Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) vergleicht Crash-Beteiligungen von hoch automatisiert fahrenden Fahrzeugen (Level 4) mit denen von menschlichen Fahrern – pro gefahrener Strecke und in denselben Regionen und Jahren. Für Waymo im vollautonomen Betrieb kommt das IIHS auf 68 Prozent weniger polizeirelevante Crash-Beteiligungen als bei Menschen. Die Forscher sehen Waymo außerdem selten als auffahrendes Fahrzeug oder als primären Beitragsfaktor in den untersuchten Crashs.
Der wichtigste Trick der Studie: erst die Melde-Schwelle angleichen
Autonome Systeme landen in den USA über Pflichtmeldungen in Datenbanken, menschliche Crashs meist nur dann, wenn die Polizei sie aufnimmt. Das IIHS gleicht diese Welten an und codiert die Unfall-Berichte aus den Pflichtmeldungen manuell: Würde eine vernünftige Person den entsprechenden Unfall der Polizei melden – ja, nein oder vielleicht? Nur 22 Prozent der gemeldeten L4-Vorfälle gelten danach als (vielleicht) polizeirelevant, und zwei Drittel dieser relevanten Fälle passieren im vollautonomen Betrieb.
Warum Waymo überhaupt auswertbar wird
Waymo liefert eigene VMT-Angaben (VMT: Vehicle Miles Traveled – gefahrene Fahrzeugmeilen) und ermöglicht damit einen Vergleich "pro gefahrene Meile" statt nur "pro gemeldeten Vorfall". Andere Betreiber lassen diese Transparenz vermissen, und die Studie kann sie deshalb nicht sinnvoll einbeziehen.
Tesla liefert das Gegenbeispiel: 14 Crashmeldungen, wenig Kontext
Tesla hat im Februar dieses Jahres gezeigt, wie schwer eine Sicherheitskennzahl ohne klare Trennung nach Betriebsmodus wird. Teslas Robotaxi-Dienst in Austin taucht mit 14 gemeldeten Crash-Vorfällen in der NHTSA-Datenbank auf, darunter ein Fall, den Tesla später in seiner Schwere hochgestuft hat. Gleichzeitig schwärzt Tesla die Hergangsbeschreibungen in den öffentlich einsehbaren Datensätzen oft als "confidential business information" (vertrauliche Geschäftsinformationen).

Nach Auswertung einer neuen Studie sieht es so aus, als wenn hochautomatisiert fahrende Fahrzeuge des Fahrdienst-Anbieters Waymo seltener in Polizeiberichts-relevante Zwischenfälle verwickelt sind als menschliche Fahrer.
Daten statt PR: Genau das fordert das IIHS jetzt indirekt ein
Das IIHS zeigt mit seiner Methodik, wie stark Meldepflichten, Schwellenwerte und Datenqualität den Vergleich verzerren. Die Forscher kritisieren zugleich, dass ihr manuelles Codieren der Berichte nicht skalieren kann, wenn die Zahl der Robotaxis und Vorfälle steigt. Sie fordern praktisch: einheitlichere Crash- und VMT-Daten für Level-4-Flotten, damit Sicherheitsbewertungen schneller und präziser funktionieren.
Deutschland: Waymo baut Strukturen auf
Waymo baut Strukturen in Deutschland auf: Tochter in München, Ausschreibungen für Berlin und München. Eine offizielle Zusage für einen Start hierzulande fehlt allerdings. Hier helfen die IIHS-Forderungen: Wer Robotaxis in neue Märkte bringt, muss Betrieb, Modi und Sicherheitsdaten so dokumentieren, dass Behörden und Öffentlichkeit sie prüfen können.












