Apple Car Patent Stoßstange Apple / Hyundai / Patrick Lang

Neues Patent: Kann das Apple Car seine Größe ändern?

Neues Patent für variable Größe Wird das Apple Car ein Formwandler?

Apple arbeitet offensichtlich doch wieder an einem eigenen Auto und heuert fleißig weiter Spezialisten aus der Branche an. Ein neues Patent zeigt jetzt außerdem: Das Fahrzeug soll die Größe ändern können.

Die Spekulationen um ein eigenes Auto des Tech-Riesen Apple verfolgen uns nun schon eine ganze Weile. Der US-Konzern führt in dieser Sache vielerorts Verhandlungen, heuert Experten aus der Automobil-Branche an und sichert sich Rechte an innovativen Neuentwicklungen und Systemen. Jetzt ist ein neues Patent aufgetaucht, das eine spannende Idee zeigt.

Apple Car Patent Stoßstange
Apple
Können Sie erkennen, welche Idee sich hinter dieser Patent-Anmeldung versteckt?

Über ein gasgefülltes Kissen jeweils hinter Front- und Heckschürze soll das Auto in der Lage sein, seine Größe zu verändern. Um beispielsweise in kleine Parklücken zu passen, sollen die Stoßfänger eingefahren werden können, indem die Füllung aus den Kissen gelassen wird. Damit andererseits Sicherheit und Aufprallschutz gewährleistet bleiben, blasen sich die Kissen vor Fahrtantritt wieder auf und fahren so die Stoßfänger aus. Natürlich meldet ein Konzern wie Apple jede Menge Patente an und nicht zwingenderweise finden alle davon in der Realität Anwendung. Aber eine spannende Idee wäre so ein "Formwandler" auf alle Fälle.

Ende der Verhandlungen

Bei der Suche nach einem Kooperationspartner hat Apple derzeit weniger Glück als mit der Ideenfindung. Wie der koreanische Autobauer Hyundai am Montag (8. Februar 2021) mitteilte, habe man die Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit Apple beendet. Vor knapp einem Monat hatte der Autobauer noch bestätigt, dass man sich mit Apple in Gesprächen zu den Themen Elektroautos und Batterien befände.

In koreanischen Zeitung Korea IT News hieß es seinerzeit, ein Partnerschaftsvertrag für den Bau von autonomen Elektroautos soll bis Ende März 2021 unterschrieben sein. Zudem spekulierte die Zeitung über eine Fertigung der Apple Cars bei der Hyundai-Tochter Kia in einem Werk im US-Bundesstaat Georgia. Zum Produktionsstart im Jahr 2024 sollen jährlich rund 100.000 Autos vom Band rollen. Später könnte die Jahreskapazität auf 400.000 Fahrzeuge hochgefahren werden. Ein erster Prototyp des Apple Cars soll bereits 2022 präsentiert werden. Sämtliche Infos aus den Medienberichten werden allerdings weder von Hyundai noch von Apple kommentiert.

Hyundai will kein Auftragsfertiger werden

Eine mögliche Kooperation zwischen dem Autobauer und Apple wurde innerhalb des Hyundai-Konzerns kontrovers diskutiert. Die Koreaner stehen traditionell Zusammenarbeiten mit externen Partner kritisch gegenüber. Sogar den Stahl für die eigenen Autos fertigt Hyundai innerhalb eines eigenen Lieferverbunds selbst. Die Tochter Kia habe zwar in seinem US-Werk noch Produktionskapazitäten frei, man wolle aber keinesfalls zum reinen Auftragsfertiger für Apple werden. An diesem Punkt sind nun wohl die Gespräche auch gescheitert.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte vor wenigen Tagen noch mit Bezug auf koreanische Medien gemeldet, dass bereits am 17. Februar 2021 eine Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen unterzeichnet werden könnte. Zudem seien die Amerikaner bereit in den Produktionsdeal rund drei Milliarden Euro in die Hyundai-Tochter Kia zu investieren.

Apple holt Porsche-Mann

Manfred Harrer Porsche
Porsche
Fahrwerkspezialist Manfred Harrer soll von Porsche zu Apple wechseln.

Auf dem Weg zum eigene Auto wildert Apple wohl auch wieder in den Personalrevieren der großen Autohersteller. Wie "Business Insider" meldet, habe sich das Team aus Cupertino die Dienste von Porsche-Entwickler Manfred Harrer gesichert. Der 48-jährige Harrer gilt als Fahrwerkspezialist und war bei Porsche zuletzt Baureihenleiter für den Cayenne.

