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02/2021, Dodge Chef CEO Tim Kuniskis Challenger Hellcat
Neue Hellcat-Modelle von Dodge
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Elektrifizierte Dodge-Modelle: Kommt das E-Muscle Car früher?

Dodge Elektro-Muscle Car Ab 2024 bereit für den 4x4-Burnout

1000. GP

Dodge-Chef Tim Kuniskis hat im Rahmen des Stellantis EV-Strategie-Präsentation angekündigt, dass die Marke ab 2024 ein Elektro-Auto bauen will.

Elektro-Auto, nein. "Dodge will not sell Electric Cars, Dodge will sell American e-Muscle". Darunter macht es die Performance-Marke nicht. Wie auch das Präsentations-Video zeigt.

Archaischer als jene von Dodge kann die Modellpalette eines Autoherstellers heutzutage fast nicht bestückt sein. Beispiele gefällig? Den kleineren SUV Journey bieten die Amerikaner ernsthaft noch mit 2,4-Liter-Vierzylinder-Sauger und Viergang(!)-Automatik an. Mit dem Grand Caravan befindet sich noch ein Vertreter des immer unbeliebteren Minivan-Segments im Angebot. Als Standard-Antriebe fungieren konstruktiv uralte V6- und V8-Benziner, in den stärksten Varianten von übergroßen Kompressoren in absurde Leistungs-Hemisphären geschossen. Im Fall des Chargers hängen die Motoren in einer gut 15 Jahre alten, noch zusammen mit Daimler entwickelten Plattform (LX). Die davon abgeleitete LC-Architektur des Challengers ist kaum jünger.

Power-Hybrid statt Hellcat-V8

"Die Zukunft des amerikanischen Muscle Cars liegt in der Elektrifizierung und nicht in einem aufgeladenen V8 mit 700 PS", wusste zu Beginn des Jahres 2019 schon der damalige Fiat/Chrysler-Boss Mike Manley. Zwei Jahre später ergänzte der heutige Dodge-Chef Tim Kuniskis in Bezug auf den legendären Hellcat-Motor: "Die Tage des 6,2-Liter-V8 mit Eisen-Block und Kompressor-Aufladung sind gezählt." Stattdessen setzt er für seine Marke auf Elektrifizierung: "Die Verrückten werden die Elektrifizierung leistungsbasiert einsetzen, statt die Autos sparsam zu machen." Auch Dodge-Chefdesigner Ralph Gilles sagte im Frühjahr, dass der einfachste Weg, die 1.000-PS-Marke zu knacken, die Hybridisierung sei.

Elektro-Studie von Dodge mit Challenger-Anleihen

Fängt die Zukunft in Sachen "Performance 2.0" (Kuniskis) und "Neuerfindung des Muscle Cars" (Dodge-Vertriebschef Matt McAlear) früher an als gedacht? Es sieht ganz danach aus. Bereits 2024 wird Dodge das erste rein elektrisch betriebe Muscle Car auf den Markt bringen. Dazu präsentierte die Marke bereits im Video ein Modell, das allerdings nur wenig von seinem Äußeren preisgibt. Zu sehen ist eine sportliche Coupé-Silhouette mit abgerundeten Ecken und einer Front-Partie, die an Dodge Challenger-Modelle aus den 70ern erinnert. LED-Streifen an der Front geben dem Modell einen modernen Touch. Die Fronthaube ist konturiert, die Kotflügel sind ausgestellt. Am Heck erkennen wir eingelassene Leuchten, die ebenfalls den Challenger zitieren. Dort zeigt sich in Rot illuminiert das Fratzog-Logo, das Dodge in den 60er und 70er-Jahre verwendete. In Sachen Antriebsstrang gibt es noch keine Erkenntnisse. Nur so viel: Am Ende des Videos gibt es einen Allrad-Burnout, der natürlich auf mindestens einen E-Motor an jeder Achse hindeutet.

Dodge EV Teaser
Dodge
Das illuminierte Fratzog-Logo.

STLA-Large-Plattform für die Muscle Cars?

