In Deutschland gibt es immer wieder Demonstrationen auf Autobahnen, teils blockieren die Demonstranten die Schnellstraßen dabei komplett. Ähnliches passiert in unseren Nachbarländern: In Tirol findet am Samstag (30.5.2026) auf der Brennerautobahn ebenfalls eine Demonstration statt, die die wichtige Nord-Süd-Route für mehrere Stunden lahmlegen wird. Um es vorwegzuschicken: Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund, daran zu rütteln. Es sei denn, Leben wird gefährdet. Oder es kommen sogar tatsächlich Menschen zu Schaden.
Schwere Verletzungen und Todesfälle
So geschehen dieser Tage auf der A 20 bei Dersekow nahe der Anschlussstelle Greifswald, wo ein 62-jähriger Autofahrer durch eine Demonstration auf einer Autobahnbrücke so stark abgelenkt wurde, dass er heftig bremste und in der Folge einen Auffahrunfall verursachte, bei dem er selbst sehr schwer verletzt wurde. Im Oktober letzten Jahres kam es auf der A 7 bei Bollingstedt in Schleswig-Holstein sogar zu einem Unfall mit Todesfolge, während auf einer Brücke darüber eine Demonstration unter dem Einsatz von Scheinwerfern durchgeführt wurde.
Kein rechtlicher Verstoß, denn die Veranstaltung war ordnungsgemäß angemeldet. Trotzdem ist die Reaktion der Polizei Schleswig-Holstein richtig, Versammlungen auf der betroffenen Brücke vorerst zu untersagen.
Müssen Autobahnbrücken anders geschützt werden?
Stellt sich die Frage: Müssen Autobahnbrücken nicht ganz anders geschützt werden? Denn unabhängig von Versammlungsrecht und Meinungsfreiheit – wer kennt sie nicht, die Menschen, die scheinbar harmlos winken? Nach vielen Zwischenfällen mit Steinewerfern fragen sich Autofahrer zu Recht: Wirft da jetzt noch jemand etwas auf die Straße?
Viele Brücken sind wichtige Verbindungsrouten für Wanderer, Fahrradfahrer und Wildtiere. Trotzdem brauchen wir im Zeitalter weltweiter Nachahmer und der Manie, spektakuläre Videos auf Social Media zu teilen, einen besseren Schutz – und wenn es nur durch Sichtwände ist. Demos würden dann automatisch an anderer Stelle stattfinden, und zwar ohne das kostbare Gut Meinungsfreiheit zu gefährden.












