Ford MegaBox genannten Kofferraumschale inklusive Wasserablaufschraube lässt er den Simply-Clever-Tschechen ganz schön alt aussehen. Die MegaBox ist für alle Puma serienmäßig. Das flexibel nutzbare und Unterflurfach aus Kunststoff fasst bis zu 81 Liter und lässt sich einfach mit Wasser reinigen, das anschließend per Ablaufschraube wieder den Weg ins Freie findet. Der darüber liegende Ladeboden besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Papier und einem wasserbasierten Klebestoff. Mithilfe dieses, in Wabenstruktur gefertigten Ladebodens, stehen dem Fahrer drei Laderaum-Optionen zur Verfügung. Die höhere Position ermöglicht die Nutzung der MegaBox und bildet zugleich eine ebene Ladefläche. In der untersten Einstellung lässt sich das Stauvolumen maximieren. Die dritte Option ist das Entfernen des flexiblen Ladebodens, beziehungsweise das Verstauen hinter den Rücklehnen. So bietet der neue Puma das maximale Stauvolumen von bis zu 523 Litern. Wird mit Hilfe des flexiblen Ladebodens eine ebene Fläche erzeugt, passt eine Kiste im Format 112 x 97 x 45 Zentimeter hinein. Das Umklappen der Rückbank erhört das Volumen auf bis zu 1.216 Liter.Die Bank lässt sich nicht längs verschieben, die Lehne nicht in der Neigung verstellen, aber um im Verhältnis 60:40 umklappen.

Ford Puma Marcel Sommer
Stefan Baldauf / SB-Medien
Des Pumas größtes Plus: Ja, hier passt rein, was noch nie reingepasst hat.

Beim Kamiq geht es im Kofferraum nicht ganz so luftig zu: Die auf Wunsch elektrisch angetriebene Heckklappe gibt einen Stauraum mit 400 Litern Volumen frei. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen erhöht sich das Volumen auf insgesamt 1.395 Liter. Optional ist auch die Rückenlehne des Beifahrersitzes umklappbar, so lassen sich auch besonders lange Gegenstände von bis zu 2,45 Metern Länge problemlos transportieren. Damit ist das Ladeabteil zwar nicht zu knapp bemessen, aber aufgrund der üppigen Beinfreiheit im Fond böte es sich geradezu an, diese bei Bedarf zugunsten von etwas mehr Platz fürs Gepäck zu verkleinern. Doch eine verschiebbare Rücksitzbank bietet Skoda für den Kamiq nicht an. Selbst eine Durchlade, geschweige denn eine 40:20:40-Teilung der Rücksitzlehne statt der serienmäßigen 60:40 gibt es nicht gegen Aufpreis.

Sicherheit: Hier gibt sich keiner die Blöße

Erstmals in einem seiner B-Segment-Modelle bietet Ford im Puma eine Rückfahrkamera mit Split-View-Technologie an. Mit ihrer Hilfe sollen Fußgänger, Radfahrer und andere Objekte hinter dem Fahrzeug noch besser zu erkennen sein. Hinzu kommt der Toter-Winkel-Assistent mit Cross-Traffic-Alert. Der Stau-Assistent bremst das Fahrzeug, wenn notwendig, sanft bis zum Stand herunter und lässt es bis zum zuvor eingestellten Tempo wieder anfahren. Dank des aktiven Park-Assistenten erfährt der Fahrer des Puma sowohl bei der Parklückensuche, als auch beim Ein- und Ausparken Unterstützung. Neben dem Ausweich-Assistenten, der bei Stadt- und Landstraßentempo langsamere oder stehende Fahrzeuge erkennt und durch gezielte Lenkimpulse dabei hilft, ein Ausweichmanöver einzuleiten, ist eine Falschfahrer-Warnfunktion an Bord. Für eine erweiterte Sicherheit sorgt das Cloud-System im Puma, auf dem lokale Gefahrenhinweise eingehen.

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Ford
Im Cockpit des Puma lassen sich viele Sicherheitssysteme ak- und deaktivieren.

