Going Green
Neue Mobilität im Alltag
Tesla Autopilot-Unfall in Arizona Arizona Department of Public Safety
Tesla Model S Autopilot-Crash
Tesla Model S Autopilot-Crash
Tesla Model-S Unfall Indiana
Tesla Model-S Unfall Indiana 8 Bilder

Sie haben das Limit frei verfügbarer Artikel für diesen Monat erreicht.

Registrieren und kostenlos weiterlesen

Wir verwenden Ihre E-Mail Adresse, um Ihnen Angebote zu ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen aus unserem Haus anzubieten. Sie können diesen Dienst jederzeit mit dem in der E-Mail befindlichen Abmeldelink beenden oder der Nutzung Ihrer Daten zu Werbezwecken widersprechen unter motorpresse@datenschutz.de.

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden und nehmen die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Tesla-Autopilot mit Not-Abschaltung?

Tesla-Autopilot und Not-Abschaltung Vertuscht Tesla Autopilot-Unfälle?

Schlimmer Verdacht: Schalten Tesla-Systeme den Autopiloten kurz vor einem Crash automatisch aus, um Ermittlungsbehörden zu täuschen?

Teslas System zum teilautonomen Fahren nach Level zwei heißt umgangssprachlich Autopilot, weil der Elektroautohersteller die Technik anfänglich selbst so bezeichnet hat. Inzwischen heißt die Option "Volles Potenzial für autonomes Fahren" und kostet in Deutschland happige 7.500 Euro Aufpreis. Seit ihrer Einführung kommt es unter Einsatz der sogenannten Autopilot-Technik immer wieder zu schweren Unfällen mit Toten und Verletzten. Über die vergangenen Jahre hat Tesla die Probleme nicht in den Griff bekommen – bei jedem weiteren schweren Unfall ermitteln die Behörden, ob das Autopilot-System aktiviert war. Jetzt taucht ein schlimmer Verdacht auf: Eine US-Behörde untersucht, ob Tesla eine Abschalt-Einrichtung installiert hat, die den Autopilot kurz vor einem drohenden Crash deaktiviert.

Tesla Model S Autopilot-Crash
North Carolina State Highway Patrol
Ein unter Autopilot fahrender Tesla ist in dieses stehende Polizeiauto der North Carolina State Highway Patrol gerast - dabei brach das linke Hinterrad des Dodge Charger ab.

NHTSA bisher mit durchwachsenen Tesla-Ergebnissen

Die untersuchende Verkehrsbehörde ist die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), die in den ersten Jahren der Autopilot-Unfälle keine gute Figur gemacht hat. Teslas Angabe, dass die Fahrer in der Betriebsanleitung darauf hingewiesen werden, dass sie auch dann permanent die volle Verantwortung für das Fahren haben, wenn der Autopilot aktiviert ist, reichte der Behörde trotz zahlreicher schwerer Unfälle aus. Dass die Tesla-Systeme seinerzeit nicht die Aufmerksamkeit des Fahrers ausreichend überwacht haben, dass der Autopilot auch in dicht besiedelten Gebieten mit unübersichtlichem Verkehr aktivierbar ist und dass die Zeit für eine Rückübernahme der Kontrolle für den Fahrer im Falle einer Notsituation zu kurz sein könnte – das alles interessierte die NHTSA offenbar nicht. Die Behörde hatte noch nicht einmal ein Problem damit, dass Tesla für eine Auswertung von Daten zur Sicherheit des Autopiloten teils vollkommen absurde Werte lieferte – so ließ die NHTSA in diese Auswertung sogar Daten von Autos mit einer negativen Kilometer-Laufleistung einfließen. Die Behauptung, dass der Autopilot das Fahren sicherer machen würde, war bei einem gründlicheren Blick auf die Auswertung wieder vom Tisch. Wie es zu der fehlerhaften Analyse kommen konnte, ist bis heute unklar.

