Audi Urbansphere Concept (2022) Audi
Audi Urbansphere Concept (2022)
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Audi Urbansphere Concept (2022) 40 Bilder

Audi Urbansphere: Elektrischer Crossover-Van

Audi Urbansphere Elektrischer Riesen-Van für den Großstadt-Stau

Audi wirft mit gleich drei grundverschiedenen Concept Cars einen Blick in die elektrische Zukunft. Am 19. April 2022 debütiert mit dem Urbansphere der dritte Teil der Sphere-Trilogie.

Mit den Zutaten eines Langstrecken-Stromers im Shuttleformat will Audi chinesische Städte erobern. Wir haben vorab im Audi Urbansphere Platz genommen.

Woran denken Sie, wenn es um Visionen zur urbanen Mobilität geht? Kleine, autonom fahrende Einsitzer, die überfüllte Städte entlasten, super effizient sind und dem Motto "weniger ist mehr" folgen? Vielleicht sogar an Zwei- oder Dreiräder? Ja, das kann man. Muss man aber nicht, wie Audi mit dem Urbansphere zeigt, den die Ingolstädter im Rahmen der Beijing Autoshow vorstellen.

Audi Sky Sphere Concept
Alternative Antriebe

Der Urbansphere soll dabei das Trio der Sphere-Concept-Car-Familie vervollständigen und folgt auf die beiden bisherigen Studien: Den Audi Skysphere, der im August 2021 vorgestellt wurde und den Audi Grandsphere, der erstmals im September 2021 gezeigt wurde. Während der Skysphere die sportlichen Aspekte der Marke in den Fokus stellte und der Grandsphere das Thema Reisen beackerte, soll der Urbansphere – wenig überraschend – das städtische Terrain abdecken. Wobei sich das aus den technischen Daten trotz Hinterachslenkung nicht wirklich zwingend ableiten lässt.

Mit 5,51 Metern Länge durch die Stadt

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Mit 5,51 Metern ist der Wagen länger als ein VW T7 Multivan, der knappe fünf Meter misst.

Denn mit einer Länge von 5,51 Metern ist der Wagen länger als ein VW T7 Multivan, der knappe fünf Meter misst. Selbst der Audi A8 in der Langversion kommt nur auf 5,19 Meter. Mit 1,78 Meter Höhe und seinen gegenläufig öffnenden Türen überragt die Studie den imposantesten Serien-Audi, den 1,70 Meter hohen Q8, um acht Zentimeter. Und bei der Breite toppt das Konzeptauto mit 2,01 Metern A8, Q8 und T7: Audis größte Serienlimousine kommt auf 1,95 Meter, das SUV-Topmodell auf knappe 2,00 Meter und selbst der geräumige VW-Bus liegt nur bei 1,94 Meter – allesamt ohne Außenspiegel versteht sich. Die mächtigen 24-Zoll-Räder des Urbansphere leisten bei diesem Auftritt ihr Übriges.

Platz steht in China für Luxus

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Audi hat den Urbansphere von innen nach außen entwickelt.

Aber warum braucht ein Stadtauto eine Verkehrsfläche von mehr als 11 Quadratmetern und wo soll das Parken? Die Antwort auf die erste Frage ist banal wie bestechend, die zweite folgt später: Der Wagen ist so groß, weil der Innenraum dadurch geräumiger wird.

Das Auto wurde nämlich nicht für Europa, sondern für die Wünsche der chinesischen Kundschaft entwickelt und die bewegt sich bekanntermaßen nicht durch enge Altstadtgassen, sondern durch die Staus von überfüllten Megacitys. "Wir haben das Auto zusammen mit unserer chinesischen Kundschaft entwickelt", erklärt Norbert Weber, Chef des Interieur-Designs bei Audi, "und dabei gezielt abgefragt, was die Kunden unter dem Thema Luxus verstehen. Die Antwort war Platz und Raumgefühl."

Das hat man auch zum Anlass genommen, das Auto nicht wie sonst vom Exterieur hin zum Interieur zu gestalten, sondern umgekehrt. Beim Urbansphere wurde zu Beginn der Innenraum gestaltet und dann eine Außenhaut drumherum. Damit die aber nicht ganz so wuchtig wirkt, mussten die Designer zu einigen Tricks greifen. So sind die sogenannten Quattro-Backen, also die ausgestellten Radhäuser, weit weniger stark erkennbar, wie das etwa beim A6 zu oder den anderen Mitgliedern der Sphere-Familie zu sehen ist. Auch die Haube ist relativ kurz. Ein Bauteil, mit dem sowohl Skysphere als auch Grandsphere keineswegs geizten.

