Post vom Kraftfahrt-Bundesamt: Warum schreibt das KBA 200.000 Fahrzeug-Halter an?

Post vom Kraftfahrt-Bundesamt
Warum schreibt das KBA 200.000 Fahrzeug-Halter an?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.06.2026
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Kraftfahrt-Bundesamt Brief
Foto: KI generiertes Bild

Hintergrund ist die Fahrleistungserhebung 2026. Dafür werden bundesweit Fahrzeughalter zufällig ausgewählt und gebeten, Angaben zum Kilometerstand ihres Fahrzeugs zu machen.

Mit der Erhebung wollen Bund und Behörden erstmals seit 2014 wieder aktuelle Daten darüber gewinnen, wie viele Kilometer die in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge tatsächlich zurücklegen. Die Ergebnisse sollen später unter anderem als Grundlage für Verkehrsplanung, Infrastrukturinvestitionen, Unfallforschung sowie Umwelt- und Klimastudien dienen.

Zufällige Auswahl aus dem Fahrzeugregister

Die Befragung ist Teil der Fahrleistungserhebung 2026, die vom Bundesministerium für Verkehr beauftragt wurde. Koordiniert wird das Gesamtprojekt durch die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt). Das Kraftfahrt-Bundesamt übernimmt die Durchführung der Halterbefragung. Aus dem Zentralen Fahrzeugregister werden dafür rund 200.000 Fahrzeuge per Zufallsverfahren ausgewählt. Betroffen sein können Pkw, Motorräder, Nutzfahrzeuge und weitere Fahrzeugarten.

Die ausgewählten Halter erhalten ein Schreiben des KBA mit der Bitte, die Kilometerstände ihres Fahrzeugs zu zwei festgelegten Zeitpunkten mitzuteilen. Dadurch lässt sich ermitteln, welche Fahrleistung innerhalb eines bestimmten Zeitraums erbracht wurde.

Was Autofahrer im Brief erwartet

Der Brief enthält Informationen zur Teilnahme sowie die Möglichkeit, die Angaben online oder per Post zu übermitteln.

Gefragt werden insbesondere:

• aktueller Tachostand des Fahrzeugs
• weiterer Tachostand zu einem zweiten Stichtag
• Angaben zum Fahrzeugeinsatzzweck

Die Befragung läuft in insgesamt sechs Wellen zwischen Juni 2026 und September 2027. Zwischen den einzelnen Befragungsrunden liegen jeweils etwa neun Wochen.

Muss man teilnehmen?

Eine Verpflichtung zur Teilnahme besteht nicht. Wer den Brief erhält, muss die Fragen nicht beantworten. Das KBA betont jedoch, dass jede Rückmeldung die Aussagekraft der Ergebnisse verbessert. Da die Daten auf den gesamten Fahrzeugbestand in Deutschland hochgerechnet werden, soll eine möglichst hohe Beteiligung die Genauigkeit der Erhebung erhöhen.

Nach Aussage des KBA werden die personenbezogenen Daten ausschließlich für die Fahrleistungserhebung verwendet. Die Verarbeitung erfolgt nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung. Personenbezogene Daten sollen spätestens drei Monate nach Abschluss der jeweiligen Befragung gelöscht werden.

Wofür die Daten verwendet werden

Die Fahrleistung eines Fahrzeugs ist eine wichtige Kennzahl für zahlreiche Bereiche der Verkehrsforschung. Sie dient unter anderem als Grundlage für die Planung und den Ausbau von Straßen, für die Bewertung von Unfallrisiken und für die Berechnung von Energieverbrauch und Emissionen im Straßenverkehr.

Darüber hinaus werden die Daten genutzt, um die tatsächliche Nutzung verschiedener Fahrzeugarten besser zu verstehen. Dies betrifft sowohl private Pkw als auch gewerblich genutzte Fahrzeuge.

Parallel zur Halterbefragung läuft deshalb eine zweite Untersuchung. An 520 Standorten in 52 Städten und Landkreisen werden Verkehrszählungen durchgeführt. Dabei erfassen Kameras und Sensoren die Anzahl sowie die Herkunft vorbeifahrender Fahrzeuge. Kennzeichen werden laut BASt dabei nicht gespeichert.

Letzte Erhebung liegt zwölf Jahre zurück

Die vorherige Fahrleistungserhebung fand im Jahr 2014 statt. Damals ergab die Untersuchung, dass private Pkw in Deutschland durchschnittlich rund 12.300 Kilometer pro Jahr zurücklegten. Die neue Erhebung soll zeigen, wie sich das Mobilitätsverhalten seitdem verändert hat. Berücksichtigt werden unter anderem die Folgen von Homeoffice, veränderten Pendelwegen, Elektromobilität und neuen Mobilitätsangeboten.

Mit ersten Ergebnissen ist allerdings nicht kurzfristig zu rechnen. Die Datenerhebung läuft bis Anfang 2027. Die Auswertung soll bis Mitte 2028 abgeschlossen sein. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist nach Angaben der BASt für Ende 2028 vorgesehen.

Fazit