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Tesla Model Y, Exterieur
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Tesla Autopilot im Abo: Kauf nicht mehr notwendig

Tesla-Autopilot (FSD) zum Mieten Teurer Kauf des Pakets nicht mehr notwendig

Tesla bietet jetzt in den USA sein Assistenzpaket zum teilautonomen Fahren auch zur Miete an – der Kauf des Pakets ist somit nicht mehr notwendig.

Tesla bietet für seine Modelle gegen Aufpreis ein Assistenzpaket zum teilautonomen Fahren an. In Deutschland heißt diese Option "Volles Potenzial für autonomes Fahren", wobei die Betonung auf "Potential" liegt – autonomes Fahren ist mit der Tesla-Technik noch nicht möglich. Das Paket kostet 7.500 Euro und in den USA 10.000 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 8.502 Euro). Dort heißt die Ausstattung, noch irreführender, "Full Self-Driving Capability", also "Volle Selbstfahrfähigkeit". Das System beherrscht in Sachen Autonomie Level 2 – eine vollautonome Fahrt wäre bei Level 4 möglich (Der Fahrer kann im Bedarfsfall aufgefordert werden, die Führung zu übernehmen. Der Entfall von Lenkrad und Pedalen ist erst bei Level 5 machbar.)

Für das Tesla-Fahrassistenz-Paket wertet ein zentraler im Auto verbauter Rechner zahlreiche Kamerabilder aus.

Alternative zum Kauf

Die vorwiegend mit Kameradaten arbeitende Tesla-Technik versagt regelmäßig beim Erkennen stehender Objekte, was in Kombination mit unaufmerksamen Fahrern bereits zu schweren Unfällen geführt hat. Deshalb steht der sogenannte Autopilot seit seiner Markteinführung Mitte Oktober 2015 unter massiver Kritik und ist selbst unter Tesla-Fahrern höchst umstritten. In Foren-Diskussionen spricht sich häufig eine Mehrheit der Fahrer gegen einen Kauf der Autopilot-Option aus, während andere dessen Vorzüge in Sachen Fahrkomfort betonen. Tesla-Chef Elon Musk hat das nicht davon abgehalten, den Preis des Fahrassistenzpakets kontinuierlich anzuheben – auf die jetzt gültigen 7.500 Euro/10.000 Dollar. Er selbst sinnierte sogar einmal darüber, dass die Technik eigentlich 100.000 Dollar (84.990 Euro) wert sei. Vielleicht hat die Mischung aus hohem Preis und unzuverlässiger Technik dazu geführt, dass Tesla-Kunden den Autopiloten nicht mitbestellen, vielleicht sind es andere wirtschaftliche Erwägungen – jedenfalls bietet Tesla das Assistenzpaket jetzt zur Miete beziehungsweise im Abo an.

Die Fahrt mit der Aktivierten Assistenz-Technik ermöglicht kein autonomes Fahren, sondern nur teilautonomes Fahren auf dem Level 2 (vollautonom wäre ab Level 4).

Hohe Miete plus eventuelles Hardware-Upgrade

Für 199 Dollar (169 Euro) pro Monat können Tesla-Fahrer die Full Self-Driving Capability mieten – eine Kündigung der Option ist jederzeit möglich. Allerdings gibt es ein paar Einschränkungen: Ohne weitere Voraussetzungen ist die Miete nur bei Teslamodellen möglich, die mit der FSD-Computerhardware 3.0 (HW3 – in den ersten Modellen seit April 2019 im Einsatz) ausgerüstet sind. Alle anderen müssen sich erstmal ein Hardware-Upgrade für 1.500 Dollar (1.275 Euro) kaufen, um die Grundlagen für das dazugehörige Software-Update zu schaffen.

09/2019, Tesla Smart Summon Fail
@fj4518 / Twitter
Mit der sogenannten Summon-Funktion soll der Tesla autonom über einen Parkplatz zum draußen wartenden Fahrer fahren - in der Praxis funktioniert das oft nicht, wie zahlreiche Teslafahrer berichten und im Internet mit Fotos dokumentieren.

Kauf und Miete parallel im Angebot

Über ein entsprechendes Abo-Modell hat Elon Musk bereits seit Jahren laut nachgedacht. Einige interessierte Tesla-Fahrer hatten dabei die Befürchtung, dass es die Autopilot-Option nur noch als Abo gibt – mit dem rasanten Preisanstieg für diese Option haben sich diese Befürchtungen allerdings verflüchtigt. Jetzt gibt es das Kauf- und das Abo-Modell parallel. Ob die Kauf-Option demnächst verschwindet und wann auch europäische Kunden das Assistenzpaket zum teilautonomen Fahren mieten können, ist bisher nicht bekannt.

Bei Tesla laufen die für das teilautonome Fahren notwendigen Daten im Full Self Driving Computer (FSD Computer) zusammen.

Keine Autonomie in Sicht

Wer in den USA das Mietangebot annimmt, bekommt von Tesla eine E-Mail, in der ein Teil des Umfangs der gemieteten Funktionen aufgelistet ist: Unterstütztes Navigieren, automatische Spurwechsel, autonomes Einparken, Summon (Bereitstellung: Das Auto fährt auf einem Parkplatz autonom zum draußen wartenden Fahrer) und das Erkennen von Ampeln und Stopp-Schildern. Dahinter folgt der ausdrückliche Hinweis, dass die gebuchten Funktionen eine permanente Überwachung durch den Fahrer erfordern und keine autonome Fahrt ermöglichen.

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Ja, ich kann ja schließlich immer noch selbst eingreifen.

Fazit

Elon Musk geht beim Tesla-Assistenzpaket zum teilautonomen Fahren, dass der Elektroauto-Hersteller früher unter dem irreführenden Begriff "Autopilot" vermarktet hat, parallel zu einem Mietpreis-Modell über. US-Kunden können die umstrittene Technik zwar weiterhin für einmalig 10.000 Dollar kaufen, aber ab sofort ist auch eine jederzeit kündbare Miete für 199 Dollar pro Monat möglich.

Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass auch hier ein entsprechendes Mietangebot kommen dürfte. Der Preis für "Volles Potenzial für autonomes Fahren" beträgt hierzulande 7.500 Euro, eine Miete könnte 199 Euro pro Monat kosten.

Die jetzt mögliche Miete ist zwar hoch – aber sie gibt Interessenten die Möglichkeit, die Technik kostenpflichtig zu testen, bevor sie sich für eine noch deutlich teurere Anschaffung des Assistenzpakets entscheiden. Dabei ist es lobenswert, dass Tesla dem allgemeinen Trend weg von langfristigen Knebelverträgen folgt und jederzeit eine Kündigung der Miete ermöglicht.

Ob Musk die Mietoption anbietet, weil das System vielen Kunden beim Einmalkauf einfach zu teuer war, ist unbekannt. Was sich auf jeden Fall vorläufig nicht ändert: Die "Full Self-Driving Capability" macht den Tesla nicht autonom – der Fahrer muss beim Fahren die gleiche Aufmerksamkeit aufbringen, wie ohne die Assistenztechnik.

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