VW-Krise geht weiter: Gewinn bricht erneut ein

VW-Krise geht weiter
Gewinn bricht erneut ein

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.07.2026
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Foto: KI generiert

Europas größter Autobauer senkte gleichzeitig seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. Als wichtigste Gründe nennt Volkswagen das schwache China-Geschäft, die US-Zölle sowie den weltweit zunehmenden Wettbewerbsdruck.

Auch das erste Halbjahr verlief schwächer als 2025. Der operative Gewinn gab im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwölf Prozent nach, der Gewinn nach Steuern sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um mehr als 30 Prozent. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres kam der VW-Konzern auf ein operatives Ergebnis von 5,93 Milliarden Euro. Der Umsatz lag mit rund 158 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau.

Umsatzprognose nach unten korrigiert

Nach den Halbjahreszahlen rechnet Volkswagen für 2026 nicht mehr mit steigenden Erlösen. Statt eines Umsatzwachstums von bis zu drei Prozent erwartet der Konzern nun bestenfalls stabile Einnahmen. Im ungünstigsten Fall könnten die Erlöse sogar um bis zu drei Prozent unter dem Vorjahreswert liegen.

An der Prognose für die operative Umsatzrendite hält Volkswagen dagegen fest. Sie soll weiterhin zwischen vier und 5,5 Prozent liegen. Konzernchef Oliver Blume sprach trotz des schwächeren Ergebnisses von der Erwartung eines "robusten Ergebnisses über Vorjahresniveau". Diese Einschätzung stammt aus der Unternehmensmitteilung.

Vor allem China zieht das Ergebnis nach unten

Der wichtigste Belastungsfaktor bleibt der chinesische Markt. Dort gingen die Auslieferungen im ersten Halbjahr um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge zurück. Weltweit lieferte Volkswagen rund 2,1 Millionen Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von knapp neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Neben der schwachen Nachfrage in China verweist Volkswagen auf US-Handelszölle, geopolitische Konflikte und den verschärften Wettbewerb. Vor allem chinesische Hersteller gewinnen im Elektroautomarkt weiter Marktanteile.

Sparkurs wird weiter verschärft

Die neuen Geschäftszahlen dürften die Diskussion über weitere Einsparungen erneut anheizen. Volkswagen plant weltweit den Abbau von bis zu 50.000 zusätzlichen Stellen. Zusammen mit bereits beschlossenen Maßnahmen sollen bis 2030 konzernweit 100.000 Arbeitsplätze wegfallen, davon 35.000 bei der Kernmarke Volkswagen. Nach Unternehmensangaben haben bereits mehr als 37.000 Beschäftigte entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

Außerdem stehen vier deutsche Werke auf dem Prüfstand. Betriebsrat, IG Metall und das Land Niedersachsen lehnen weitere Einschnitte bislang ab. Weitere Gespräche werden in den kommenden Wochen erwartet.

Kernmarke Volkswagen verliert weiter an Ertragskraft

Die Entwicklung innerhalb des Konzerns fällt unterschiedlich aus. Während Skoda, Seat/Cupra und Volkswagen Nutzfahrzeuge ihre Ergebnisse verbessern konnten, musste die Kernmarke Volkswagen weitere Rückgänge hinnehmen.

Der Umsatz der Pkw-Marke sank im ersten Halbjahr von 43,45 auf 42,30 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verringerte sich von 1,10 Milliarden auf 995 Millionen Euro, die operative Rendite sank auf 2,4 Prozent. Volkswagen begründet dies unter anderem mit Restrukturierungskosten und dem Produktionsende des ID.4 im US-Werk Chattanooga.

Die konzernweite Markengruppe Core, zu der Volkswagen Pkw, Skoda, Seat/Cupra und Volkswagen Nutzfahrzeuge gehören, erzielte dagegen ein operatives Ergebnis von 3,61 Milliarden Euro und lag damit leicht über dem Vorjahreswert. Nach Unternehmensangaben wirkten sich dort vor allem laufende Effizienzprogramme und die engere Zusammenarbeit der Marken positiv aus. Gleichzeitig kündigt Volkswagen weitere Kostensenkungen an.

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