Die EU-Kommission soll Ausgleichszölle auf Plug-in-Hybride aus China vorbereiten. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf hochrangige EU-Beamte. Brüssel will damit ein Schlupfloch schließen, das chinesische Hersteller wie BYD erfolgreich nutzen, um die bereits bestehenden Sonderzölle auf reine Elektroautos zu umgehen. Eine Entscheidung über die neuen Zölle könnte bereits in den nächsten Wochen fallen.
Die EU-Kommission erweitert ihre handelspolitischen Maßnahmen gegen China. Nachdem seit Ende 2024 bereits Sonderzölle auf reine Elektroautos anfallen, sollen diese nun auch für Plug-in-Hybride gelten. Ziel der Maßnahme ist es, als wettbewerbsverzerrend eingestufte Subventionen für chinesische Automobilhersteller auszugleichen.
Das Thema stand bereits auf der Agenda des jüngsten EU-Gipfels. Anders als bei der Einführung der E-Auto-Zölle stellt sich die deutsche Bundesregierung den Plänen diesmal offenbar nicht entgegen.
Chinas Plug-in-Hybrid-Offensive
Grund für das Handeln der Kommission ist eine Verlagerung der Importe. Chinesische Marken scheinen seit Inkrafttreten der E-Auto-Zölle vermehrt auf Plug-in-Hybride zu setzen, um die hohen Abgaben zu umgehen. Wie das Branchenportal electrive.net berichtet, war BYD im Mai 2026 mit 4.290 Neuzulassungen erstmals Marktführer für Plug-in-Hybride in Deutschland. Rund 70 Prozent aller deutschen BYD-Neuzulassungen entfielen zuletzt auf Modelle mit kombiniertem Antrieb. Vor allem der kompakte SUV Atto 2 DM-i und der größere Seal U DM-i erfreuen sich großer Beliebtheit.
Die geplanten PHEV-Zölle folgen auf die bestehende Regelung für reine E-Autos. Seit dem 31. Oktober 2024 erhebt die EU herstellerspezifische Sonderzölle. Zusätzlich zum Basiszoll von zehn Prozent fallen für Elektroautos von BYD beispielsweise weitere 17 Prozent an, für Geely 18,8 Prozent und für Fahrzeuge des MG-Mutterkonzerns SAIC sogar 35,3 Prozent.
Plug-in-Hybride waren von dieser Regelung bislang ausgenommen. Für sie gilt lediglich der reguläre Einfuhrzoll von zehn Prozent. Dieser Umstand schafft einen starken Anreiz für die Hersteller, ihr Angebot in Europa anzupassen.
Was die neuen Zölle für Käufer und Hersteller bedeuten
Die neuen Zölle für Plug-in-Hybride sollen laut des Handelsblatt-Berichts ebenfalls herstellerspezifisch ausfallen. Experten erwarten jedoch, dass die Sätze im Schnitt niedriger liegen als bei reinen Stromern. Grund dafür ist der geringere Anteil der Batterie an der Wertschöpfung eines Plug-in-Hybrids.
Für Autokäufer bedeutet dies, dass die Preise für viele chinesische Plug-in-Hybride in Kürze steigen dürften. Wir informieren Sie hier, sobald die EU genauere Informationen veröffentlicht.












