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Ford F-150 Lightning Elektro-Pickup 2022 Weltpremiere
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Ford F-150 Lightning (2022): Vorproduktion des Elektro-Pickups startet

Ford F-150 Lightning (2022) Vorproduktion des Elektro-Pickups startet

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Beim elektrisch angetriebene Pickup beginnt gerade die Vorserien-Produktion, im Frühjahr 2022 kommt der Ford F-150 Lightning auf den Markt. Die Preisliste startet bei fast 40.000 und endet bei knapp 90.000 Dollar.

Seit sage und schreibe 44 Jahren ist der Ford F-150 das meistverkaufte Auto der USA. Und künftig auch einer der ersten Fullsize-Pickups mit rein elektrischem Antrieb. In einer großen Premieren-Show am 19. Mai 2021 hat Ford den zukunftsträchtigen Truck in Dearborn enthüllt. Der voll vernetzte Elektro-Ford wird mit seinen beiden E-Motoren auf eine Gesamtleistung von bis zu 563 PS und ein maximales Drehmoment von 775 Nm kommen – kräftiger ist kein anderer F-150 im Programm.

"Sowohl für Ford als auch für die amerikanische Automobilindustrie stellt der F-150 Lightning einen entscheidenden Moment auf dem Weg in eine emissionsfreie, digital vernetzte Zukunft dar", sagte Bill Ford, Vorstandsvorsitzender der Ford Motor Company, anlässlich der Premiere. "Die F-Serie ist seit 44 Jahren Amerikas meistverkaufter Truck, das Rückgrat der Arbeit im ganzen Land und eine vertraute Ikone für Generationen von Kunden. Jetzt revolutionieren wir ihn für eine neue Generation."

Vollautonomes Fahren

Auf dem Weg zur versprochenen Revolution wird der F-150 Lightning zunächst einmal bei der Elektronik kräftig aufgerüstet. So wird er mit der "BlueCruise"-Funktion verfügbar sein, die auf rund 160.000 Kilometern Schnellstraßen und Autobahnen in den USA und Kanada weitgehend autonomes Fahren ermöglicht. Ein weiteres Highlight ist die Onboard-Waage: Über die Fahrwerkssensoren kann der Ford F-150 Lightning die Zuladung messen und anzeigen; diese Funktion wird auch bei der Reichweiten-Berechnung verwendet. Over-the-Air-Updates für zukünftige Funktionserweiterungen und Service-Programme sind natürlich ebenfalls an Bord. Zusätzlich wird es erstmals die Möglichkeit geben, das persönliche Smartphone als Fahrzeugschlüssel einzusetzen.

05/2021, Ford F-150 Lightning Pro Elektro-Pickup
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Die Handwerker-Version trägt den Beinamen "Pro" und nimmt bis zu 3,5 Tonnen an den Haken.

Im F-150 Lightning in den Ausstattlungslinien Lariat und Platinum feiert außerdem SYNC 4A Premiere: eine moderne Benutzeroberfläche, die von einem 15,5-Zoll-Touchscreen (!) unterstützt wird. SYNC 4A bietet eine natürliche Sprachsteuerung, Cloud-verbundene Navigation und drahtlosen Zugriff auf Apple Carplay, Android Auto, Amazon Alexa und SYNC AppLink-Apps. Volldigitale Instrumente (Zwölf-Zoll-Bildschirm) sind Ehrensache.

370 bis 482 km Reichweite

Ford wird den F-150 Lightning mit zwei Batterie-Optionen anbieten, deren exakte Kapazität der Konzern noch nicht mitgeteilt hat. Die Standard-Version soll eine Reichweite von 370 Kilometern erlauben. In diesem Fall wird die Leistung der beiden E-Maschinen auf maximal 426 PS gedeckelt, das Drehmoment bleibt jedoch bei 775 Nm. Mit der Extended-Range-Batterie werden 482 Kilometer Reichweite versprochen; hier ist dann auch die volle Leistung mit 563 PS freigeschaltet. In dieser Konfiguration soll der Ford F-150 Lightning in unter fünf Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Die Lithium-Ionen-Batterie mit Flüssigkühlung wird sich mit Gleich- und Wechselstrom laden lassen, wobei die Variante mit der großen Batterie über einen leistungsfähigeren Onboard-Lader verfügt. Maximal 150 kW Ladeleistung sind möglich, die Ladung von 15 auf 80 Prozent soll damit in 44 (Standard Range) oder 41 Minuten (Extended Range) erledigt sein.