System hat Probleme mit stehenden Hindernissen

Seit August 2021 ermittelt die NHTSA nun schon in Fällen, in denen Teslas unter Einsatz des Autopiloten am Straßenrand stehende Autos rammen. Dies passiert regelmäßig und oft sind Polizeiautos, Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen betroffen, die bei Unfällen naturgemäß häufig mit eingeschaltetem Blaulicht am Straßenrand stehen. Die Tesla-Technik hat zweifelsohne große Probleme, am Straßenrand stehende Hindernisse zu erkennen. Von der Untersuchung betroffen sind 830.000 Fahrzeuge aller aktuell angebotenen Baureihen (Model S, Model X, Model 3 und Model Y) aus den Jahren 2014 bis 2022 – das ist zirka ein Drittel der bisherigen Tesla-Produktion.

Tesla Model S Autopilot-Crash
North Carolina State Highway Patrol
Der Fahrer dieses Tesla Model S, ein Arzt aus North Carolina, schaute bei aktiviertem Autopilot einen Film auf seinem Handy - und knallte dabei in ein stehendes Polizeiauto.

16 mal Abschaltung kurz vor Unfall

Laut US-Medien hat die NHTSA jetzt einen Report veröffentlicht, in dem Untersuchungs-Experten ein höchst irritierendes Detail ihrer Ermittlungs-Ergebnisse bekanntmachen: Das Autopilot-System habe sich in 16 Fällen in weniger als einer Sekunde vor dem jeweiligen Crash deaktiviert ("interrupted the control of the vehicle less than one second before the impact"). Damit hätte der Fahrer zum einen keine Chance, noch rechtzeitig die volle Kontrolle über das Fahrzeug zurückzuerlangen und zum anderen könnte eine Untersuchungsbehörde den Eindruck gewinnen, der Unfall sei ohne eingeschalteten Autopilot geschehen. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass Tesla eine Autopilot-Abschalteinrichtung in das System zum teilautonomen Fahren eingebaut hat, um Ermittlungsbehörden über den Einsatz der fehlerhaften Technik zu täuschen, steht dem Hersteller ein massiver Skandal ins Haus. Bei Abschalteinrichtungen zur Täuschung von Behörden kennen US-Behörden kein Pardon – siehe der VW-Abgasskandal. Dabei könnte es egal sein, ob ein Not-Abschaltsystem für Autopiloten in Crash-Situationen ausdrücklich verboten ist.

Hat sich Elon Musk verrannt?

Teslas dauer-twitternder Chef Elon Musk hat sich bisher nicht zu dem brisanten Untersuchungs-Aspekt der NHTSA geäußert. Er selbst gilt als vehementer Verfechter für Technik zum autonomen Fahren – die diversen Rückschläge, die Tesla in dieser Hinsicht seit zehn Jahren permanent einsteckt, scheinen seine Haltung nicht zu beeinflussen. So sieht es die NHTSA beispielsweise mit großer Sorge, dass Tesla Autopilot-Betatests, also Tests mit noch nicht komplett fertig entwickelter Software, im öffentlichen Straßenverkehr durchführt. Musk selbst war Ende 2019 fest davon überzeugt, dass bereits ab Anfang 2020 große vollautonome Model-3-Flotten Taxidienste verrichten – drei Jahre später stehen Teslas immer noch auf dem Autonomie-Level 2, das Erreichen des vollautonomen Level 5 scheint noch jahrelang nicht machbar. Einziger Hersteller mit nach Level 3 teilautonomen Fahrzeugen ist aktuell Mercedes mit seiner S-Klasse und deren rein elektrischem Pendant EQS. In einer Auswertung des unabhängigen US-Verbraucherportals Consumer Reports belegte Teslas Autopilot nur den zweiten Rang hinter dem Super-Cruise-System von GM.

09/2019, Tesla Smart Summon Fail
@fj4518 / Twitter
Selbst beim sogenannten smarten Herbeirufen (Smart Summon) bei niedrigen Geschwindigkeiten schafft es das Autopilot-System manchmal nicht, die Spur zu halten.

