Ford Abschleppen und laden Ford
Ford Abschleppen und laden
Ford Abschleppen und laden
GM Fußmassage-System Patent
GM Fußmassage-System Patent 21 Bilder

Skurrile Auto-Patente: Ford lädt E-Autos unterwegs

Skurrile Auto-Patente Ford lädt E-Autos beim Abschleppen mit Diesel-Lkw

Der Name ist Programm: Hier präsentieren wir skurrile Patente der Autohersteller. Darunter die Reifenkühlung mit Spritzwasser von Daimler und die Elektronische-Nase-App von Ford. Ganz neu: Fords Idee, E-Autos von fahrenden Lastwagen laden zu lassen. .

E-Auto-Fahrer, die sich in den Windschatten von Lkw "hängen" um Kilometer zu schinden sind deutlich seltener, als man denkt. Aber es gibt sie natürlich. Sei es, um den Verbrauch noch weiter zu drücken oder, weil es sonst nicht bis zur nächsten Ladesäule langt. Vielleicht haben sich Fords Ingenieure ja von diesem Szenario inspirieren lassen. Die bringen in einem im Juni 2021 veröffentlichten Patent nämlich ebenfalls LKW und Elektroautos zusammen. Allerdings nicht als loser Verbund, sondern als symbiotisches Duo. Es geht um die Idee, E-Autos während der Fahrt laden zu lassen.

Ford Abschleppen und laden
Ford
Das Ford-Patent lässt viel Raum für Spekulationen. Vor allem darüber, wie geladen werden soll.

Dafür sollen die Stromspender sich fest mit dem Empfänger verbinden. Über eine Art Deichsel. Oder über eine Art Anhänge-Gabel, in die die Vorderräder eingehängt werden. Und damit wird auch schon klar, dass die Idee nicht für Deutschland gedacht sein kann. Bei uns ist das Hinterherziehen von Autos als eine Art Anhänger nämlich verboten. In den USA ist das so genannte "flat towing" vor allem bei Reisemobilisten Alltag. Die ziehen schlicht ihr Familienauto hinterm XXL-Wohnmobil her. Ford sieht in der Idee eine Möglichkeit, E-Autos auch in Gegenden mit mieser Lade-Infrastruktur aufladen zu können.

Bei der Frage, wie die E-Autos genau geladen werden sollen, ob per Pufferspeicher im Lkw oder direkt mit der Rekuperationsenergie, lassen die Ford-Kreativen bewusst offen.

Fußmassage für unterwegs

Eine Fußmassage ist eine angenehme Sache. Das dachte sich auch die GM-Entwicklungsabteilung und ließ sich beim US-Patentamt unter der Nummer US 2021/0045966 A1 im Februar 2021 ein Patent für eine pneumatische Fußmassage in Autos sichern.

GM Fußmassage-System Patent
GM
GM-Patent zur pneumatischen Fußmassage.

Die Patentschrift sieht ein System aus pneumatisch angesteuerten Elementen in Pedalform oder geschichteten Matten vor, die im Fußraum eines Autos positioniert werden. Aus einem Druckspeicher heraus werden die einzelnen Massageelemente individuell angesteuert und dabei angehoben oder wieder abgesenkt.

GM Fußmassage-System Patent
GM
Das Massagesystem kann über im Fahrzeugboden zum Einsatz kommen.

Über ein Steuermodul kann die daraus resultierende Wellenbewegung und so das Massageerlebnis konfiguriert werden. Der Fahrer kommt allerdings nicht in den Massage-Genuss, seine Füße haben andere Aufgaben.

Elektronische-Nase-App

Ford Patent stinkende Ride-Share-App
U.S. PATENT AND TRADEMARK OFFICE

Allergiker und Menschen mit einem sehr sensiblen Geruchssinn können aufatmen. Ford präsentierte am 9. April ein Patent für eine "Elektronische-Nasen-App" für Taxis und weitere Mitfahrgelegenheiten. Bekommen Ride-Share-Kunden aktuell vor dem Betreten des Taxis Informationen über den Namen des Fahrers, die Fahrzeugmarke und auch das Modell, Farbe und Kennzeichen sowie zuvor abgegebene Kundenbewertungen mitgeteilt, so fehlten bislang Informationen über Gerüche im Innenraum. Für Allergiker kann eine Fahrt in einem zum Beispiel von Erdnüssen oder Hundehaaren verunreinigten Innenraum schnell zu einem Albtraum werden.