Bis zu drei Tage Notstrom-Versorgung

Gleichzeitig stattet Ford den Elektro-Pickup auch mit einer intelligenten Stromentnahme-Möglichkeit aus. Das erlaubt es nicht nur, den F-150 Lightning unterwegs als Stromquelle zum Beispiel für Elektrowerkzeuge auf der Baustelle zu nutzen. Es wird außerdem möglich sein, über eine spezielle Hausladestation das Eigenheim komplett mit Strom zu versorgen. Im Falle eines Stromausfalls soll die Variante mit Extended-Range-Batterie bis zu drei Tage lang die Stromversorgung eines Haushalts sicherstellen können.

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Hausversorgung bei Stromausfall: Hier kann der F-150 Lightning mit bidirektionalem Laden helfen.

Diese bidirektionale Energieversorgung ermöglicht zusätzlich eine intelligente Ladesteuerung. So soll es bei entsprechenden Stromtarifen möglich sein, den Haushalt während des Tages über den angeschlossenen Pickup mit Strom zu versorgen, während dieser dann nachts zu günstigeren Stromtarifen "nachtankt". Ford arbeitet dabei mit dem US-Unternehmen Sunrun zusammen und will den Kunden bei Bedarf eine komplette Haussteuerung mit integrierter Ladestation sowie Solarmodulen für das Hausdach anbieten.

Riesen-Laderaum unter der Haube

Technisch bietet der F-150 Lightning gegenüber seinen Verbrenner-Kollegen weitere interessante Neuerungen. Das wäre einerseits die neue Hinterachse mit Einzelradaufhängung, welche den Fahrkomfort im Vergleich zu den Standard-Modellen mit Starrachse erheblich verbessern dürfte. Die Nutzlast leidet ein wenig, bis zu 900 Kilo Zuladung sind freigegeben. Anhänger darf der F-150 Lightning bis zu einem Gewicht von 4,5 Tonnen an den Haken nehmen.

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Nicht nur bei der Arbeit praktisch: 400 Liter Volumen bietet der vordere Gepäck- und Laderaum.

Ein weiteres Highlight ist der "Frunk" (zusammengesetzt aus Front Trunk, vorderer Kofferraum). Der ist mit 400 Liter Ladevolumen und 180 Kilo Nutzlast nicht nur ziemlich üppig dimensioniert, sondern wegen der bis hinunter zum Stoßfänger öffnenden Haube auch sehr gut beladbar. Im "Frunk" befindet sich auch die Wechselstrom-Versorgung für Geräte mit bis zu 2,4 Ampere Anschlusswert. Auch auf der 1,68 Meter langen Ladefläche befinden sich einige derartige Anschlüsse.

Massive Investitionen ins Lightning-Werk

Mit der Funktion "FordPass Power My Trip" ermittelt der F-150 Lightning vor Fahrtantritt anhand der Routenplanung, wann und wo er wieder aufgeladen werden muss. Das Fahrzeug berechnet die Reichweite unter Berücksichtigung von Wetter, Verkehr, Zuladung, Anhängelasten sowie der Routenführung. Die mit der Cloud verbundene Navigation von SYNC 4 identifiziert auch öffentliche Ladestationen und fordert den Besitzer auf, bei jeder Fahrt an geeigneten Stellen zu laden. Ford verspricht den Zugriff auf US-weit 63.000 öffentliche Ladepunkte.

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Mitte September 2021 startete im legendären River Rouge Complex die Vorproduktion des Ford F-150 Lightning; diese Autos sollen nun im Alltag auf Herz und Nieren getestet werden. Das 1917 gegründete Werk in Dearborn wurde im Rahmen der Elektro-Initiative des Konzerns in einem ersten Schritt für rund 700 Millionen Dollar modernisiert. Aufgrund der vielen Vorbestellungen – zum Zeitpunkt des Vorserienstarts spricht Ford von 150.000 – investiert Ford zusätzlich 250 Millionen Dollar und schafft 450 weitere Arbeitsplätze im Rouge Electric Vehicle Center und den angeschlossenen Komponenten-Werken. Dadurch soll die Fabrik auf eine Kapazität von 80.000 Autos pro Jahr – das Doppelte des ursprünglich geplanten Outputs – ertüchtigt werden. Die Auslieferung der ersten Kundenfahrzeuge hat Ford für das Frühjahr 2022 angekündigt.