Bremsungen und fehlerhaftes Herbeirufen

Und nicht nur die Zahl der Teslas, die auf am Straßenrand stehende Fahrzeuge auffahren, steigt permanent. Immer mehr Fahrer berichten von unwillkürlichen Bremsmanövern ihrer Autos. Diese sogenannten Phantombremsungen finden aus voller Fahrt auf freier Strecke und ohne erkennbare Hindernisse statt. Bei der NHTSA haben sich innerhalb von neun Monaten 354 Tesla-Fahrer über derartige Phantombremsungen beschwert. Da auch Fahrer anderer Automarken von solchen unwillkürlichen assistenzsystembedingten Bremsungen berichten, hat die Behörde weitere Hersteller zum Liefern von Informationen zu ihrer Assistenz-Technik aufgefordert. Ebenfalls regelmäßig für Ärger sorgt Teslas System zum vollautonomen Herbeirufen des Fahrzeugs über kurze Distanzen mit Blickkontakt und niedriger Geschwindigkeit (Smart Summon). Dabei verlassen Teslas teilweise die Fahrbahn und rammen Hindernisse. Kürzlich ist ein Tesla im Smart-Summon-Modus während einer Flugzeugausstellung auf einem Flugplatz mit einem teuren Privatjet zusammengestoßen.

Wann die NHTSA weitere Ermittlungsdetails zur möglichen autonomen Tesla-Autopilot-Abschaltung kurz vor Unfällen liefert, ist nicht bekannt – gerade beim Thema Tesla-Autopilot sind die Ermittlungen der Behörde bisher eher langwierig.

Umfrage

4558 Mal abgestimmt
Würden Sie den sogenannten Tesla-Autopilot nutzen?
Nein, dafür hat das System inzwischen zu oft versagt.
Ja, ich kann ja schließlich immer noch selbst eingreifen.

Fazit

Tesla ist in Sachen Elektroauto-Entwicklung Benchmark – kein anderer Hersteller kann bisher auch nur ansatzweise mit dem Durchbruch mithalten, den Tesla in Sachen E-Auto bisher geleistet hat. Reichweiten, Performance, Lade-Systeme und Lade-Infrastruktur, moderne Bediensysteme, Fern-Updates und Fahrzeug-Packaging: Überall ist Tesla führend oder wenigstens ganz vorn mit dabei. Beim Thema autonomes Fahren hat sich Tesla-Chef Elon Musk aber möglicherweise verrannt.

Von Anfang an sind schwerste Unfälle ein dauerhafter Begleiter von Teslas sogenanntem Autopilot-System. Für die Tesla-Verantwortlichen gab es bisher trotzdem nur den Weg nach vorn – schließlich sind rein formal immer die Fahrer schuld, selbst wenn sie vielleicht kaum noch auf einen drohenden Crash reagieren konnten. Jeder weitere schwere Unfall, der unter dem Einsatz des Autopiloten entsteht, kratzt aber heftig am Image von Tesla – der Elektroautohersteller preist die Technik zum teilautonomen Fahren schließlich als Sicherheitsgewinn.

Jetzt steht ein schwerer Verdacht im Raum: Der US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) sind 16 Fälle aufgefallen, in denen sich der Tesla-Autopilot in unter einer Sekunde vor einem Unfall selbst ausgeschaltet hat. Die Ermittler versuchen nun herauszufinden, ob diese Abschaltvorrichtung dazu da ist, Behörden zu täuschen. In der jüngeren Vergangenheit gab es allerdings Unfälle mit und ohne eingeschalteten Autopilot. Wenn Tesla also wirklich eine Autopilot-Abschalteinrichtung installiert hat, funktioniert sie jedenfalls nicht immer.

Tesla
Artikel 0 Tests 0 Baureihen 0 Videos 0
Alles über Tesla
Mehr zum Thema Going Green - Neue Mobilität im Alltag
McMurtry Speirling
E-Auto
F1 - Formel 1 - CO2 - 2030
Aktuell
6/2022, Renault Kangoo Van E-Tech Electric
Fahrberichte
Mehr anzeigen