09/2019, Rivian Elektro-Transporter Amazon Amazon / Rivian
09/2019, Rivian Elektro-Transporter Amazon
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Neuer Elektro-Lieferwagen (2021)

100.000 Amazon-Transporter bis 2030

Der Online-Versandhändler will umweltfreundlicher werden und investiert dafür über 600 Millionen Euro in eine Elektro-Lieferwagen-Flotte.

Jetzt zeigt sich, warum Amazon mit 700 Millionen Dollar (aktuell etwa 634 Millionen Euro) beim Elektroauto-Startup Rivian eingestiegen ist: Mit dem Elektro-Startup kann der Online-Riese seine Transporter-Flotte mit rein elektrisch angetriebenen Lieferwagen aufrüsten. Und dies geschieht jetzt sehr kurzfristig.

Diesmal bestellt Amazon

Wie Jeff Bezos bekanntgab, bestellte Amazon 100.000 Elektro-Transporter bei Rivian. Dies sei bisher "die größte Bestellung von elektrischen Lieferwagen" überhaupt, ergänzt Dave Clark, der im Konzern als Senior Vice President für die weltweiten Operationen zuständig ist. Die Auslieferung der ersten Transporter beginnt 2021. Bis 2030 sollen sich dann tatsächlich 100.000 Rivian-Transporter in der Amazon-Flotte befinden.

Die Bestellung ist Teil der Amazon-Strategie, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zehn Jahre früher als vorgesehen zu erreichen. Heißt: Bis 2040 will der Versandriese CO2-neutral agieren. Entsprechend lädt Amazon die neue E-Transporter-Flotte hauptsächlich mit Strom aus erneuerbarer Energie. Allein mit den Transportern will Amazon ab 2024 jährlich vier Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Technik-Transfer vom R1T und R1S

Zur Antriebstechnik gibt es noch keine konkreten Informationen. Ein Rivian-Sprecher bestätigte amerikanischen Medien jedoch, dass der Transporter einen Großteil der Technik des R1T und R1S übernimmt. Unklar ist weiterhin, welche Batteriegröße Rivian in dem Transporter installiert. Für den R1T soll es 105, 135 und 180 Kilowattstunden große "Skateboard"-Akkus geben, die eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern gewährleisten. Für den Elektro-Pickup sehen die Amerikaner einen Antriebsstrang mit vier radnah verbauten E-Motoren vor, die zusammen bis zu 800 PS leisten. Es wird spannend, ob der Lieferwagen auch auf dieses Layout zurückgreift. Unsere Prognose ist, dass Rivian die Elektro-Triebwerke im Transporter elektronisch massiv drosselt.

Nach neuesten Informationen von Amazon bekommt der Transporter eine Reihe von Autobahn- und Verkehrsassistententechnologien sowie eine große Windschutzscheibe für ein gutes Fahrer-Sichtfeld. Hinzu kommen Außenkameras rund um das Fahrzeug, die mit einer Digitalanzeige in der Kabine verbunden sind und dem Fahrer eine 360-Grad-Sicht außerhalb des Fahrzeugs ermöglichen. Zu erwarten ist eine Alexa-Integration für freihändigen Zugriff auf Routeninformationen und die neuesten Wetterupdates.

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Amazon / Rivian
Das Cockpit des Amazon-Auslieferungsfahrzeugs wird eine digitale Zentrale - inklusive Alexa-Anbindung.

Eine verstärkte Tür auf der Fahrerseite soll für zusätzlichen Schutz und eine von Amazon genannte "Tanzfläche" in der Fahrerkabine für Bewegungsfreiheit im Van sorgen. Besonders helle Rücklichter, die das Heck des Fahrzeugs umgeben, ermöglichen eine schnellere Bremsungs-Erkennung von den hinterherfahrenden Verkehrsteilnehmern. Im Innenraum finden sich drei Regalebenen.

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Amazon / Rivian
Die Lieferwagen sollen drei Regalebenen aufweisen.

Weltweiter Einsatz der E-Lieferwagen

Das Unternehmen gab bekannt, dass es seine Flotte in Europa in diesem Jahr um 1.800 elektrische Lieferfahrzeuge erweitert. Gleiches gilt für die Flotte in Indien, die bis 2025 in über 20 Städten operiert. Dort sollen rund 10.000 elektrische Fahrzeuge die Auslieferungen übernehmen. In der EU verwendet Amazon auch E-Cargo-Bikes für Lieferungen in einigen städtischen Zentren und betreibt 200 E-Cargo-Bikes in der Region New York City.

Rivian R1T
Jochen Knecht
Mit dem R1T startet Rivian im Oktober 2020 die Serienproduktion seines Elektro-Pickups.

Eigene Produktionslinie in Michigan

Die Karosserie, der Innenraum, die Software und das Fahrwerk schneiden die Ingenieure speziell auf die Anforderungen des Amazon-Transporters zu. Der Lieferwagen soll auf einer eigenen Produktionslinie im Rivian-Werk in Michigan vom Band rollen und keine Auswirkungen auf die Auslieferungen der anderen Modelle haben. Unklar ist bislang, was der Rivian-Transporter kostet beziehungsweise wie genau die finanziellen Vereinbarungen mit Amazon aussehen. Der Pickup R1T soll abzüglich aller Elektroauto-Prämien in den USA etwa 60.000 Dollar (gut 54.000 Euro) kosten.

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Blödsinn. Auch andere Autohersteller werden bald gute Elektro-Lieferwagen bauen.

Fazit

Dass ein Versandhändler bei einem Autohersteller einsteigt, um zusammen mit diesem eigene Transporter zu bauen, ist nichts Neues – so hat UPS sich bereits spezifische Fahrzeuge von Daimler bauen lassen und die Deutsche Post hat sich Streetscooter einverleibt. Die Post will ihre Elektro-Transporter-Sparte inzwischen jedoch wieder loswerden – und findet keinen Käufer. Amazon ist eindeutig nicht interessiert und hält, ganz offentsichtlich, die Technik von Rivian für zukunftsfähiger.

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