Wieder Bayern: Tankstellen mit den heftigsten Preiserhöhungen zum Tankrabatt-Ende

Zum Ende des Tankrabatts am 1.7.
Die Tankstellen mit den heftigsten Preiserhöhungen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.07.2026
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Preisanstieg Tankstelle Zapfsäule Ende Tankrabatt 01.07.2026
Foto: KI-generiert

Seit dem 1. Juli ist der Tankrabatt schon wieder Geschichte. An diesem Datum endete die Steuererleichterung, die Benzin und Diesel temporär um 16,7 Cent verbilligte – wenn sie denn von den Mineralölkonzernen und Tankstellenbetreibern an ihre Kundinnen und Kunden in voller Höhe weitergegeben wurde. Die Maßnahme war eine spürbare finanzielle Entlastung für Verbraucherinnen und Verbraucher, doch sie hatte Schwächen. Und das nicht zu knapp, weshalb sich teils starke Kritik am Tankrabatt entzündete.

Preisanstieg um einen Tag vorgezogen

Der große Preisschock blieb am 1. Juli um 12 Uhr mittags allerdings aus. Wegen des Kraftstoffpreisanpassungsgesetzes, das Preiserhöhungen beim Sprit nur noch zu diesem Zeitpunkt erlaubt, haben viele gespannt auf einen High-Noon-Moment hingefiebert. Doch den gab es fast nirgends, die Preissprünge bewegten sich fast überall im in den vergangenen Wochen üblichen Rahmen. 26 bis 28 Cent Aufschlag beim Diesel, etwa 20 Cent bei den Benzinsorten, das waren im Juni bereits die gewohnten Preisrunden an Deutschlands Tankstellen.

Der dabei angewandte "Verschleierungs-Trick" war leicht zu durchschauen: Die Tankstellenbetreiber zogen die Preiserhöhung, die eigentlich erst am 1. Juli hätte erfolgen sollen, einfach um einen Tag vor. Wie die Daten des mehr-tanken-Analyseteams zeigen, fanden die besonders großen Preissprünge bereits am 30. Juni statt. So war es keine Seltenheit, dass die Dieselpreise um 12 Uhr um etwa 30 Cent zulegten. Ebenfalls auffällig: Die Preise wurden danach nicht so stark gesenkt wie sonst im Verlauf der folgenden 24 Stunden. Mit dem Ergebnis, dass die Spritpreise über den Gesamttag hinweg im Schnitt zwischen etwa sechs (Super E5 und E10) und sieben Cent (Diesel) höher lagen als am Vortag.

Daraus leitet sich die Schlussfolgerung ab, dass die Differenz vom 29. Juni bis 1. Juli berücksichtigt werden muss, um die wahre Preissteigerung zum Ende des Tankrabatts zu ermitteln. Die fällt auf die Gesamttage berechnet erstaunlich gering aus: Die Benzinsorten lagen im Durchschnitt unterhalb der Tankrabatt-Schwelle von 16,7 Cent (15,5 Cent für Super E10, 15,6 Cent für Super E5), Diesel lag mit 17,7 Cent leicht darüber. Das wirkt fair, zumindest auf den ersten Blick.

Tankstellen mit den höchsten Preissprüngen

Beim Blick allein auf die Preissprünge um 12 Uhr mittags ist das Bild jedoch differenzierter. Wie erwähnt: Erhöhungen um 30 Cent oder mehr gab es vielerorts in Deutschland. Und selbst diese Marke wurde – auf beide Tage berechnet – von vielen Tankstationen übertroffen. Die meisten von ihnen erhöhten ihre Preise am 30. Juni – teils deutlich – stärker als am 1. Juni. Und die ersten sieben durchbrachen sogar die 40-Cent-Marke.

Die heftigste Preiserhöhung zwischen dem 29. Juni bis 1. Juli (jeweils 12 Uhr mittags) gab es den mehr-Tanken-Daten zufolge an einer SB-Tankstelle in Wendelstein, gelegen in direkter Nähe eines Supermarkts. Die Station in der südlich von Nürnberg in Mittelfranken gelegenen Stadt erlaubte sich einen Preissprung von satten 46 Cent. Der eindeutige Spitzenwert, auch wenn die zweitplatzierte Tankstelle mit 45 Cent Erhöhung nur knapp dahinter landet. Die Automatentankstelle der Marke Avia XPress befindet sich in Biessenhofen nahe Kaufbeuren, also ebenfalls in Bayern. Dort hatte das mehr-tanken-Analyseteam bereits vor einigen Wochen die meisten Verstöße gegen die 12-Uhr-Regel registriert – Zufall?

Auf dem geteilten dritten Platz landet zwar eine Esso-Station (in Dessau, Sachsen-Anhalt), doch generell fällt auf, dass sich unter den Top-Preiserhöhern kaum Tankstellen der großen namhaften Marken befinden (siehe Tabelle), obwohl diese den Löwenanteil der Stationen in Deutschland betreiben. Stattdessen waren es eher kleine Marken, Verbundtankstellen oder freie Stationen, die heftig an der Preisschraube gedreht haben. Hier liegt die Vermutung nahe, dass die Konzerne besonders darauf bedacht waren, fair nach den Regeln zu spielen und sich nicht angreifbar zu machen. Vielleicht gingen sie bei ihren Preiserhöhungen aber auch nur etwas cleverer vor.

Was war in Lünen (NRW) los?

Eine weitere Erkenntnis: Wer zwischen dem 29. Juni und 1. Juli in Lünen tankte, sah sich mit besonders großen Preissprüngen an zahlreichen Tankstellen konfrontiert. Gleich sieben der Top-17-Tankstellen befinden sich in der nördlich an Dortmund grenzenden Stadt in Nordrhein-Westfalen. Diese Einigkeit in der Preisgestaltung (sogar bei Betrachtung der Einzeltage) ist extrem auffällig. Möglicherweise ein Fall für das Bundeskartellamt?

Fazit