Viele Hinweise auf Apple-Car

Zuletzt heizte Apple im Sommer 2019 die Spekulationen um ein eigens entwickeltes Elektroauto wieder an, als der iPhone-Hersteller mit Michael Schwekutsch Teslas ehemaligen Entwicklungsleiter für Elektroantriebe eingestellt hatte.

Vor seiner Tätigkeit bei Tesla war Schwekutsch bei mehreren Autoherstellern angestellt und verantwortete dort unter anderem die Entwicklung der Elektro- und Hybridantriebe von BMW i8 und Porsche 918 Spyder sowie von Fiat 500eV und Volvo XC90. In Bereich der Elektromobilität besitzt der Manager also jede Menge Fachwissen, von dem jetzt anscheinend auch Apple profitieren möchte. Bei Apple erbeitet Schwekutsch in der "Special Project Group" – einer nicht näher bekannten Projektgruppe, die dem Namen nach zu urteilen an Produkten abseits des bestehenden Apple-Portfolios arbeitet.

Zuletzt schrumpfte Apple sein Autoteam. Nachdem bereits 2016 hunderte Entwickler vom Project Titan abgezogen wurden, verkleinerte der Tech-Riese Anfang 2019 das Team erneut um 200 Stellen. Dabei gab es sowohl Entlassungen, als auch firmeninterne Versetzungen. Einige der betroffenen Mitarbeiter arbeiten wohl künftig an Technologien zu maschinellem Lernen weiter.

Spekulationen zum Aus des geplanten Apple-Cars wurden zu diesem Zeitpunkt aber nicht bestätigt. Der Konzern sehe nach wie vor große Chancen und Möglichkeiten in autonomen Systemen, betonte ein Apple-Sprecher damals gegenüber CNBC. 2019 wolle sich Apple auf bestimmte Schlüsselbereiche fokussieren, weshalb manche Mitarbeiter aus dem Projekt in andere Unternehmensbereiche versetzt wurden.

Restrukturierung hatte sich bereits angekündigt

Mit der Wiedereinstellung des ehemaligen Tesla-Managers Doug Field im August 2018 hatt sich die Restrukturierung im Project Titan bereits angekündigt. Field arbeitete bis 2013 an der Entwicklung der Mac-Produkte und wechselte dann zum Elektroauto-Hersteller Tesla, wo er sich zum Chefingenieur entwickelte. Denkbar also, dass der erneute Umbau im Project Titan unter der Führung von Field initiiert wurde.

Über das Autoprojekt von Apple wird schon rund vier Jahren viel spekuliert. Von den ehemals über 1.000 Entwicklern, die sich mit dem Apple Car befassen sollten, haben bereits 2016 einige Hundert – darunter auch hochrangige Projektmanager – das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen und bei anderen Elektroauto-Startups angedockt. Statt eines eigenen Autos sollte ab diesem Zeitpunkt eine Software zum autonomen Fahren entwickelt werden. Mit dieser Software wollte sich Apple dann Kooperationspartner in der Autoindustrie suchen. Gerüchte, dass Apple mit BMW und Daimler einen Kooperationspartner suche, wurden aber bereits im Vorfeld dementiert. Eine Zeitlang wurde der i3 als Basis für ein autonomes Auto aus Cupertino gehandelt. Apple imponierte offenbar, dass BMW beim Bau eines Elektroautos mit dem i3 einen ganz neuen Weg gegangen ist. "Die haben uns immer wieder gesagt, wie mutig sie diesen Schritt finden", sagte ein hochrangiger BMW-Manager gegenüber auto motor und sport.

Übernahme von Drive.ai

6/2019, Drive.ai
Drive.ai
Ein autonom fahrender Transporter von Drive.ai

Im Sommer 2019 hatte Apple zudem das auf autonomes Fahren spezialisierte US-Startup Drive.ai übernommen und Medienberichten zufolge "Dutzende" der Mitarbeiter angeheuert – hauptsächlich aus den Bereichen Entwicklung und Produkt-Design.

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Fazit

Apple steigt womöglich doch noch in die Produktion eines eigenen Autos ein. Verhandlungen mit Hyundai als Auftragsfertiger sind jetzt zwar gescheitert, aber die Mannschaft aus Cupertino verstärkt sich weiter personell mit hochkarätigen Spezialisten.

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