Sonst droht Mega-Mehrpreis: Das ist der perfekte Zeitpunkt zum Tanken

12-Uhr-Regel mit unerwünschtem Spritpreis-Phänomen
Nach 12 Uhr getankt? Mega-Mehrpreis pro Tankfüllung!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.06.2026
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Preisanstieg 12-Uhr-Regel Auswertung mehr-tanken-Analyseteam
Foto: KI-generiert

Seit dem 1. April 2026 gilt an deutschen Tankstellen die neue „12‑Uhr‑Regel“: Preiserhöhungen sind seitdem nur noch einmal am Tag erlaubt – um exakt 12 Uhr mittags. Die Idee dahinter: Weniger Preissprünge und dadurch mehr Transparenz für Autofahrerinnen und Autofahrer, damit sie sich darauf verlassen können, wann die Spritpreise am höchsten und wann am niedrigsten sind. Doch eine neue Auswertung des mehr-tanken-Analyseteams deckt auf, dass die Regel ein unerwünschtes Nebenprodukt erzeugt. Nämlich viel größere Preisabstände innerhalb eines Tages als vor Einführung des Kraftstoffpreisanpassungsgesetzes, allgemein als "Spritpreisbremse" oder eben "12‑Uhr‑Regel" bekannt.

Besonders Dieselfahrer sind betroffen

Fixpunkt der Analyse ist der sogenannte "Mittags-Peak", also der höchste Punkt, den die jeweiligen Spritpreise direkt nach dem 12-Uhr-Preissprung erreichen. Diesen Peak setzten die Analysten der Spritpreis-Vergleichs-App mehr-tanken in Relation zum niedrigsten Punkt, der im Verlauf der folgenden fast 24 Stunden erreicht wurde. Und siehe da: Der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Spritpreis des jeweiligen Preistages, der sich von Mittag bis Mittag (des Folgetages) erstreckt, hat sich über die vergangenen drei Monate enorm erhöht.

Besonders Fahrerinnen und Fahrer eines Dieselautos sind von diesem Effekt betroffen. Bei Diesel lag diese Preisspanne im März, also vor Inkrafttreten der Regel, stabil bei rund 6 Cent pro Liter im Tagesverlauf. Seit dem Start der 12-Uhr-Regel am 1. April wächst sie dagegen Woche für Woche, und zwar drastisch: von 11 Cent (Woche ab 6.4.) über 17 Cent (ab 27.4.) und 22 Cent (ab 11.5.) bis auf 26 bis 28 Cent im Juni. Unterm Strich: mehr als das Vier- und fast das Fünffache!

In der Spitze entdeckte das mehr-tanken-Analyseteam in den Daten sogar Preissprünge von 32 Cent pro Liter Diesel. Was das für die Verbraucherinnen und Verbraucher an der Tankstelle konkret ausmacht, zeigt eine exemplarische Rechnung pro Tankfüllung: Wer 50 Liter Diesel tankt, zahlt im Extremfall satte 16 Euro mehr pro Tankfüllung, wenn er oder sie kurz nach und nicht kurz vor 12 Uhr getankt hat. Das ist eine relevante Summe, die beim nächsten Wocheneinkauf im Geldbeutel schmerzhaft fehlt.

Preisanstieg 12-Uhr-Regel Auswertung mehr-tanken-Analyseteam
mehr-tanken

Kleinere Preissprünge bei Benzinsorten

Fahrerinnen und Fahrer eines Benziners sind von den großen Preissprüngen ebenfalls betroffen, wenn auch nicht ganz so drastisch. Für die Spritsorten Super E5 und Super E10 zeigt sich ein einheitliches Bild: Hier lag die Preisamplitude vor Einführung des Kraftstoffpreisanpassungsgesetzes ebenfalls stabil bei rund 6 Cent pro Liter. Im Juni betrugen die Preissprünge schließlich im Schnitt 21 bis 22 Cent pro Liter – und damit ziemlich genau das 3,5-fache. Im höchsten Fall gab es Erhöhungen um 27 Cent – macht Mehrkosten von 13,50 Euro pro 50-Liter-Tankfüllung.

Auffällig ist bei dieser Betrachtung der Verlauf der Preissprünge. Die Spanne steigt monoton genau ab dem Einführungsdatum der Spritpreisbremse an und landet Ende Juni (vorläufig) auf einem hohen Plateau. Das spricht für ein systematisches Muster: Tankstellen setzen ihren einzigen erlaubten Erhöhungsschritt immer stärker als Mittags-Anker. Anschließend unterbieten sie sich bis hinein in den Folgetag in kleinen Schritten, bis das Tagestief erreicht ist. Ausgerechnet die zeitliche Begrenzung der Spritpreiserhöhungen per Gesetz könnte also den Anreiz geschaffen haben, den Kraftstoff mittags besonders hoch einzupreisen, um später mehr Spielraum fürs Unterbieten zu haben.

Zur richtigen Zeit tanken und bares Geld sparen!

Die Autofahrerinnen und Autofahrer können unsere Erkenntnisse jedoch für sich nutzen. Nämlich dann, wenn sie sich an klare Regeln halten. Die zentrale (und besonders naheliegende) lautet: Vermeiden Sie es, rund um den Mittags-Peak um ca. 12:15 Uhr zu tanken, denn dann zahlen Sie den Tageshöchstpreis! Wer kann, wartet mindestens bis 14 Uhr ab, denn bis dahin ist ein großer Teil (44 Prozent) der kurz zuvor erfolgten Erhöhung bereits wieder abgeschmolzen. Danach sickert der Preis nur noch langsam bis zum Vormittagstief des Folgetages gegen 11 Uhr weiter. Dennoch gilt (und auch das ist naheliegend): Wer KURZ VOR der neuerlichen 12-Uhr-Erhöhung tankt, zahlt die günstigsten Spritpreise.

Melden Sie Verstöße in der mehr-tanken-App!

Um die Entwicklung der Spritpreise für die Nutzerinnen und Nutzer noch transparenter zu machen, hat die mehr-tanken-App eine neue, einzigartige Funktion eingeführt: Sie können über die App melden, wenn eine Tankstelle gegen die Regeln spielt und die Preise nach 12 Uhr mittags erhöht. Daneben gibt es selbstverständlich wie gehabt die weiteren Funktionen: Finden Sie hier die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und die günstigsten Tankstellen in Ihrer Nähe. Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos können sich darüber hinaus Ladepunkte und deren Preise anzeigen lassen. Die mehr-tanken-App gibt es im Google Play-Store oder Apple App-Store.

Fazit