Ford Patent stinkende Ride-Share-App
U.S. PATENT AND TRADEMARK OFFICE
Der Kunde bestellt per App ein Taxi. Das System gleicht die vom Kunden eingegebenen Schwellenwerte mit den Sensoren der zur Wahl stehenden Fahrzeuge ab und bestellt das für den Kunden richtige Fahrzeug.

Das Ford-System (Transportation System Using Odor Preferences, kurz TSUOP) besteht aus verschiedenen Sensoren, einschließlich eines Spektrometers, eines Chromatographen, eines optischen Sensors und eines Metalloxid-Halbleitersensors. Die gesammelten Informationen gleicht eine Software mit den vom App-Nutzer eingespeicherten Schwellenwerten ab. Auf Grundlage dieser Werte bekommt der Kunde dann das zu ihm passende Taxi gestellt.

Seitwärts fahren mit Toyota

Toyota Blinker seitwärts Patent
Toyota
Ein Auto das seitwärts fahren kann, könnte von Toyota kommen. Die Japaner haben Patent auf ein entsprechendes Blinkersystem angemeldet.

Die Vision von der Seitwärtsbewegung mit dem Auto gibt es schon eine Weile. Gerade Fahrschüler wünschen sich häufig, man könnte damit einfach seitwärts einparken. Bislang gibt es allerdings kein straßenzugelassenes Fahrzeug, das die Räder um 90 Grad nach rechts oder links drehen kann. Vielleicht wagt Toyota den Vorstoß, denn die Japaner haben beim Patentamt ein entsprechendes Blinkersystem gemeldet, das der Umwelt anzeigen soll, wann ein Auto sich in – nennen wir es "unorthodoxe" – Richtungen bewegt. Mit dem angedachten System kann das Auto sich auch auf der Stelle drehen. Obwohl dafür an jedem Rad ein Motor sitzt, funktioniert es nicht wie etwa der "Tank Turn" des Rivian, bei dem die Räder in gegenläufige Richtungen drehen. Bei Toyota können die Räder innerhalb des Radhauses tatsächlich 180 Grad auf horizontaler Ebene gedreht werden.

Reifenkühlung mit Spritzwasser

Der Autobauer Daimler hat sich in Großbritannien ein System zur Reifenkühlung mit Spritzwasser schützen lassen. Es überwacht die Reifentemperatur mit einer Infrarotkamera. Werden von den Soll-Werten nach oben abweichende Temperaturen festgestellt, so sprühen drei Düsen im Radkasten Wasser auf die Reifenoberfläche. Um Autofahrern ein Nachtanken zu ersparen, wird das benötigte Wasser direkt am Auto gesammelt. Hierzu werden ablaufendes Regen- oder Schmelzwasser an Front- und Heckscheibe (auch bei der Wagenwäsche) in einen Tank geleitet. Gekoppelt ist das Spritzwassersystem mit einer Pumpe und einer radselektiven Steuerung. Zudem ist in den Wasserkreislauf auch ein Wärmetauscher eingebunden, um bei Bedarf das Spritzwasser anzuwärmen. Aus einem Zusatztank könnten im Winter auch Taumittel beigegeben werden.

Toyota Patent fliegendes Auto
Toyota
Toyota denkt über fliegende Autos nach.

Google lässt Fußgänger kleben

Der Technologiekonzern Google hat sich ein Patent schützen lassen, das den Fußgängerschutz bei der Kollision mit einem Auto verbessern soll. Das Google-System sieht an der Fahrzeugfront eine extrem haftfreudige Schicht vor, an der der Fußgänger quasi kleben bleibt und so nicht zurückgeschleudert wird. Damit die Klebeschicht aber nicht alle möglichen Gegenstände und Insekten einsammelt, soll sie laut Patentbeschreibung unter einer zweischaligen Motorhaube verborgen liegen. Die obere Schicht bricht erst beim Anprall größerer Objekte und gibt dann die Klebefläche frei.

Google Patent Fußgängerschutz
Google
Google setzt auf verbesserten Fußgängerschutz dank Klebetechnik.

Autonomes Autokino

Das Auto als rollendes Kino hat sich Ford beim US-Patentamt sichern lassen. Es folgt auf die Frage, wie sich Autofahrer am besten beschäftigen können, wenn das eigene Fahrzeug künftig komplett automatisiert unterwegs ist. Als guter Zeitvertreib erschien den verantwortlichen Ingenieuren das Anschauen von Filmen. Das sogenannte Autonomous Vehicle Entertainment System enthält eine große Leinwand, die im Dach schlummert und bei Bedarf vor die Windschutzscheibe ausgerollt wird. Ein Beamer hinter der Rückbank projiziert dann das Bild – fertig ist das selbstfahrende Kino. Als weitere Option gibt es eine kleinere Leinwand für die Passagiere auf der Rückbank, so dass der Fahrer noch nach draußen schauen kann.

