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Streetscooter-Verkauf: Odin Automoti­ve übernimmt

Streetscooter-Verkauf ist durch Elektro-Startup Odin Automoti­ve übernimmt

Die Post suchte lange nach einem Käufer für ihre Elektro-Transporter-Sparte. Jetzt wurde mit dem Elektro-Startup Odin Automoti­ve einer gefunden.

Die Deutsche Post hat endlich einen Käufer für den Elektrotransporter-Hersteller Streetscooter GmbH gefunden. Wie die Deutsche Post DHL Group am 4. Januar 2022 mitteilt, wurden die Rechte und das Know-how zur Produktion seiner Streetscooter-Elektrotransporter an das internationale Firmenkonsortium Odin (Luxembourg) verkauft. Der Verkauf umfasst das geistige Eigentum für die Fahrzeugmodelle D17 und D20 sowie die beiden hundertprozentigen Tochtergesellschaften in der Schweiz und in Japan. Darüber hinaus wird Deutsche Post DHL Group Minderheitseigentümer von Odin. Angaben zu finanziellen Details wurden nicht gemacht.

Odin will weiter beide Streetscooter-Modelle bauen. Die im Post-Konzern verbleibende Streetscooter GmbH mit den bestehenden 300 Beschäftigten wird weiter als Zulieferer von Fahrzeugteilen und Batterien für den vom Konzern geplanten Ausbau der Flotte auf 21.500 Streetscooter agieren. Anschließend wird sich diese Gesellschaft ausschließlich auf die Wartung und Pflege der Bestandsflotte konzentrieren. Aktuell setzt der Konzern mehr als 17.000 der speziell für die Brief- und Paketzustellung entwickelten Elektrotransporter auf der letzten Meile ein und ist damit Betreiber der größten E-Flotte in Europa.

Hinter Odin Automotive verbirgt sich nach Informationen der "Welt" als Hauptgesellschafter der Ex-Deutsche-Bank- und BMW-Manager Stefan Krause. Der 58-Jährige war auch schon bei den Elektroautobauern Faraday Future, Canoo und Fisker aktiv.

Ursprünglich hatte die Post angeblich gleich vier Interessenten für die Elektro-Transporter-Sparte. Einer von ihnen soll der Düsseldorfer Unternehmer Nazif Destani gewesen sein, der über seine niederländische Fondsgesellschaft ND Group bereits Mehrheitsaktionär bei der Next.e.GO Mobile SE ist. Der zwischenzeitlich insolvente Aachener Elektroauto-Hersteller konnte dank des frischen Kapitals seine Produktion kürzlich wieder aufnehmen.

Interessenten aus den USA und China

Die Verbindung ist naheliegend, schließlich gründete Prof. Dr. Günther Schuh einst sowohl Streetscooter als auch E-Go. Die 2010 etablierte Streetscooter GmbH verkaufte er vier Jahre später an die Deutsche Post, bei E.Go ist er aktuell der Vorsitzende des Verwaltungsrates. Bereits vor über einem Jahr berichtete die "Wirtschaftswoche", dass Schuh Interesse zeige, den Hersteller von simpel konstruierten Elektro-Transportern von der Post zurückzukaufen. "Unter den richtigen Konditionen könnte ich es mir vorstellen, Streetscooter wieder zu übernehmen", sagte der Professor der RWTH Aachen damals.

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Die simpel konstruierten Elektro-Transporter von Streetscooter sind im Straßenbild immer häufiger anzutreffen.

Zusätzlich zur Kombination Destani/Schuh soll es aber noch drei weitere Interessenten gegeben haben. Neben einer nicht genannten amerikanischen Investorengruppe sollte es sich dabei um zwei chinesische Unternehmen handeln: den Automobil-Zulieferer Neapco und den Fahrzeug-Hersteller Chery. Dem "Manager Magazin" zufolge sollte Letzterer erwägen, die Produktion des Elektro-Transporters nach China zu verlagern, um Kosten zu sparen.

Nur noch Flottenbetreiber, kein Hersteller mehr

Bereits mehrere Jahre lang versucht die Deutsche Post, einen Käufer für Streetscooter zu finden. Ende Februar 2020 bestätigte das Unternehmen, dass es keine weiteren Neubestellungen für den Elektrotransporter entgegennehmen werde. Die Produktion sollte noch 2020 eingestellt werden, und man werde die Sondierungen für einen Käufer nicht weiterverfolgen. Entgegen der damaligen Ankündigung läuft die Fertigung noch, aber nur mit sehr geringen Stückzahlen. Spätestens zum Jahresende 2020 sollte Schluss sein; dann wollte sich die Post endgültig vom Autohersteller zum Betreiber seiner Bestandsflotte von rund 20.000 Streetscooter-Transportern gewandelt haben. Post-Chef Frank Appel startete dann aber doch noch einen letzten Verkaufsversuch.

Die damalige Streetscooter-Entscheidung kam in einer Phase, in der die Post über ihre Fracht-Tochter DHL durch Ausfälle wegen der Corona-Krise stark belastet war. Damals war vor allem China vom Ausbruch der Pandemie stark getroffen; das dortige Geschäft verzeichnete große Verluste. Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Lage der Deutschen Post stabilisiert.

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Die Post hat endlich einen Käufer für Streetscooter gefunden. Die neuen Eigentümer wollen die Elektrotransporter weiter bauen. Einige davon werden wieder bei der Post landen.

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