09/2019, Bollinger B2 Bollinger Motors
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09/2019, Bollinger B2 11 Bilder

Bollinger B2

Elektro-Pickup im Defender-Style

Geländewagen mit Elektroantrieb aus den USA: Mit dem B2 entwickelt das Start-up Bollinger eine kernige, aber emissionsfreie Pickup-Reinkarnation des Land Rover Defender. 2020 soll der 458 kW / 623 PS starke Allradler auf den Markt kommen.

Bollinger B2: Was klingt wie ein gepanschter Wein, ist in Wahrheit ein Geländewagen aus den USA. Richtig gelesen: Die Elektroautos von Bollinger mögen fast so heißen wie eine Rotweinsorte und ähnlich aussehen wie die britische Geländewagen-Ikone Land Rover Defender, stammen aber aus den Vereinigten Staaten. Das erst 2014 gegründete und nach dem Gründer Robert Bollinger benannte Start-up will 2020 mit der Serienfertigung seiner kernigen Offroader (neben dem B2 gibt es noch den B1 mit geschlossener Kabine) starten.

Die Reichweite der 120-kWh-Batterie: 322 km

Je näher die Serienfertigung rückt, umso besser werden die technischen Daten. Für jede Achse ist ein Elektromotor zuständig, was den Bollinger B2 zum Allradler macht. Die Gesamtleistung soll im aktuellen „Beta-Prototypen“ 458 kW / 623 PS und das maximale Drehmoment 906 Newtonmeter betragen. Den Sprint von 0 auf 60 mph (96,6 km/h) soll der Elektro-Offroader in 4,5 Sekunden absolvieren, bei 161 km/h ist laut Werksangaben Schluss mit der Beschleunigung.

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623 PS, maximal 906 Nm und bis zu 322 km Reichweite: die Daten des Bollinger B2.

Die 120-Kilowattstunden-Batterie ist im Wagenboden installiert und soll genug Energie für 322 elektrisch gefahrene Kilometer liefern. Rekuperieren soll der Bollinger ebenso können wie besonders schnell laden: Nutzt man den amerikanischen DC-Fast-Ladestandard, soll eine leere Batterie bereits nach 75 Minuten wieder mit Elektroenergie vollgetankt sein. Mit anderen Standards kann das bis zu zehn Stunden dauern.

Platz für Vier und reichlich Ladung

Der B2 bietet Platz für vier Insassen, wiegt knapp 2,3 Tonnen und soll noch einmal genauso viel zuladen können. Die Anhängelast gibt Bollinger mit 3,4 Tonnen an. Die Ladefläche ist 1,2 Meter breit und 1,80 Meter lang, kann aber in den Innenraum verlängert werden, indem die Rückwand des Cockpits geöffnet und die hinteren Sitze umgeklappt werden. Dann steht eine knapp 2,5 Meter lange Fläche zur Verfügung. Weil unter der vorderen Haube kein Motor sitzt, ist hier ein zusätzlicher Kofferraum untergebracht. Obendrein bietet sich die Möglichkeit, sperrige Gegenstände von ganz vorne nach ganz hinten durchzuladen. Insgesamt misst der Bollinger 5,27 Meter in der Länge, 2,26 Meter in der Breite (inklusive Außenspiegel) und 1,85 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 3,53 Meter.

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Der Bollinger B2 verfügt über eine Durchlade-Möglichkeit von ganz vorne nach ganz hinten.

Natürlich geht es bei einem Auto, das so kernig auftritt, auch um die Geländegängigkeit. Und da scheint der B2 gute Voraussetzungen mitzubringen. Seine Bodenfreiheit beträgt bis zu 38 Zentimeter. Die mit 285/70er-Reifen bezogenen 17-Zoll-Räder sollen einen Spielraum von 25 Zentimetern bieten, was auf Verschränkungspassagen wichtig wird. Die Rampenwinkel betragen vorne 52 und hinten 28 Grad, während Bollinger den Böschungswinkel mit 25 Grad angibt.

Nichts für Sicherheitsfanatiker

Sicherheitsfanatiker dürften sich schwertun mit den Offroadern von Bollinger: Airbags werden nicht an Bord sein, Sitzgurte müssen als passives Sicherheits-Feature reichen. Auch in puncto Komfort kommt der B2 eher abgespeckt daher. Immerhin gibt es eine Klimaanlage, Bluetooth und sechs 110-Volt-Anschlüsse für externe Geräte sowie – optional – bis zu vier beheizte Sitze. Dafür lassen sich bei Bedarf alle Scheiben, Türen und Dachelemente abnehmen.

Reservierungen nimmt Bollinger übrigens bereits entgegen. Dabei stehen bisher weder die Preise des B1 noch des B2 fest. Nachdem sie den Heimatmarkt erobert haben, wollen die Amerikaner auch in den Export gehen. Dafür streben sie Zulassungen in Kanada, der EU, Australien und Neuseeland an. Folgerichtig sind auch rechtsgelenkte Exemplare geplant.

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Ja, ein Elektroantrieb ist offroad und zum Ziehen von Lasten super.
Nein, wahrscheinlich zu schwer, zu teuer, zu geringe Reichweite.

Fazit

Von seinem Vorhaben, einen kleinen geschlossenen Geländewagen und einen großen Pickup anzubieten, scheint sich Bollinger inzwischen verabschiedet zu haben. Stattdessen kommen der B1 und der B2 technisch fast deckungsgleich daher. Optisch sowieso, wobei der Pickup seinen Längenvorteil vor allem beim Lastentransport ausspielen dürfte. Bleibt nur die Frage, was sich bis zum Serienanlauf noch tut – und wann dieser tatsächlich vollzogen wird.

SUV E-Auto 09/2019, Bollinger B1 Bollinger B1 (2020) Elektrischer Hardcore-Offroader

Der kastige Geländewagen aus den USA nimmt Gestalt an.

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