06/2019, Nuro Domino's Pizza Delivery Car Domino's
Nuro Autonomes Lieferfahrzeug
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Nuro Autonomes Lieferfahrzeug 7 Bilder

Autonomes Lieferfahrzeug Nuro

Roboterauto mit der Lizenz zum Liefern

In den USA läuft seit einiger Zeit eine Pilotphase für das autonome Lieferfahrzeug von Nuro. Jetzt hat es die Genehmigung zum Ausliefern erhalten.

Same-Day-Bestellungen. Ein Zauberwort in der Welt des Online-Einkaufens. Gemeint ist damit die Möglichkeit, die soeben bestellten Waren noch am selben Tag zu erhalten. Damit diese Art der Bestellungen völlig unabhängig von menschlichen Fahrern durchführbar wird, testete das von Dave Ferguson und Jiajun Zhu im Jahr 2016 gegründete Unternehmen Nuro in den vergangenen Jahren sein völlig autonomes, sprich fahrerloses, Lieferfahrzeug. im Februar 2020 hat das neueste Modell namens R2 vom US-Verkehrsministerium die Genehmigung zum Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr erhalten.

Es gibt allerdings auch Bedingungen, die an diese vorläufig zwei Jahre gültige Ausnahmegenehmigung gebunden sind. So muss das Unternehmen die betroffenen Gemeinden über den Einsatz ihrer Fahrzeuge informieren. Insgesamt dürfen zudem nicht mehr als 5.000 Fahrzeuge des Typs R2 produziert und eingesetzt werden.

Nuro Autonomes Lieferfahrzeug
Nuro
Wird ab sofort in einigen US-amerikanischen Städten zum Straßenbild gehören: der Nuro R2.

Eine Tonne schwer und bis zu 40 km/h schnell

Der maximal 40 Kilometer pro Stunde schnelle und mit LIDAR, Radar, Ultraschall, Audiosensoren sowie zwölf Kameras ausgestattete Nuro R2 wird in den USA gefertigt und fährt rein elektrisch. Im Vergleich zum Vorgängermodell, dem R1, verfügt der R2 über 65 Prozent mehr Batteriekapazität und die Fächer haben eine Temperaturregelung, so dass verderbliche Waren länger frisch bleiben. Genauer gesagt bezieht der R2 seine Energie aus einer 31 Kilowattstunden großen Batterie, die nach gut fünf Stunden geladen ist. Er ist 2,74 Meter lang, 1,30 Meter breit und 1,86 Meter hoch. Die Bremsanlage des 1.150 Kilogramm schweren R2 soll für Fahrzeuge des doppelten Gewichtes konzipiert worden sein und die Materialien an Front und Heck sind für den Fall eines Fußgänger-Zusammenstoßes weicher als üblich gewählt.

Die maximale Zuladung beträgt 190 Kilogramm und das Ladevolumen 634 Liter. Gleichzeitig sind alle fahr- und sicherheitsrelevanten Systeme doppelt abgesichert. Die Ladefläche hinter den beiden selbstöffnenden Türen befindet sich in einer rückenfreundlichen Höhe. Soll heißen, der Kunde muss sich zum Entladen nicht bücken. Ein Generator sorgt für einen nicht überhörbaren Sound, der auf das herannahende, ansonsten lautlos fahrende Fahrzeug aufmerksam macht. Da es sich um ein selbstfahrendes Lieferfahrzeug mit niedriger Geschwindigkeit handelt, „sind bestimmte vom Ministerium traditionell geforderte Merkmale wie Spiegel und Windschutzscheibe für Fahrzeuge, die Fahrer befördern, nicht mehr sinnvoll“, erklärt die US-Verkehrsministerin Elaine L. Chao.

Erste Tests in Scottsdale und Houston

In Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona fährt bereits seit einiger Zeit ein silbernes Ei auf vier Rädern von Haus zu Haus. Aber nicht leer. Denn Nuro konnte mit The Kroger Co. einen ersten gemeinsamen Partner gewinnen. Der Kunde kann per Smartphone-App eine Bestellung bei Amerikas größter Lebensmittel-Supermarkt-Kette und zugleich drittgrößtem Einzelhändler aufgeben und noch am gleichen Tag mit der Lieferung rechnen. Mit genau dieser Applikation ist der Kunde zudem in der Lage, stets den exakten Standort des Roboterfahrzeugs zu sehen. Bei Ankunft erhält er einen Code zum Öffnen der Türen. Der Preis für die Lieferung beträgt knapp fünf Euro. Einen Mindestbestellwert gibt es nicht.

Aber auch andere Dienstleistungen sind denkbar. Beispielsweise, ein Roboterauto als Pizzaboten einzusetzen. Domino's, eine der weltweit größten Pizzalieferanten, testet genau das ab September oder Oktober in Houston. Das System funktioniert ähnlich wie bei der Supermarkt-Bestellung. Für Domino's ist es bereits die zweite Partnerschaft mit einem Autohersteller. Seit 2017 arbeitet die Firma bereits mit Ford im Bereich der selbstfahrenden Autos zusammen; hier sitzt aber noch ein Mensch als Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer. Domino's-Rivale Pizza Hut kooperiert übrigens mit Toyota.

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Fazit

Nuro könnte die Idee von fliegenden Lieferdrohnen verdrängen und mit seinen autonomen Modellen in Zukunft zum festen Bestandteil des Straßenverkehrs werden.

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