Die technische Voraussetzung für solche Modelle schafft gerade der neue Stellantis-Konzern, in dem Fiat/Chrysler (FCA) Anfang 2021 aufgegangen ist: Markenübergreifend werden die STLA-(Stellantis Architecture)-Plattformen entwickelt, die allesamt für Elektro- sowie Hybrid-Anwendungen (natürlich auch mit Plug-in-Auslegung) vorgesehen sind. Gut für Dodge: Die STLA Large-Plattform für die Mittel- und Obere Mittelklasse, die damit für die Muscle Cars der Marke infrage kommt, ist als erster Vertreter der neuen Architektur-Generation bereits 2023 einsatzbereit, entsprechend passt die Ankündigung zum Serienstart 2024.

Stellanis STLA Plan
Stellanis
Ab 2023 steht die neue STLA-Large-Plattform bereit. Die könnte für die Dodge-Muscle Cars infrage kommen.

Fraglich ist noch, ob Dodge parallel auch Hybrid-Antriebsstränge für seine sportlichen Fahrzeuge anbietet. Dann dürfte dem dicken V8 wohl tatsächlich die letzte Stunde geschlagen haben. Allem Anschein nach wandert in der nächsten Charger- und Challenger-Generation jener Reihen-Sechszylinder mit Turboaufladung unter die Haube, den der damalige FCA-Konzern 2019 beim US-Patentamt USPTO unter dem Codenamen GME-T6 eintragen ließ. Hinzu dürfte ein hybridtaugliches Achtgang-Getriebe aus dem Hause ZF kommen, das aus dem Anfang 2021 erteilten Stellantis-Großauftrag für den deutschen Zulieferer stammt und ab 2022 verfügbar ist.

'Cuda steht vor dem Comeback

Das Getriebe könnte mit dem passenden Elektromotor aus Friedrichshafen zusammenspannen. Dieser bietet in der Spitze jedoch lediglich 90 kW (122 PS) und 250 Newtonmeter; fraglich, ob dieser Antrieb kräftig genug für ein Muscle Car wäre. In Kombination mit einer potenteren, aus dem neuen, zusammen mit dem japanischen E-Motor-Bauer Nidec gegründeten Joint Venture E-Motors stammenden E-Maschine könnten sich dagegen angemessene technische Daten realisieren lassen. Das Getriebe erlaubt in seiner robustesten Version jedenfalls eine elektrische Zusatz-Power von bis zu 160 kW (217 PS) und 450 Newtonmeter; insgesamt soll es bis zu 1.000 Newtonmeter vertragen.

02/2021, Dodge Chef CEO Tim Kuniskis Challenger Hellcat
Stellantis North America
Dodge-Chef Tim Kuniskis hält die Tage des Hellcat-V8 für gezählt - und sieht jene der Elektrifizierung kommen.

Auch in Hinblick auf die Namen der elektrifizierten Dodge-Muscle Cars gibt es inzwischen einige Gerüchte. US-Medien zufolge hat sich die Marke die traditionsreiche Bezeichnung 'Cuda schützen lassen. Das Kurzwort wird von "Barracuda" abgeleitet; beide Namen wurden in den Sechziger- und Siebzigerjahren von der damaligen Dodge-Schwestermarke Plymouth für heute legendäre Muscle Cars verwendet.

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Ist Dodge noch Dodge, wenn die Power aus Elektro- statt V8-Motoren kommt?
Na klar. Solange die Leistungswerte und das Design stimmen.
Nein. "American Muscle" bedingt immer auch Sound und Drama.

Fazit

Dodge hatte als Muscle Car-Marke typisch amerikanischer Prägung für sich die perfekte Nische innerhalb des FCA-Konzerns gefunden und will diesen Status natürlich auch unter der Stellantis-Ägide beibehalten. Doch Konzernchef Carlos Tavares fordert moderne technische Lösungen, weshalb die dicken Kompressor-V8 in nicht allzu ferner Zukunft ausgedient haben dürften. Kleinere Verbrenner mit Elektro-Boost sind stattdessen das Gebot der Stunde – ab 2024 legt die Marke dann eine komplette Volte hin und bietet rein elektrische Muscel-Cars an.

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