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Australier verstromen Frittierfett für E-Autos

Strom aus altem Speisefett Australier verstromen Frittierfett für E-Autos

In Australien ist ein Schnellader an den Start gegangen, der seinen Strom aus einem mit altem Speisefett betriebenen Generator gewinnt.

Australien ist mit mehr als 7,6 Millionen km² das flächenmäßig sechstgrößte Land der Erde. Mit nur rund 25 Millionen Einwohnern ist es sehr dünn besiedelt. Das wirft ein Problem auf: Große Distanzen müssen zurückgelegt werden. Gerade die boomende Branche der Elektroautos stellt der Kontinent vor Herausforderungen. Die Reichweiten von elektrifizierten Fahrzeugen sind (noch) nicht so groß, wie bei Verbrennern. Und das Ladenetz ist noch sehr dünn. Zwar schaffte die Firma One aus den USA mit einem Prototyp des Tesla Model S bei einer Testfahrt mehr als 1.200 Kilometer Reichweite, doch noch sind solch große Strecken für E-Autos schwer umsetzbar.

04/2021; Polestar 2
E-Auto

Frittierfett als Energieriegel

Die Lösung: Eine autarke Schnellladestation, bei der altes Speisefett als Kraftstoff für einen Generator dient und so den nötigen Strom für eine Schnellladesäule liefert. In der australischen Nullarbor-Ebene (auch Nullarbor-Wüste) steht nun diese Schnellladestation an einer Raststätte in Caiguna. Die Idee dazu hatte der pensionierte Maschinenbau-Ingenieur Jon Edwards. Biofil-System nennt sich die Erfindung, bei der ein 50-kW-Gleichstrom-Schnellladegerät mit einem Biodiesel-Elektrogenerator verbunden ist. Und dieser läuft mit dem überschüssigen Frittierfett der angeschlossenen Raststätte. Was in Deutschland als undenkbar gilt, ist in Australien normal: Viele Straßenrestaurants liegen so abgelegen, dass sie vom Stromnetz getrennt sind. Das erschwert die Lage für die ansteigende Zahl von Elektrofahrzeugen im Land. Mit dem neuen Biofil-Schnelllader schließt sich eine 720 Kilometer lange Lücke von Schnellladestationen zwischen West- und Südaustralien.

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Altspeisefett betreibt den Generator des Schnellladegeräts.

Solarenergie keine Lösung

Wer sich jetzt fragt, wieso die Australier nicht einfach ihre große Menge an Sonnenenergie nutzen, dem ist zu antworten, dass die Installation von Solarpaneelen fünfmal so teuer gewesen wäre. Eine Biofil-Zapfsäule kostet nur rund 75.000 US-Dollar (umgerechnet rund 66.000 Euro). Deshalb findet das altfettbetriebene Schnellladegerät seinen Platz im australischen Outback. Jon Edwards selbst steckte umgerechnet 255.336 Euro in die Entwicklung seines Biofil-Systems.

Das Caiguna Roadhouse bewahrt das angesammelte Altspeisefett auf, das die aufzuladenden E-Autos benötigen. Laut Edwards benötigt eine vollständige Ladung eines 50-kWh-Elektroautos etwa 18 Liter Altöl. Mit ausreichender Speise-Kundschaft der Raststätte kommt diese Menge schnell zusammen.

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Laut WLTP hat der Polestar 2 mit Long Single Range Motor eine Reichweite von 540 Kilometer.

Polestar 2 tankt Strom aus Frittierfett

Polestar Australien hat den Fritten-Schnelllader bereits mit einem Polestar 2 ausprobiert. Der besitzt eine maximale Reichweite von 540 Kilometer – zu wenig für die bislang 720 stromlosen Kilometer durch das Outback. Mit einem Biofil-Nachschlag zur Halbzeit aber kein Problem mehr. Die Geschäftsführerin Samantha Johnson von Polestar Australien zeigte sich in einer Pressemitteilung daher auch entsprechend begeistert von der Erfindung: "Ein Abfallprodukt in eine CO2-neutrale Ladelösung zu verwandeln, die australische Elektrofahrzeugbesitzer aus dem Osten mit dem Westen verbindet, ist die Art von Einfallsreichtum, die zu so vielen australischen Innovationen geführt hat."

Laut Erfinder Jon Edwards haben in den vergangenen fünf Jahren lediglich fünf Elektroautos pro Jahr die Nullarbor-Ebene durchquert. Wie er dem Magazin The Drive sagte, hofft Edwards auf einen Sprung auf 20 bis 40 Autos pro Jahr in den nächsten zwölf Monaten. Zunächst möchte der Erfinder sein Biofil-System auf Leihbasis anbieten. Auf Paletten stehend soll die Installation mit einem Gabelstapler innerhalb von zehn Minuten möglich sein.

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408 PS und Android-Bedienung - kann es der Polestar 2 mit Teslas Model 3 aufnehmen?
Ja, Verarbeitung und Komfort scheinen erheblich besser zu sein.
Nein, bei der wichtigsten E-Auto-Disziplin Reichweite liegt das Model 3 vorn. Außerdem ist es leichter und sportlicher.

Fazit

Altes Frittenfett als Energielieferant für Elektroautos. Warum nicht? Mit dieser Idee könnten gerade Flächenländern wie Australien infrastrukturelle Ladenachteile ausgleichen. Zumindest so lange, bis Elektrofahrzeuge größere Reichweiten schaffen.

Tech & Zukunft Alternative Antriebe Elektroauto Verbrenner Vergleich Duell Öl Storm Elektromobilität senkt globale Erdölnachfrage Minus 3,3 Prozent Erdöl pro Tag

Laut einer Studie sparen E-Autos 1,5 Millionen Barrel Erdöl täglich.

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