Kosmetik sorgt für mehr Dynamik

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Eine Chromzierleiste soll den 1,87 Meter hohen Urbansphere niedriger wirken lassen.

"Nur so konnten wir einen Radstand von 3,4 Metern realisieren und gleichzeitig so viel Platz im Innenraum schaffen", erklärt der Leiter des Exterieur-Designs Philipp Römers. Um das wuchtige, monolithische Van-Format zu kaschieren, wurde außerdem etwa 15 Zentimeter unter der gläsernen Dachlinie eine Chromzierleiste über die Seitenlinie gespannt, die den Urbansphere in im Profil etwas flacher und dynamischer wirken lässt.

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Über LED-Lichtfelder an Front und Heck kommuniziert der Urbansphere mit der Außenwelt.

Front und Heck zeichnen sich durch große LED-Flächen aus. Vorn sind die vertikalen Linien des riesigen Singleframes mittels LED-Leisten umgesetzt worden, die von einer Matrix-LED-Fläche flankiert werden. Mit ihnen soll das Fahrzeug mit seiner Umgebung kommunizieren. Ähnliches findet sich auch am Heck. Wichtig ist diese Funktion, da der Urbansphere, wie seine beiden Brüder der Sphere-Familie als autonomes Fahrzeug (Level-4) konzipiert wurde, bei denen die Insassen bei den meisten Fahrten keine Fahraufgabe übernehmen müssen. Damit wäre auch die Frage nach der Parkplatzsuche geklärt. Das autonome Auto fährt einfach weiter und parkt schlicht nicht.

6 Sitze, aber kein Sharing-Auto

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Die mittleren Sitze lassen sich um 60 Grad neigen.

Mit seinen sechs Sitzen und der automatisierten Fahrfunktion würde der Urbansphere die perfekten Voraussetzungen für ein effizientes Sharingkonzept in der Stadt mitbringen. Quasi ein autonomes Luxus-Shuttle für die urbanen oberen 10.000. Ziemlich genau so fühlt es sich an, wenn man auf den bequemen Sitzen in der fahrbaren Lounge Platz nimmt. Alles sehr gediegen, kuschlig und es braucht nicht viel Vorstellungskraft, sich die passenden edlen Tropfen und Haute-Cuisine-Häppchen dazuzudenken.

Wenn es nach den Audi-Designern geht, richtet man sich mit dem Stadtauto aber an die private und Business-Kundschaft, die in der zweiten Reihe Platz nehmen und in der Regel ihren Chauffeur und Assistenten dabei haben, am Wochenende vielleicht auch einmal die Familie. Hinten gibt es zwei Notsitze, vorn zwei reguläre Plätze, die aber deutlich weniger Beinfreiheit genießen, als die zu verwöhnenden Passagiere in der Mitte.

Klappbares, transparentes Riesendisplay

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Vor den mittleren Passagieren schwebt ein transparentes Riesendisplay. Auf zwei weiteren Bildschirmen können sich beide separat beschäftigen.

Dort in der zweiten Reihe ist auch der aus dem Grandsphere bekannte Wasserspender in einer höhenverstellbaren Mittelkonsole untergebracht, mit dem längere Aufenthalte im Auto angenehmer und wohnlicher gestaltet werden sollen. Außerdem steht den Insassen der mittleren Reihe mit dem Cinema Screen ein riesiges, transparentes OLED-Display zur Verfügung, das die gesamte Fahrzeugbreite einnimmt und vom Dachbereich vertikal eingeschwenkt werden kann.

Auf ihm sollen Filme gezeigt, aber auch Video-Konferenzen abgehalten werden können – bei Bedarf auch im Split-Screen-Modus. Wird der Bildschirm nicht genutzt, kann er nach oben, unter den verglasten Dachbereich geklappt werden. Aus der Windschutzscheibe kann man aber noch immer nicht uneingeschränkt schauen. Echten Luxus versteht man in China offenkundig auch darin, auf die Rückenlehne des Personals zu blicken – selbst wenn man es nicht braucht, weil das Auto ja allein fährt.

Entspannen, Privatsphäre und Unterhaltung

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Die breiten Kopfstützen der neigbaren Sitze schaffen Privatsphäre.

