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Verlustgeschäft: Hyundai mit Qualitätsproblemen

Teure Qualitätsprobleme bei Hyundai Millionen-Strafe für Hyundai

Der koreanische Hersteller Hyundai hat teure Qualitätsprobleme. Zahlreiche Rückrufe führten zu einem operativen Verlust von 234 Millionen Euro im dritten Quartal 2020.

Wegen der Beilegung einer Sammelklage im Zusammenhang mit Motor-Problemen ist der koreanische Autobauer erstmals seit mehr als zehn Jahren operativ in die roten Zahlen abgerutscht. Wo im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von mehr als 280 Millionen Euro die Bücher geschmückt hat, klafft nun ein 234 Millionen Euro tiefer Riss, wie Hyundai jetzt bekannt gegeben hat.

Zu diesen Kosten gesellt sich nun noch eine saftige Strafzahlung von 137 Millionen Dollar (ca. 115 Millionen Euro), wie aktuell bekannt wurde. Grund dafür sind Verzögerungen bei den angeordneten Rückrufen, die Sanktion spricht die US-Behörde NHTSA aus (National Highway Traffic Safety Administration). Dabei handelt es sich nicht um eine einzige Verzögerung, sondern viele kleine Nachlässigkeiten, die sich seit mehreren Jahren summieren. Jetzt ist den zuständigen Behörden offenbar der Geduldsfaden gerissen. Nimmt man Konzernschwester Kia hinzu, könnte sich die Strafe gar auf insgesamt 210 Millionen Dollar belaufen, wenn beide Hersteller die Maßnahmen nicht entsprechend den Vorstellungen der NHTSA umsetzen.

Brandgefahr durch Kurzschluss

Zuletzt mussten die Koreaner in den USA 180.000 Tucson zurückrufen. Ein durch Korrosion verursachter Kurzschluss der ABS-Steuerung sorgte für Brandgefahr, selbst bei abgeschaltetem Motor. Die Verantwortlichen hatten den SUV-Kunden daher empfohlen, ihr Auto nicht in der Garage, sondern im Freien zu parken. Erst kurz zuvor mussten 600.000 Modelle von Hyundai und Konzernpartner Kia in Kanada und den USA ebenfalls wegen Brandgefahr die Werkstatt aufsuchen. In diesem Fall wurde ausgelaufene Bremsflüssigkeit als ursächlich identifiziert. Aktuell prüfe man seitens des Herstellers, ob die Probleme auch weitere Märkte abseits der USA betreffen.

Hyundai Grand Santa Fe 2.2 CRDi Front
Rossen Gargolov
Ebenfalls eines der Problem-Autos: Der Santa Fe aus den Baujahren von 2013 bis 2015

Im Februar war das ABS-Problem bereits bei rund 430.000 Kleinwagen-Modellen der Koreaner aufgetreten, etwas später reihte sich auch der Kia Stinger in die wenig ruhmreiche Liste ein. Insgesamt berichtet die amerikanische NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) von mehr als drei Millionen potentiell defekten Fahrzeugen von Hyundai und Kia. Mehr als 3.000 Brände wurden mittlerweile gemeldet. Geht man in der Statistik bis auf das Jahr 2015 zurück, sind sogar sechs Millionen Fahrzeuge von den Rückrufaktionen betroffen. Zuletzt hatte Hyundai übrigens die neue Generation des Tucson vorgestellt. In unserer Fotoshow können Sie sich den SUV anschauen, bislang auch ganz ohne Flammen.

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Fazit

Hyundai Motor hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 mindestens zehn Prozent des Weltmarktes für Elektroautos einzunehmen. Vielleicht hat der Konzern mit elektrischen Antriebskonzepten mehr Erfolg.

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