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Videoprojektor in der Heckklappe

Weitere Patentzeichnungen von Ford zeigen ein SUV-Modell mit einem Videoprojektor in der Heckklappe. Das Gerät ist so montiert, dass es bei geöffneter Klappe die Bilder vom Fahrzeug weg projiziert. Vor einer – bestenfalls weißen – Wand geparkt, ließen sich auf diese Weise Filme oder Sportevents bei einem Picknick unter freiem Himmel genießen. Darüber hinaus könnte der Projektor auch als weitere Lichtquelle dienen und bei Bedarf den Bereich hinter dem Fahrzeug beleuchten.

Ford Patent, Projektor in Heckklappe
Ford
In die Heckklappe integrierter Scheinwerfer von Ford

Toyota mit fliegendem Auto

Im Juni 2016 hat das US-Patentamt ein bereits im Dezember 2014 eingereichtes Patent zu einem fliegenden Auto von Toyota veröffentlicht. Schützen lassen haben sich die Japaner ein faltbares Tragflächensystem. Dieses sieht zwei große, hydraulisch dehnbare Flügeltüren am Fahrzeugheck vor, die nach oben schwenken und dann Raum freigeben, damit sich die darunter zusammengefalteten, vierteiligen Tragflächen entfalten können.

Mit Tränengas gegen Autodiebe

Ein weiteres Skurril-Patent der Japaner ist ein System, das mit Tränengas Autodiebe abwehren soll. Das mag sich zunächst brutal anhören, dürfte allerdings effektiver sein, als eine Alarmanlage oder die herkömmliche Wegfahrsperre. Die Funktionsweise erklärt sich so: Ein im Fahrzeug fest installierter Duftspender, der in der Regel für einen angenehme Luft im Innenraum sorgt und schlechte Gerüche überdeckt, setzt bei unbefugter Benutzung gezielt Tränengas frei und schlägt Langfinger damit in die Flucht. Laut Patent soll das System unrechtmäßige Motorstarts erkennen können und darauf die Tränengas-Attacke aktivieren. Im digitalen Zeitalter ist das System natürlich per Web-Anbindung mit dem Smartphone vernetzt und kann somit auch aus der Ferne bedient werden (gilt auch für den Duftspender).

Toyota Patent, Tränengas
U.S. Patent & Trademark Office
Tränengas-Diebstahlschutz von Toyota.

Selbstreinigende Pick-up-Ladefläche

Ein weiteres Patent des japanischen Autobauers soll Pick-up-Fahrer bei der Reinigung ihrer Fahrzeuge unterstützen. Dafür hat Toyota ein integriertes Ladeflächenwaschsystem entwickelt. Eine Patentzeichnung zeigt, dass die Ladefläche mittels Sprühdüsen gereinigt wird. Die Düsen und die dazugehörigen Leitungen für das Reinigungsmittel sind in die seitlichen Karosserieteile an der hinteren Ladefläche und direkt hinter dem Fahrerhaus eingebaut – und zwar jeweils knapp unter der oberen Kante sowie direkt über dem Ladeboden. Mit dieser Anordnung soll der Schmutz in Richtung der hinteren Ladeöffnung abgetragen und weggespült werden.

Um die Ladefläche tatsächlich waschen zu können, benötigt das System natürlich eine Flüssigkeitsquelle. Dazu wird an der Karosserie ein Wasseranschluss installiert – ähnlich wie bei einem Wohnmobil. Außerdem soll es dem Patent nach einen zweiten Anschluss für Druckluft geben. Denkbar wäre auch, dass Pick-ups, die mit dem Ladeflächen-Reinigungssystem ausgestattet sind, über einen Wassertank oder Druckluftbehälter verfügen. Ob das System jemals angeboten wird, ist noch unbekannt.

Toyota Patent, Pick-up Ladeflächenwaschsystem
U.S. Patent & Trademark Office
Ladeflächen-Waschanlage für Pick-ups von Toyota.

Fazit

Die Vielfalt der Patente kann sich sehen lassen. Ob die potenziellen Alltagshelfer tatsächlich den Weg in die Serienproduktion und -Anwendung finden, ist allerdings fraglich. Zu wünschen wäre es.