Twitter-Profil Elon Musk mit Waschbecken NurPhoto via Getty Images

Wegen Musk: Audi, Opel und GM stoppen Twitter-Werbung

Reaktionen auf Elon Musks Twitter-Übernahme Nach GM stoppen Audi, Opel und VW Twitter-Werbung

Für Automarken ist Social Media ein wichtiges Marketinginstrument. Mit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk wandert das Netzwerk jetzt auf die Rote Liste der ersten Tesla-Konkurrenten. Nach GM folgen die Marken des Stellantis-Konzerns und VW-Töchter wie Audi.

Seit Jahren ist das Thema Social Media bei den Autobauern ein Großes. Ganze Abteilungen kümmern sich bei jedem Hersteller darum, Kundenfragen zu beantworten, Influencer zu versorgen und die eigenen Botschaften und Produkte gekonnt in Szene zu setzen.

Mit der 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme am 27. Oktober 2022 von Twitter durch Tesla-Chef Elon Musk verändert sich das Verhältnis zu dem Nachrichtendienst. Denn auch wenn Musk den Kauf des Unternehmens immer damit begründete, für mehr Transparenz und Meinungsfreiheit auf der Plattform sorgen zu wollen, haben einige Autobauer offenbar Bedenken, wenn der Eigentümer einer Social-Media-Plattform der Chef eines konkurrierenden Unternehmens ist.

Neben zahlreichen Kündigungen in der Chefetage und angedrohten Freistellungen in der Belegschaft gelten zu Musks ersten Amtshandlungen auch das Versprechen, der "blaue Haken", der eigentlich zur Verifikation von Nutzerkonten berühmter Personen diente, solle künftig Geld kosten. 8 Dollar, lies Musk, wie könnte es anders sein, per Twitter verlauten.

GM pausiert Werbung bei Twitter

Zu den Skeptikern zählen beispielsweise der amerikanische Autohersteller General Motors und die französische Marke Citroën aus dem Stellantis-Konzern. GM erklärte nach der Übernahme am Freitag gegenüber CNBC, seine Werbung auf Twitter zunächst zu pausieren, bis man herausgefunden habe, in welche Richtung sich Twitter nun weiterentwickle. Man wolle deshalb mit Twitter sprechen, um zu verstehen, wohin es mit dem neuen Eigentümer gehe. Das sei ein normales Vorgehen, bei einer so signifikanten Veränderung bei einer Media-Plattform.

VW-Konzern empfiehlt Werbe-Pause bei Twitter

Nach GM meldete sich am Freitag, dem 4. November, auch der VW-Konzern zu Wort. Man empfehle seinen Marken, "ihre bezahlten Aktivitäten auf der Plattform bis auf Weiteres zu pausieren." Als Grund führt Volkswagen an, dass Twitter unter seinem neuen Chef angekündigt habe, die Richtlinien für die Platzierung solcher Inhalte zu überarbeiten.

Ein endgültiger Werbestopp sei das ähnlich wie bei GM aber nicht. Man beobachte die Situation aber genau und werde entsprechend der weiteren Entwicklungen über die weiteren Schritte entscheiden. Audi of America stoppt das Engagement beim Kurznachrichten Dienst aber schon bis auf weiteres.

Keine Twitter-Werbung mehr von Stellantis

Auch der französisch-Italienisch-Amerikanische Vielmarkenkonzern Stellantis ist von der Übernahme durch Elon Musk verunsichert. "Wir pausieren die bezahlten Werbebeiträge, bis wir ein klareres Bild von der Zukunft der Plattform unter der neuen Führung haben", erklärt das Unternehmen. Damit sind die Marketing-Töpfe von Marken wie Jeep, Opel, Citroen, Peugeot, aber auch Fiat, Alfa Romeo, Ram, Dodge und Co. erst einmal außer Reichweite für Twitter.

Während bei den anderen Autobauern die Diskussion über den Verbleib auf der Social Media Strategie noch vorwiegend intern stattfindet, war Citroën einer der ersten Autobauer, der sich überhaupt zur Causa Musk-Twitter äußerte.

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Citroën: Ein Gruß an die Konkurrenz

"Hallo an die Social-Meda-Plattform eines unserer Konkurrenten", twitterte die französische Automarke aus dem Stellantis-Konzern. Nach Rückzug klingt das zwar nicht, aber so, als sei man sich möglichen Konsequenzen durch den Wechsel auf der Twitter-Chefetage sehr bewusst.

Andere Autobauer gaben zu diesem Thema bislang noch keine offiziellen Stellungnahmen, aus denen sich eine Veränderung der bisherigen Social-Media-Strategie ableiten ließe. Aus der Welt ist die Sache aber sicherlich noch nicht.

Twitters Finanzierung wackelt seit Jahren

Für Elon Musk und vor allem für Twitter ist das keine gute Nachricht. Denn der Nachrichtendienst hat ohnehin seit Jahren mit einem ineffizienten Monetarisierungsmodell zu kämpfen und schreibt deshalb regelmäßig rote Zahlen. Wenn Großkunden wie GM oder die VW-Marken wegfallen, verschlechtert sich die Bilanz weiter.

GM ist seit 2007 mit einem Account bei Twitter registriert, also bereits seit einem Jahr nach der Gründung der Plattform. Die Kommunikation mit den Kunden sei GM bei Twitter daher weiterhin sehr wichtig. Den Dialog mit ihnen wollte man daher aufrechterhalten.

Besonders schwierig an der Situation: Falls jetzt doch nach und nach andere Autohersteller dem Vorbild von GM und dem Volkswagen-Konzern folgen sollten, würden sie – zumindest in Teilen – auch Elon Musks Strategie in Sachen Werbung für Tesla folgen. Denn der Elektro-Autobauer erklärt immer wieder, dass er bewusst auf geschaltete Werbungen verzichtet, weil er sich von anderen Wegen mehr Verbreitung der Markenwerte verspreche. Dumm nur, dass Musks neustes Unternehmen auf genau dieses Geld angewiesen sein dürfte.

Fazit

Elon Musk hat Twitter für viel Geld gekauft. Neben seinem aggressiv vorgetragenen Bestreben, die Meinungsfreiheit auf der Plattform zu befördern, muss er darum bemüht sein, sein Investment zu refinanzieren. Das ruft den Argwohn von Konkurrenten von Musks Unternehmen Tesla hervor. Schließlich ist die Neutralität des Algorithmus, der die Aufmerksamkeitsströme des Netzwerks steuert, sowas wie dessen kritische Infrastruktur.

Die ersten Konsequenzen folgen auf dem Fuße: GM pausiert seine Werbeschaltungen bei dem sozialen Netzwerk und will sich erst einmal anschauen, wohin die Neuausrichtung der Social-Media-Plattform führt. Den selben Schritt ist jetzt auch der Vielmarkenkonzern Stellantis gegangen und der VW-Konzern hat seinen Marken empfohlen, auf Werbung zu verzichten. Ob andere Autobauer dem Beispiel von GM und Co. folgen, ist noch offen.

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