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UK stoppt Ausbau intelligenter Autobahnen

Großbritannien stoppt Bau intelligenter Highways Weiter „dumme“ Autobahnen in England

Das Vereinigte Königreich will keine intelligenten Autobahnen mehr bauen. Dem Entschluss waren Berichte über technische Mängel vorausgegangen.

Das Prinzip der intelligenten oder dynamischen Verkehrsführung auf Autobahnen haben Verkehrsforscher und Mobilitätsexperten schon längere Zeit auf dem Tisch. Konkret handelt es sich dabei um digitale Anzeigen, die den Verkehr je nach Aufkommen leiten. Erkennt die Verkehrsüberwachung beispielsweise einen Stau, werden die Autobahn-Nutzer bereits mehrere Kilometer vorher via digitaler Anzeigetafeln darüber informiert. Je nach Situation werden dann auch Tempolimits oder alternative Routen ausgespielt. An manchen Stellen dienen die Systeme auch zur Stauvermeidung, indem bei steigendem Verkehrsaufkommen etwa der Seitenstreifen für einen begrenzten Abschnitt als Fahrbahn freigegeben wird. In Deutschland kommt diese Art der dynamischen Verkehrsführung zum Beispiel auf der A8 rund um Stuttgart oder auf der A52 bei Mönchengladbach zum Einsatz. Besonders Gegner eines generellen Tempolimits versprechen sich von dieser smarten Lösung mehr Sicherheit auf den Autobahnen.

Nicht dann fahren, wenn alle fahren: Clevere Routenplanung hilft gegen die Staufalle.
Petair - Fotolia
Um Staus zu vermeiden, geben dynamische Leitsysteme bei steigendem Verkehrsaufkommen beispielsweise den Seitenstreifen als Fahrspur frei.

Großbritannien erprobt die dynamische Verkehrsführung ebenfalls, doch nun wurde der Ausbau sogenannter "Intelligenter Autobahnen" gestoppt. Als Grund führt das Verkehrsministerium Berichte über teils tödliche Unfälle an. So seien zwischen 2014 und 2019 insgesamt 38 Menschen auf den entsprechenden Autobahn-Abschnitten ums Leben gekommen, weil teilweise Überwachungskameras ausgefallen oder falsch ausgerichtet waren und die Verkehrssituation in der Folge falsch oder gar nicht beurteilt werden konnte, wie der Spiegel berichtet. 600 Kilometer solcher dynamisch regulierten Straßen gibt es im Vereinigten Königreich, 480 weitere Kilometer sollten bis 2025 folgen. Die Regierung setzt den weiteren Ausbau nun für fünf Jahre aus, um die erhobenen Daten auszuwerten und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zu entwickeln.

Sicher, aber nicht sicher genug

In Relation zur Zahl der Verkehrstoten gehören die intelligenten Streckenabschnitte zu den sichersten des Landes, wie die britische Regierung ebenfalls bestätigt. Doch offenbar wird das von den Bürgern nicht so wahrgenommen. Man wolle nun also weitere Tests durchführen, bis eine Entscheidung über den Ausbau der smarten Autobahnen gefällt wird. Wie diese Tests aussehen sollen, ist nicht bekannt. Offiziell abgesegnet wurde dagegen bereits der Bau etlicher zusätzlicher Haltebuchen für Pannenfahrzeuge – planmäßig alle 1,2 Autobahn-Kilometer, sofern es die räumliche Situation erlaubt. Dafür stehen laut Autoexpress 390 Millionen Pfund (rund 467 Millionen Euro) zur Verfügung. Die bereits aktiven dynamischen Leitsysteme büßen indes nur einen Teil ihrer Funktionen ein. Während die Geschwindigkeitsregelung bestehen bleibt, wird das situationsabhängige Befahren des Seitenstreifens mit sofortiger Wirkung gestoppt.

Straßenbau, Baustelle, Autobahn
Getty Images
Großbritannien stoppt den Ausbau dynamischer Leitsysteme für fünf Jahre. In Deutschland geht es dagegen bundesweit voran. Jüngst wurden zwei zentrale Leitstellen für das gesamte Straßennetz eingerichtet.

Die smarten Autobahnen bilden auch einen Teil des Rückgrats für das autonome Fahren. So sollen perspektivisch die Autos selbst Informationen mit den Verkehrsleitsystemen teilen, wenn sie beispielsweise Zeuge eines Unfalls werden oder an ein Stauende gelangen, damit Nachfolgende schon aus großer Distanz gewarnt werden können. In Deutschland sollen ab diesem Jahr bundesweit dynamische Systeme auf den Autobahnen zum Einsatz kommen. Zuletzt wurden dafür zwei zentrale Leitstellen für ganz Deutschland eingerichtet, nachdem vorher jedes Bundesland in Eigenregie seine Verkehrsüberwachung und -regelung überwacht hatte. Übrigens haben auch die modernen Assistenzsysteme heutiger Autos einen großen Anteil an der gesteigerten Sicherheit auf Autobahnen. Welche Systeme ab 2022 Pflicht in Neuwagen sind, erfahren Sie in unserer Fotoshow oben im Artikel.

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Fazit

Großbritannien stoppt den Ausbau intelligenter Autobahnen für fünf Jahre, um Daten auszuwerten und weitere Sicherheitskonzepte zu entwickeln. Zwar zählen die dynamisch geregelten Straßenabschnitten zu den sichersten des Landes, doch bei der Bevölkerung scheint ein anderer Eindruck zu bestehen. Britische Medien hatten über technische Probleme berichtet, die zu Unfällen geführt hatten. Das wolle man nun überprüfen.

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