Ganz ohne Screen müssen die Passagiere in der zweiten Reihe aber selbst dann nicht auskommen: In den Vordersitzen sind noch einmal etwas kleinere Bildschirme in den Rückenlehnen eingearbeitet, auf denen sich die Passagiere getrennt voneinander beschäftigen können.

Damit es dabei auch richtig gemütlich wird, können die Sitze bis zu 60 Grad geneigt und eine Beinauflage ausgefahren werden. Zusammen mit dem flauschigen Teppich, dem noblen Interieur und dem Raumgefühl einer Präsidentensuite vergeht die Zeit sicher wie im Flug – selbst wenn sich draußen die anderen die Räder im Stau eckig stehen. Und falls das lauschige Ambiente nicht ausreicht: Im sogenannten Relax- und Entertainmodus sollen die Fahrten dann zudem durch Meditations-Apps angenehmer gestaltet werden. Für mehr Privatsphäre gibt es außerdem die Möglichkeit eine Blende aus der Kopfstütze ausfahren zu lassen, die die Insassen von den anderen Passagieren etwas abschottet und die private Sound-Zone in den Kopfstützen noch besser nutzen lässt.

Gestensteuerung und Eye-Tracking

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Zusätzlich zu den Reglern und Schaltern gibt es eine Gestensteuerung mit Eye-Tracking.

Da man in dieser Liege-Position kaum mehr an die Bedienelemente des MMI touchless response kommt, lassen sich auch diese per Gestensteuerung unterstützt von einem Eye-Tracking-System bedienen und reagieren mit munter zappelnden Grafiken auf die Befehle.

Der MMI touchless response Controller steht auch den Passagieren in der ersten Reihe zur Verfügung, statt großem Cinema-Screen oder anderen Displays wird das Infotainment dort über einen Projektor dargeboten, der edles Hainbuchen-Furnier beleuchtet, ähnlich wie im Grandsphere. Analog zur Vorgänger-Studie sind auch Pedalerie und Lenkrad im Urbansphere ausfahrbar und im autonomen Fahrmodus kaum sichtbar weggeklappt.

Stadtauto mit 750 km Reichweite

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Der Urbansphere basiert auf der PPE-Plattform mit 120-kWh-Akku und 800-Volt-Technik.

Dass der Urbansphere als automatisiertes Stadtauto nicht ganz auf diese Elemente des klassischen Automobilbaus verzichten kann, untermauert das Antriebskonzept. Aufbauend auf der PPE-Plattform soll der 120 kWh große Akku Reichweiten von bis zu 750 Kilometer möglich machen. Dank 800 Volt-Technik wie im Porsche Taycan und Audi E-Ttron GT sind bis zu 270 kW Ladeleistung drin und binnen 10 Minuten soll Antriebsenergie für 300 km Fahrstrecke nachgeladen werden können, in 25 Minuten soll die Ladung von 5 auf 80 Prozent drin sein. Alles analog zum Grandsphere.

Ebenfalls eher Stadt untypisch setzt Audi beim Urbansphere auf einen Allradantrieb. Angetrieben werden die Räder über je einen Elektromotor an der Vorder- und der Hinterachse, wobei die Vorderachse zugunsten reduzierter Reibung vermutlich auf eine Asynchronmaschine setzen wird und im Rollbetrieb deaktiviert werden kann. Zusammen kommen die beiden E-Motoren auf eine Leistung von 295 kW und ein Systemdrehmoment von 690 Nm.

Gepaart mit der Luftfederung klingt das alles eher nach einem Reisemobil für weite Strecken, dass auch in Gegenden unterwegs sein soll, die nicht Level 4-konform sind.

Anders als die beiden Vorgänger der Sphere-Familie ist der Urbansphere demnach deutlich kompromissbereiter angelegt und nicht gar so spitz auf den Anwendungsfall zugeschnitten, wie etwa der sportliche Skysphere, der sogar auf ein Dach verzichten muss.

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Ans batterieelektrische Auto - es wird schon bald genug Reichweite bieten und nicht länger zum Laden brauchen als Verbrenner zum Tanken.

Fazit

Mit dem Urbansphere stellt Audi das dritte und letzte Mitglied der Concept-Car-Familie vor und rundet das Trio gut ab. Wobei es sich vor allem für europäische Betrachter kaum erschließen wird, welchen Mehrwert der Grandsphere gegenüber dem Urbansphere bietet. Denn das Mehr an Platz bei gleicher Reichweite und machen das vermeintliche Stadtkonzept auch absolut reisetauglich.

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