Schon 2027: MG plant Festkörper-Batterie in Plug-in-Hybriden

MG plant Festkörper-Batterie in Plug-in-Hybriden
Nächster China-Knaller kommt schon 2027

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.07.2026
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MG4X Elektro-SUV
Foto: MG Cars / Schönfeld

MG will die nächste Entwicklungsstufe der Plug-in-Hybridtechnik zünden. Auf seinem Tech Day in London hat die chinesische Marke angekündigt, künftig Festkörper-Batterien in ihren neuen Plug-in-Hybridmodellen einzusetzen. Den Anfang machen drei SUV der Segmente B, C und D. Parallel führt MG eine komplett neue Plug-in-Hybrid-Generation mit effizienteren Turbobenzinern, neuer Hybrid-Architektur und erweiterten Assistenzsystemen ein.

Festkörper-Batterie erstmals für Plug-in-Hybride

Während sich die Entwicklung von Festkörper-Batterien bislang vor allem auf reine Elektroautos konzentriert, geht MG einen anderen Weg. Die sogenannte SolidCore Battery soll zunächst in Plug-in-Hybriden zum Einsatz kommen. Laut Hersteller basiert sie auf einer semi-feststoffbasierten Zellarchitektur mit einer dreidimensionalen Spinell-Struktur. Gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien mit flüssigem Elektrolyten verspricht MG eine schnellere Leistungsabgabe, eine höhere Energieeffizienz sowie eine deutlich stabilere Performance über einen großen Temperaturbereich.

Vor allem unter ungünstigen Bedingungen – etwa bei niedrigen Temperaturen oder geringem Ladezustand – soll die Batterie ihre Leistung konstanter halten. Gerade Plug-in-Hybride verlieren in solchen Situationen häufig einen Teil ihrer elektrischen Unterstützung und greifen stärker auf den Verbrennungsmotor zurück. Genau dieses Verhalten will MG mit der neuen Batterie reduzieren. Welche Zellkapazität die SolidCore-Batterie besitzen wird oder wann genau die ersten Serienmodelle erscheinen, verriet das Unternehmen allerdings noch nicht.

Neue Plug-in-Hybrid-Generation ab 2027

Allerdings startet MG bereits 2027 mit einer komplett neuen Plug-in-Hybrid-Plattform. Den Auftakt macht der neue MG ZS Plug-in Hybrid+, weitere Modelle folgen. Herzstück sind zwei speziell für Hybridfahrzeuge entwickelte Turbobenziner:

  • 1,1-Liter-Turbo, 100 PS, 175 Nm, über 42 % Wirkungsgrad
  • 1,5-Liter-Turbo, 163 PS, 255 Nm, über 43 % Wirkungsgrad

Dazu kommt ein neu entwickeltes Hybridgetriebe mit zwei zentralen Fahr-Funktionen. Im sogenannten Power Split verteilt es die Leistung kontinuierlich zwischen Verbrennungs- und Elektromotor und hält den Benziner möglichst oft im optimalen Wirkungsgrad. Das "Motor Decoupling" trennt dagegen den Generator im reinen Elektrobetrieb vollständig vom Antriebsstrang. Dadurch entfallen Schleppverluste, was den elektrischen Wirkungsgrad erhöht und gleichzeitig die Geräuschentwicklung reduziert. Nach Angaben von MG arbeitet der Verbrennungsmotor dadurch in rund 90 Prozent aller Fahrsituationen mit einem Wirkungsgrad von über 40 Prozent. Im Elektrobetrieb sollen außerdem bis zu 90 Prozent Wirkungsgrad erreicht werden.

Mehr Leistung und weniger Geräusche

Neben der Effizienz verspricht MG auch spürbare Fortschritte bei den Fahrleistungen. Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll weniger als sechs Sekunden dauern, die Beschleunigung von 80 auf 120 km/h gelingt laut Hersteller in lediglich 3,5 Sekunden. Durch das Entkoppeln des Generators sinkt außerdem die Geräuschentwicklung im Elektrobetrieb um bis zu fünf Dezibel. Das Fahrgefühl soll sich damit stärker an einem reinen Elektroauto orientieren.

Parallel entwickelt MG einen neuen Vollhybrid-Antrieb. Dieser erhält eine für Full-Hybride ungewöhnlich große 3,6-kWh-Batterie sowie ein neues Getriebe. Weitere technische Details nennt der Hersteller bislang nicht.

Assistenzsysteme werden deutlich ausgebaut

Neben dem Antrieb investiert MG auch in automatisiertes Fahren. Bereits 2027 soll ein neues SUV als erstes Modell der Marke mit Navigate on Autopilot (NOA) starten. Das System unterstützt auf Autobahnen unter anderem beim Ein- und Ausfädeln, Spurwechseln und Überholmanövern.

Auch die Parkassistenz wird erweitert. Künftig soll das System über 30 verschiedene Parkszenarien beherrschen und mehr als 300 unterschiedliche Parkplatztypen erkennen. Funktionen wie Vorwärts-Einparken, ferngesteuertes Parken oder automatisches Rückwärtsfahren entlang einer zuvor aufgezeichneten Strecke gehören ebenfalls zur Roadmap. Parallel laufen bereits Level-4-Robotaxi-Erprobungen in Deutschland, China und dem Nahen Osten.

Fazit