E-Auto-Prämie: Wie China von deutschen Steuergeldern profitiert

E-Auto-Prämie
Wie China von deutschen Steuergeldern profitiert

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.08.2026
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Deutsche E-Auto-Förderung chinesische Hersteller profitieren
Foto: KI-generiert / AI generated

In einer Zeit, in der wir gefühlt nur noch mit schlechten Nachrichten konfrontiert werden, lesen sich die KBA-Zahlen des Monats Juli wie die Erfüllung eines langgehegten Traumes: Der Pkw-Markt bleibt insgesamt leicht im Plus. Der E-Auto-Absatz mit PHEV steigt um 44 Prozent (nur BEV sogar um 61,7 Prozent) und gemessen am Gesamtabsatz beläuft sich der Anteil auf 41 Prozent – der höchste Wert für die Stromer seit dem Aus jener Förderprämie, die bis Ende 2022 galt.

Deutsche Hersteller verlieren, chinesische gewinnen Marktanteile

Scheint so, als ob unsere Steuergelder hier gut angelegt wären. Aber der Schein trügt. Der staatliche Zuschuss fördert zwar den Verkauf der Stromer. Aber er dient damit nicht dem Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland. Dazu Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management: "Die deutschen Konzernmarken dominieren den heimischen BEV-Markt zwar nach wie vor, ihr gemeinsamer Marktanteil ist im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch von 63,5 Prozent auf 54,2 Prozent spürbar zurückgegangen." Insbesondere Tesla, die Stellantis-Marken und die chinesischen Hersteller können ihre Marktanteile bei den batterieelektrischen Neuzulassungen merklich erhöhen, wobei vor allem der Marktführer Volkswagen verliert. Aber auch unter Berücksichtigung aller Antriebe zählen in den ersten sieben Monaten die chinesischen Hersteller zu den großen Marktgewinnern, während deutsche und japanische Hersteller Marktanteile verlieren.

e-mobil bw

Schauen wir uns im Detail an, welche Marken und Modelle nach den Analysen des Bundesumweltministeriums von der Förderung profitieren: Auf Platz 1 Tesla, immerhin mit dem Model Y aus dem Werk Grünheide. Das Model 3, das mit 1.517 mehr Förderungen erreichte als die ganze Marke VW, fertigt Tesla allerdings in Shanghai. Als Konzern immerhin schaffte Volkswagen die meisten Förderungen (6.239). Denn es folgen auf den Plätzen im Markenranking Skoda (2), Cupra (3), Hyundai (4), auf Rang 5 VW als Marke und nur knapp dahinter die China-Marke Leapmotor, dann Kia und auf Rang 8 mit BYD eine weitere chinesische Marke. Die verzeichnete beispielsweise im Juli in Deutschland ein Wachstum von 365,4 Prozent. Im gleichen Monat hatten die internationalen Hersteller bei den BEVs einen Marktanteil von 49,4 Prozent, ihre BEV-Zulassungen in Summe stiegen um 93,7 Prozent, während die deutschen Hersteller bei den BEVs um 43,7 Prozent zulegten.

Im Markenranking bei den Förderungen schaffte es Renault auf Rang neun, BMW auf 10, Opel und Ford liegen mit je weniger als 1.000 Förderungen auf den Plätzen 12 und 13, Mercedes liegt abgeschlagen auf Rang 21.

Im Klartext: Während deutsche Steuergelder fließen, sinkt der deutsche Anteil am Elektroautomarkt. Ein solches Ranking hätte man verhindern können, wenn man die Förderung an eine europäische Wertschöpfungskette geknüpft hätte, die zum Beispiel auf die Montage in Europa oder die Nutzung von in Europa hergestellten Batteriezellen hätte beziehen können.

Donald Trumps USA führen uns vor

Die USA machen uns diese Form des Protektionismus unter ihrem Präsidenten Donald Trump quasi täglich vor. Besser gesagt: Sie führen uns damit vor. Stefan Bratzel: "Die Elektromobilität und chinesische Newcomer verändern künftig die Kräfteverhältnisse im deutschen Markt nachhaltig. Förderrichtlinien und Regulation sind entsprechend anzupassen, sodass die Wertschöpfung vorwiegend in Europa stattfindet und unfaire Geschäftspraktiken vermieden werden."

Fazit