Damit reiht sich BMW in eine Entwicklung ein, die Konkurrenten wie Mercedes-Benz, Audi, Porsche und Volkswagen bereits seit längerem belastet.
Besonders bemerkenswert ist der Schritt, weil BMW lange als vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber den Problemen der Branche galt. Während andere Hersteller ihre Prognosen mehrfach anpassen mussten, verwiesen die Münchner auf ihre internationale Produktion und ihr breites Antriebsangebot. Nun sieht sich auch BMW gezwungen, die Erwartungen deutlich zurückzunehmen. Für Konzernchef Milan Nedeljković kommt die Gewinnwarnung nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt.
Schwaches China-Geschäft belastet BMW
Als wichtigste Ursache nennt BMW die Entwicklung in China. Nach Angaben des Unternehmens hat sich die Situation auf dem dortigen Automarkt im zweiten Quartal weiter verschlechtert. Die Wettbewerbssituation habe sich deutlich verschärft, während positive Entwicklungen in Europa und den USA die Rückgänge in China nicht ausgleichen könnten.
Zusätzlichen Druck erzeugen die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten. BMW verweist auf hohe Energiepreise sowie eine zunehmende Kaufzurückhaltung vieler Kunden. Beide Faktoren würden Ergebnis und Cashflow bereits im laufenden zweiten Quartal spürbar belasten. Aktuelle Zahlen des chinesischen Branchenverbands CPCA zeigen die Dimension der Marktschwäche. Im Mai wurden in China rund 22 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai summiert sich der Rückgang auf knapp 20 Prozent.
Rendite fällt deutlich niedriger aus
Die Folgen zeigen sich in den angepassten Unternehmenszielen.
Vor allem bei der Profitabilität fällt die Korrektur deutlich aus. Die operative Marge im Automobilgeschäft soll nur noch zwischen einem und drei Prozent liegen. Bisher hatte BMW vier bis sechs Prozent erwartet.
BMW verschärft den Sparkurs
Parallel zur Gewinnwarnung kündigte BMW zusätzliche Struktur- und Effizienzmaßnahmen an. Das Unternehmen spricht von einmaligen Belastungen im zweiten Halbjahr 2026, deren positive Wirkung erst in den kommenden Jahren sichtbar werden soll.
Welche Maßnahmen konkret geplant sind, ließ der Konzern offen. Beobachter sehen Parallelen zu den Sparprogrammen anderer Hersteller. Ob BMW ebenfalls Personalmaßnahmen plant, beantwortete das Unternehmen bislang nicht. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung sei dazu bisher keine Entscheidung getroffen worden.
Neue Klasse bleibt der wichtigste Hoffnungsträger
Unverändert hält BMW an seiner Produktoffensive fest. Bis 2027 sollen mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle erscheinen. Im Mittelpunkt steht die Neue Klasse, deren Technik schrittweise auf das gesamte Modellprogramm übertragen werden soll. Der vollelektrische iX3 läuft bereits im Werk Debrecen in Ungarn vom Band. Weitere Modelle, darunter der neue i3, folgen in den kommenden Monaten. BMW sieht in der neuen Fahrzeuggeneration einen zentralen Baustein für die künftige Entwicklung des Konzerns.












