Die neuen Regeln sind Teil einer Reform der spanischen Straßenverkehrsordnung, die der Ministerrat am 23.06.2026 verabschiedet hat. Nach Angaben der Verkehrsbehörde DGT sollen damit insbesondere Motorradfahrer und andere besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer besser geschützt werden.
Handschuhe und geschlossene Schuhe vorgeschrieben
Künftig müssen Motorrad- und Mopedfahrer auf Straßen außerorts zertifizierte Schutzhandschuhe tragen. Zusätzlich schreibt Spanien auf sämtlichen Straßen geschlossene Schuhe vor. Offene Schuhe oder Sandalen erfüllen die neuen Vorgaben damit nicht mehr.
Wer gegen diese Vorschriften verstößt, begeht nach der neuen Straßenverkehrsordnung einen schweren Verkehrsverstoß. Die DGT sieht dafür ein Bußgeld von 200 Euro vor.
Die Handschuhpflicht gilt allerdings nicht unmittelbar zum 1.10.2026. Sie wird erst verbindlich, sobald eine Ministerialverordnung die technischen Anforderungen an die Schutzhandschuhe festgelegt hat. Bis dahin können weiterhin Handschuhe verwendet werden, wie sie heute bereits üblich sind.
Strengere Anforderungen an Motorradhelme
Auch bei Motorradhelmen verschärft Spanien die Vorschriften. Künftig reicht eine bloße Zertifizierung nicht mehr aus. Stattdessen müssen Helme offiziell homologiert sein. Für die meisten Motorradfahrer dürfte sich dadurch allerdings wenig ändern, da in Europa verkaufte Motorradhelme bereits eine ECE-Zulassung besitzen und damit die erforderliche Bauartgenehmigung erfüllen.
Spanien möchte mit der Verordnung Billig-Helme aus dem Verkehr ziehen. Für diese Änderung gilt eine längere Übergangsfrist. Die neue Helmvorschrift wird erst am 1.10.2027 verbindlich.
Auch deutsche Motorradfahrer sind betroffen
Die Vorschriften gelten unabhängig davon, in welchem Land das Motorrad zugelassen ist. Wer nach Inkrafttreten der Reform mit dem Motorrad in Spanien unterwegs ist, muss deshalb ebenfalls die neuen Anforderungen erfüllen.
Gerade bei längeren Touren oder Urlaubsreisen dürfte künftig neben Helm und Schutzkleidung auch die Wahl des Schuhwerks eine größere Rolle spielen. Für viele Fahrer ist insbesondere die neue Pflicht zu geschlossenen Schuhen eine Änderung gegenüber den bisherigen Vorschriften.
Warnwestenpflicht für professionelle Fahrer
Eine weitere Neuerung betrifft Fahrer von Lieferdiensten. Wer beruflich mit Motorrad oder Moped unterwegs ist, muss künftig jederzeit eine reflektierende Warnweste tragen. Auch hier handelt es sich nach Angaben der DGT um einen schweren Verkehrsverstoß, der mit 200 Euro geahndet wird.












