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Ford F-150 EV
05/2021, Ford F-150 Lightning Elektro-Pickup
Ford F 150
Ford F-150 EV Range Extender 20 Bilder

Elektrischer Ford F-150 (2022) wird Lightning heißen

Elektrischer Ford F-150 Lightning (2022) Ford bestätigt Name und Produktionsstart

Die offizielle Präsentation des elektrisch angetriebenen Ford F-150 steht kurz bevor. Die Prototypen-Tests sind in vollem Gange, und es gibt interessante Patente. Nun steht auch der Beiname des Elektro-Pickups fest.

Schon seit gut drei Jahren hält Ford das Interesse an seinem elektrisch angetriebenen F-150 hoch. Sei es mit dem Rekord eines Prototypen, mit dem der Autokonzern die Power des Strom-Pickups demonstrieren möchte. Oder mit einem Video, in dem sich der Pickup spielend durch tiefen Schnee wühlt (zu sehen im unten eingebauten Video). Darin veröffentlicht Ford zwar keinerlei technische Informationen, aber immerhin ist ein Unterboden zu erkennen, der mit einem massiven Unterfahrschutz versehen ist.

Nun, da die offizielle Präsentation kurz bevorsteht (sie steigt am Mittwoch, den 19. Mai 2021 am Hauptquartier in Dearborn), verrät Ford den Beinamen des elektrischen F-150. Um ihn von den konventionell angetriebenen Pickups abzugrenzen, heißt er F-150 Lightning. Damit kehrt eine in den 1990er- und 2000er-Jahren verwendete Modellbezeichnung zurück. Damals hießen die von besonders leistungsstarken V8-Motoren angetriebenen und sportlich positionierten Ford-Pickups SVT F-150 Lightning.

Strom aus der Kiste

Die Produktion des elektrischen F-150 soll im Frühjahr 2022 starten; für diesen Zeitrahmen sind auch die Debüts des Tesla Cybertrucks und des GMC Hummer EVs geplant. Die Konkurrenten dürften sich sowohl optisch als auch technisch stark unterscheiden. Während Tesla und General Motors auf rein elektrische Antriebe setzen, scheint Ford für seinen Elektro-Pickup einen Range Extender zu planen. Beim Patentamt eingereichte Zeichnungen zeigen einen Kasten, der einer größeren Werkzeugkiste ähnelt.

Ford F-150 EV Range Extender
United States Patent and Trademark Office
Bisher gibt es zum Ford Range Extender für den elektrischen F-150 nur eine schematische Patentamt-Zeichnung.

Die Kiste scheint abnehmbar und unabhängig vom Fahrzeug transportabel zu sein – anscheinend ist der Generator auch für den Einsatz an anderen elektrischen Modellen gedacht. Welche Technik sich in der Kiste verbirgt, ist noch nicht bekannt. Experten schätzen, dass Fords 1,0-Liter-Dreizylinder-Ecoboost in das Gehäuse passt und einen Generator antreibt. Die Kiste ließe sich auf der Ladefläche des F-150 direkt hinter der Fahrerkabine platzieren – dabei bliebe noch genug Platz für weiteres Transportgut.

Umsetzung für Handwerker wichtig

Ein eingereichtes Patent heißt noch lange nicht, dass Ford sich wirklich zu einer Serienfertigung des Range Extenders entschließt. Allerdings soll der Pickup auch als voll funktionsfähige Werkbank mit 120-Volt-Steckdose (übliche US-Haushaltsstrom-Spannung) dienen. Für Handwerker wäre an ihrer Pickup-Werkbank eine zuverlässige Stromversorgung unerlässlich – deshalb könnte Ford den Generator zumindest optional anbieten.

Ford F-150 EV Range Extender
United States Patent and Trademark Office
In der Patentschrift zum Range Extender stellt Ford auch den Antriebsstrang des elektrischen F-150 dar.

Schon Anfang 2018 kündigte Ford an, dass die F-Serie auch mit einem reinen Elektroantrieb ausgerüstet und damit zukunftssicher positioniert sein wird. Für die Produktion baut Ford eine neue Produktionsstätte, das Rouge Electric Vehicle Center im US-amerikanischen Dearborn auf. Bei der Präsentation des neuen Werks wurde auch eine recht "schattige" Ansicht des kommenden Elektro-Pickups gezeigt.