Preis ab umgerechnet 32.800 Euro

Vier Baureihen mit den beschriebenen zwei Antriebs-/Batterievarianten wird es künftig vom F-150 Lightning geben. Die Basisversion speziell für kommerzielle Nutzer wird 39.974 Dollar (vor Steuern, vor Bonusprogrammen) kosten, das sind umgerechnet gerade einmal rund 32.800 Euro. Zum Vergleich: Tesla hat den angekündigten Allrad-Pickup mit rund 50.000 Dollar taxiert, beim E-Auto Startup Rivian wird der Elektro-Pickup R1T sogar erst ab 67.500 Dollar angeboten.

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Innen gibt es fünf leicht abwaschbare Vinylsitze und zwei Zwölf-Zoll-Monitore.

Diese Einstiegsversion trägt den Beinamen "Pro" und verfügt über die Kombination aus 426-PS-Allradantrieb und 370-Kilometer-Reichweite. Die Ausstattung zeigt sich etwas minimalistischer als bei den zivilen Lightning-Versionen: Die fünf Sitze der Super-Crew-Kabine tragen einen leicht abwaschbaren Vinyl-Überzug, die beiden Monitore messen jeweils zwölf Zoll, und Ford legt auch nur das kleine 32-Ampere-Onboard-Ladegerät bei. Unter der Ladefläche wartet immerhin ein vollwertiges Ersatzrad auf seinen Einsatz.

Die Zivilversion kostet mindestens 43.400 Euro

Für den Basistarif gibt es zudem maximal 3,5 Tonnen Anhängelast. Wer Letztere um eine Tonne erhöhen will, muss zur Version mit 563 PS, 482 Kilometern Reichweite und serienmäßigem 80-Ampere-Onboard-Lader greifen, die 10.000 Dollar (knapp 8.200 Euro) teurer ist. Flottenbetreiber sollen mit einem digitalen Planungs-Tool das volle Einsparpotenzial bei den Betriebskosten ausschöpfen können. Laut Ford liegt dieses – gerechnet auf eine Laufleistung von gut 160.000 Kilometern – bei 40 Prozent im Vergleich zum Standard-F-150.

Ford F-150 Lightning Elektro-Pickup 2022 Weltpremiere
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Der F-150 Lightning soll bis zu 4,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen können.

Vornehmlich für Privatkunden wird es den F-150 Lightning in mehreren Ausstattungsversionen geben, deren Preise über eine vorzeitig in einem Kundenforum online gestellten Liste öffentlich gemacht wurden. Der Startpreis hier liegt für den XLT mit Standard-Batterie bei 52.974 US-Dollar (rund 43.400 Euro). Darüber rangiert der mindestens 56.774 Dollar (etwa 47.500 Euro) teure XLT+ mit Premium-Package. Die technikzentrierte Lariat-Version startet bei 67.474 Dollar beziehungsweise rund 56.500 Euro; auch hier gibt es eine Plus-Variante mit Premium-Package, die ab 79.474 Dollar (gut 66.500 Euro) erhältlich ist. Das Lightning-Topmodell hört auf den Beinamen Platinum und steht mit satten 89.874 Dollar (gut 75.000 Euro) in der Preisliste.

Neben der Basisgarantie von drei Jahren gewährt Ford auf alle Elektro-Komponenten, also auch auf die Antriebsbatterie, eine Garantie von acht Jahren bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometer.

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Fazit

Wer beim angekündigten Elektro-Pickup von Ford eine Alibi-Entwicklung erwartet hatte, nur um einen Gutes-Gewissen-Stromer neben die millionenfach verkauften Verbrenner-F-150 zu stellen, wurde bei der Premiere des F-150 Lightning eines Besseren belehrt. Ford meint es absolut ernst mit diesem Produkt. Vor allem aber macht der Konzern im Gegensatz zu manchem Startup-Unternehmen keine vollmundigen Versprechungen, sondern liefert: Anfang 2022 rollen die elektrischen Trucks zu über 2.300 zertifizierten Ford EV-Händlern im ganzen Land.

Damit macht das Unternehmen auch etwas anderes klar: Die Traditions-Hersteller, von vielen angesichts der E-Herausforderung und der forschen Konkurrenz neu gegründeter Stromer-Hersteller bereits abgeschrieben, können mit einer ungleich größeren Markt-, Finanz- und Entwicklungs-Power einfach Tatsachen schaffen und den neuen Herausforderern auch preislich kräftig einschenken. Tatsächlich wird der F-150 nur wenig teurer als die Verbrenner-Varianten sein, wobei staatliche Förderprämien hierbei noch ordentlich Rabatt versprechen. Für Startups wie Rivian und Bollinger, aber auch für den bislang nur angekündigten Tesla Cybertruck wird die See jetzt rau.

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