Zum Sicherheitspaket des Kamiq zählen unter anderem City-Notbremsassistent, Spurhalteassistent, adaptiver Abstandstempomat, Müdigkeitsassistent und Multikollisionsbremse. Gegen Aufpreis sind noch ein Tot-Winkel-Warner, eine Rückfahrkamera, ein Parkassistent, ein Farnlichtassistent und ein Querverkehrswarner hinten zu haben. Immer mit an Bord ist ein automatisch ausklappender Türkantenschutz. gegen Aufpreis gibt es eine automatisch öffnende Heckklappe oder auch eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung.

Skoda Kamiq, Interieur
Skoda
Der Kamiq zeigt sich ebenso aufgeräumt und praktisch im Innenraum.

Motorenvarianten und Getriebe

Die Preise für den neuen Puma beginnen bei 23.150 Euro für den 125-PS-Benziner in der Ausstattungslinie Titanium. Das wird auch die Basis bleiben, günstigere Linien sind aktuell nicht geplant. Über Titanium rangieren Titanium X (ab 25.350 Euro) und die ST Line X (ab 26.900 Euro). Puma mit der ST Line X bekommen 48-Volt-Mildhybrid-Technik – sowohl für den Benziner mit 125 PS, als auch für die stärkere Version mit 155 PS. Der 155-PS-Benziner kostet 28.400 Euro. Später soll mit der ST Line eine Ausstattungslinie zwischen Titanium und ST Line X folgen. Bestellbar ist der Puma ab sofort, die Auslieferungen beginnen im ersten Quartal 2020, also spätestens im März.

Das Antriebsportfolio des Skoda Kamiq umfasst fünf Motorisierungen – alle mit Turboaufladung. Basistriebwerk ist ein Einliter-Dreizylinder-TSI mit 95 PS, 175 Nm und Fünfgang-Schaltgetriebe (ab 17.950 Euro). Dessen 115-PS-Version mobilisiert 200 Nm und kommt wahlweise mit 7-Gang-DSG (ab 20.950 Euro) oder Sechsgang-Handschaltung (ab 19.150 Euro). Beide Schaltoptionen gibt es auch für den 1.5 TSI mit 150 PS und 250 Nm. Hierzu sind aktuell noch keine Preise bekannt. Wir rechnen mit Preisen ab 21.350 Euro für den manuellen 6-Gang-Schalter und 23.170 Euro für das 7-Gang-DSG-Getriebe. Der einzige Diesel, der 1.6 TDI mit 115 PS, 250 Nm und SCR-Kat kostet ab ab 23.900 Euro. Abgerundet wird das Motorenprogramm mit einem Dreizylinder-Erdgasmotor. Der 1.0 G-Tec leistet 90 PS und 160 Nm und kommt ausschließlich mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe (Preis aktuell noch nicht bekannt). Hybrid-Freunde werden hier nicht fündig.

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Fazit

Die Vorteile des Puma auf sein knuddeliges Äußeres und das Loch im Kofferraum zu reduzieren wäre falsch. Den geräumigeren Innenraum für die Passagiere bietet der Kamiq.

Die stärkeren Motoren bietet aktuell nur Ford, dafür ziehen die Kölner beim Doppelkupplungsgetriebe erst nach, während der Kamiq das 7-Gang-DSG bereits im Programm hat. Sparen lässt sich im Tschechen mit Erdgas, während Ford auf Mild-Hybridisierung bei stärkeren Motoren als dem G-Tec von Skoda setzt.

Unterm Strich bleibt angesichts der objektiven Vorzüge der kleinen SUV genug Spielraum für den persönlichen Geschmack.

SUV Neuvorstellungen & Erlkönige Frankfurt Motor Show 2019, Germany, Frankfurt, 10.09.2019 - Copyright Stefan Baldauf / SB-Medien Ford Puma (2020) Preise, Daten, Bilder Kleiner Crossover für 23.150 Euro

Mit dem Puma bringt Ford Anfang 2020 einen Crossover auf Fiesta-Basis.

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