Elektro-Optik an der Front

Das Modell ähnelt in der Frontansicht seinen konventionell angetriebenen Geschwistern. Kotflügel und Spiegel passen zum kürzlich vorgestellten F-150 ebenso wie die stark konturierte Fronthaube, unter der sich natürlich kein Antriebsstrang mehr befindet. Stattdessen ist hier ein "Frunk"-Abteil (Frunk für Front-Trunk, also Frontkofferraum) für Habseligkeiten und Wertsachen untergebracht. Vorne sind zudem die bekannten kleinen fast quadratischen Scheinwerfer zu erkennen – ebenso wie der Unterfahrschutz. Mit dem geschlossenen Grill in Dreiecksoptik mit großem Ford-Logo setzt sich der elektrische F-150 optisch von seinen Brüdern ab.

Ford F-150 EV
Ford
Das aufgehellte Bild zeigt das Grill-Design.

Ein weiteres Patent gibt Einblicke in den Elektroantrieb des kommenden Ford Pickups. Wenig überraschend bleibt es beim klassischen Leiterrahmen mit aufgesetzter Karosserie. Die modular aufgebauten Batteriepakete werden zwischen die Rahmenprofile sowie die Achsen gepackt. Damit bleibt der Schwerpunkt niedrig und die Batterien sind auch beim Geländeeinsatz geschützt. Zusätzlich gibt es eine robuste Abdeckung von unten.

Batterien modular aufgebaut

Zwischen den einzelnen Batteriemodulen werden Querverstrebungen eingeschweißt, um den Rahmen und damit die Batterieeinfassung verwindungssteifer zu machen. Je länger der Radstand wird, umso mehr Batteriemodule können verbaut werden. Die Elektromotoren sind an beiden Achsen positioniert, wobei der vordere mit der Steuerelektronik kombiniert wird. Vermutlich kommt der zweite, hintere Motor nur bei Modellen mit Allradantrieb zum Einsatz.

Angaben zu möglichen Batteriekapazitäten oder Leistungen der Elektromotoren sind der Patentschrift nicht zu entnehmen. Ford verspricht indes, dass der elektrische F-150 das stärkste Modell der Baureihe sein soll. Die US-Fachzeitschrift "Car and Driver" geht von mindestens 456 PS, einer 0-auf-60-mph-Sprintzeit (96,6 km/h) von unter fünf Sekunden und einer Reichweite von über 300 Meilen (482 Kilometer) aus. Was der Elektroantrieb leisten kann, haben die Amerikaner schon in einem Zugkraft-Test mit einem F-150 EV-Prototypen gezeigt. Der nahm Eisenbahnwaggons mit einer Gesamtzuglast von 454 Tonnen in Schlepp.

"Amerikas beliebtestes Fahrzeug seit fast einem halben Jahrhundert wird digital und das Spiel verändern", verspricht Ford-Chef Jim Farley. Over-the-Air-Updates sollen beim elektrischen F-150 ebenso möglich sein wie bidirektionales Laden. Der F-150 Lightning könne ein Haus während eines Stromausfalls mit Strom versorgen, so Farley.

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Fazit

Ford legt sein Bestseller-Modell F-150 auch als reines Elektro-Modell auf. Ab Frühjahr 2022 rollt es im neuen E-Auto-Werk in Dearborn vom Band. Das Modell ist für die Marke wichtig, um sich gegen die elektrische Pickup-Konkurrenz wie Rivian, Bollinger und Co. zu behaupten. Aber auch gegen etablierte Marken wie Tesla oder GMC.

Sollte er tatsächlich mit einem optionalen Range Extender kommen, ist der elektrische F-150 nicht nur für Handwerker mit Strombedarf interessant. Denn Pickups sind eher in jenen Gegenden der USA unterwegs, wo die Wege weit sind und die Ladeinfrastruktur noch lange spärlich bleiben könnte. Und die Reichweite für die wenigen Fälle mittels verbrennungsmotorischem Range-Extender zu erhöhen, ist erheblich billiger und sogar CO2-sparender in der Herstellung als Riesenbatterien.

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